Er gehörte einst auf dem Lande zum typischen Bild der Lüfte, jeder Bauern kannte ihn. In Brandenburg galt er sogar als heimlicher Wappenvogel. Die Rede ist vom Rotmilan, im Volksmund auch Gabelweihe genannt. Ihm ist eine eigene Ausstellung gewidmet, die klein aber überaus eindrucksvoll über den großen, eleganten Greifvogel informiert, über seine Lebensweise und auch über seine Bedrohung. Denn der Bestand des nur in Europa und hier vor allem in Deutschland beheimateten Vogels geht dramatisch zurück. Am Sonntag wurde anlässlich des Frühlingsfestes in der Blumberger Mühle die Wanderausstellung zum Rotmilan eröffnet, die im Rahmen des bundesweiten Artenschutzprojektes "Land zum Leben für den Rotmilan" entwickelt wurde. "Dem Rotmilan geht es hierzulande nicht gut. Die größte Gefahr ist die Beschneidung seines Lebensraumes und seiner Nahrungsgrundlage", sagt Ortrud Tegler. Sie ist die Projektverantwortliche in der Uckermark-Schorfheide, eine von bundesweit elf Modellregionen des Rotmilanprojektes."Ziel ist es, gemeinsam mit vielen Praxispartnern, Landwirten und dem Landschaftspflegeverband vor Ort die Kulturlandschaft so zu gestalten, dass der Rotmilan hier wieder gute Bedingungen zum Überleben findet", sagt Ortrud Tegler. Die vielen großen Rapsfelder beispielsweise sehen zwar schön aus, doch für den Rotmilan sind sie ein ernstes Problem. "Wenn er brütet und dringend Nahrung für den Nachwuchs braucht, steht der Raps schon so hoch, dass der Rotmilan dort nicht mehr jagen kann, weil er schlicht nichts mehr sieht. Er jagt Mäuse, Feldhasen, einst auch Feldhamster. Dazu braucht er offene Landschaften mit vielfältigen, wechselnden Ackerkulturen ohne Einsatz von Pestiziden", erklärt die Expertin. Die Ausstellung in der Blumberger Mühle gibt sehr anschaulich mit einem beeindruckenden Dokumentarfilm Einblicke in das Leben des Rotmilans und informiert darüber, was man für seinen Schutz tun kann, für den Deutschland und insbesondere Brandenburg mit der noch höchsten Population besondere Verantwortung trägt. Die Wanderausstellung, die auch für Schulklassen empfehlenswert ist, ist bis Ende Mai hier zu sehen.