In einem Brandbrief an die Politik haben Protestler gemeinsam mit dem Tourismusverein Angermünde den sofortigen Wiedereinstieg in den Tourismus gefordert. Denn mit teilweise Wiedereröffnungen lasse sich keine Besucherlenkung organisieren, heißt es darin. "Nur Tagesausflügler, die wie `Heuschrecken`einfallen, alles zuparken, Müll hinterlassen und abends wieder weg sind, bringen niemandem etwas."
Belegungsgrenze überflüssig
Bei ihrer erneuten Demonstration mit leeren Stühlen auf dem Angermünder Marktplatz machen die Gastwirte und Hoteliers auf ihre Forderungen aufmerksam. Eine vorgesehene Belegungsgrenze der Zimmer betrachten sie als überflüssig, denn die meist kleinen Häuser könnten die Frequentierung der Flure allein gut steuern. Ferienwohnungen sollten generell wieder vermietbar sein. Geführte Touren könnten durch das Tragen von Masken möglich sein. Besucher von Informationszentren ließen sich ebenso wie in Einkaufsmärkten gezielt steuern.
Der Tourismusverein befürchtet einen bleibenden Schaden durch die akuten Eindämmungsverordnungen. Die Branche kann nicht belegte Betten, nicht gebuchte Touren und den Ausfall des Restaurantbetriebs unmöglich später wieder reinholen. Auch sorgt man sich um die vielen älteren Gäste, die möglicherweise dauerhaft das Reisen aus Angst vor Ansteckung einschränken.
Kosten steigen um 15 Prozent
Selbst bei schrittweiser Öffnung unter Corona-Bedingungen sprechen die Unternehmer von zusätzlichen Kosten bei Personal und Material, was eine Preissteigerung von etwa 15 Prozent ausmache. Um die existenzbedrohende Situation abzuwenden, verlangen die Gastronomen Soforthilfe auch für Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigten, unbürokratische Zuschüsse für Umsatzausfälle, die 7-Prozent-Mehrwertsteuer und einen konkreten Plan für den touristischen Wiedereinstieg in der Uckermark.
"Wir brauchen geringere Einschränkungen als in den Tourismushochburgen", sagt Harro Sluyter, Chef vom Landhotel Felchow. Sein Umsatzausfall durch Corona beläuft sich auf fast 100 000 Euro. Über Wasser hält er sich mit der Aussetzung von Krediten, mit Kurzarbeit, Steuerstundung und Rücklagen.
Angermündes Bürgermeister Frederik Bewer hat den Gastronomen der Stadt angeboten, gebührenfrei Anträge zu stellen, um die Außenbereiche vor den Häusern zu nutzen.