Einen spannenden Vormittag erlebten dieser Tage die Kinder der Hohenselchower Kita „Sonnenblume“. Sie machten sich mit ihren Erzieherinnen auf den Weg zum örtlichen Feuerwehrgerätehaus, um mehr über die Risiken beim Umgang mit Feuer und besonders über die Waldbrandgefahr zu erfahren, die in der trockenen Uckermark oft ziemlich hoch ist. Dabei kam ihnen die gute Partnerschaft zugute, die seit Jahren mit der Ortswehr und dem Schwedter Waldkabinett besteht.
Die kleine Dorfkita, die derzeit 30 Kinder betreut, darunter sieben Hortkinder, hat die Natur- und Heimatverbundenheit quasi in ihrer Konzeption verankert. „Die Kinder sollen das Umfeld, in dem sie aufwachsen, kennenlernen“, sagt Kita-Leiterin Madlen Puckelwaldt. „So wie es eigentlich auf dem Dorf sein sollte.“ Die Feuerwehr gehört dazu. Und die braucht immer Nachwuchs. Hohenselchow hat eine gut funktionierende Kinder- und Jugendfeuerwehr. Kein Wunder, wenn man schon im Kita-Alter an den Brandschutz herangeführt wird.

Familiäre Armosphäre in Hohenselchower Kita

Die Mädchen und Jungen und ihre vier Erzieher pflegen aber auch ihr Weidenzelt und ihr Hochbeet. Die Kinder arbeiten gern mit einfachen Naturmaterialien. „Sie brauchen nicht viel“, weiß Madlen Puckelwaldt aus ihrer beruflichen Erfahrung. „Wir wären dumm, wenn wir nicht das nutzen, was wir um uns herum haben.“ Die Kleinen besuchen oft ältere Leute und singen für sie. Als Dank gibt es nicht selten Obst. Die familiäre Atmosphäre wird über die Dorfgrenzen hinaus geschätzt. Hier werden auch Kinder aus Gartz und Luckow-Petershagen betreut.
Im gemeinsamen Projekt mit der Feuerwehr und dem Waldkabinett gab es drei Stationen, die die Kinder für die Umwelt sensibilisieren sollten. Sie erfuhren, wie man sich im Wald verhält und in einem Quiz mit René Stornebel vom Waldkabinett, dass auch Dreck und Müll wie Glasscherben Waldbrände auslösen und begünstigen können. Er berichtete, was man tut, wenn es brennt und wie viele Waldbrandwarnstufen es gibt. Seine Kollegin Ines Spranger erzählte den Kleinen unter anderem, welche Tiere bei Waldbränden besonders gefährdet sind, weil sie nicht so schnell weglaufen können. Außerdem konnten die Kinder mit Wasser selbst ein Feuer löschen.

Bratwurst zum Abschluss

Feuerwehrmann Michael Jäger erklärte mithilfe von Papier, Stoff, Holzwolle und Styropor, welche Materialien schnell und welche gar nicht brennen. Tannen- und Kiefernzapfen brennen besonders stark, weil darin Harz ist. Mit einem Teelicht und einem Glas bewies er, dass Feuer Sauerstoff braucht und er erklärte, dass Metall zwar nicht brennt, aber auch glühend Brände auslösen kann. Außerdem wissen die Mädchen und Jungen jetzt, warum Batterien nicht in den Mülleimer, sondern in den Sondermüll gehören und dass man den Grill nicht Benzin anzünden darf, weil es gefährlich ist.
Als krönenden Abschluss gab es Bratwurst für alle, gegrillt von den Feuerwehrleuten Olaf Kranzusch und André Puckelwaldt, die dafür ihren Urlaubstag geopfert haben.