Not macht kreativ und so entwickeln sich immer mehr alternative Ideen und Initiativen. Vor allem das Internet erweist sich da als ein Segen. Die Autorin Kena Hüsers von der Uckermärkischen Literaturgesellschaft verlegt abgesagte Lesungen kurzerhand in ihr privates Wohnzimmer, hat sich Mikrofon und Kamera gekauft und filmt sich selbst beim Vorlesen ihrer Bücher. Im Netz kann man sich ihre Videos herunterladen und zum Beispiel ihrem aktuellen Roman "Mondrausch" lauschen.

Livemusik auf Facebook statt Auftritts-Absagen wegen Coronavirus
Oder man lernt per Videoanleitung, wie man dem derzeitigen Klopapier-Kaufrausch noch eine kreative Seite abgewinnt und aus dem überflüssigen Innenleben der Rollen witzige Klapperfiguren, Serviettenringe oder Knobelbecher  bastelt.  "Die Würde der tollen Rolle muss wieder hergestellt werden", sagt Kena Hüsers augenzwinkernd und demonstriert, wie man mit Bastelideen nicht nur Kinder vom Fernseher weglockt, sondern auch den Rollenüberschuss nachhaltig wiederverwendet. Für ein lustiges Klapper-Monster braucht man nur eine leere Papprolle vom Klopapier, Farbe, Klebstoff und Trockenerbsen oder kleine Steine. Die Rolle wird mit Farbe angemalt, wahlweise auch beklebt. Die oberen, gegenüberliegenden Ränder nun bis zur Mitte zusammendrücken, Augen aufkleben oder aufmalen. Hülsenfrüchte oder Steine in die Rolle füllen und die Ränder wie oben zusammendrücken. Fertig.

Livemusik auf Facebook statt Auftritts-Absagen wegen Coronavirus

Eine Alternative zu Konzerten und Partys sind die sogenannten Watch Partys, die auf Facebook gerade immer mehr werden. Zu einer bestimmten Uhrzeit wird man eingeladen und kann mit anderen zusammen Musik machen oder hören, Live-Lesungen und Live-Diskussionen miterleben.
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In manchen Mehrfamilienhäusern beginnen die Mieter, sich gegenseitig Bücher, Musik-CD oder Film-DVD auszuleihen und man entdeckt wieder den Plausch von Balkon zu Balkon. Eine wundervolle Idee ist das Musizieren aus Fenstern und Balkonen, eine Idee von Musikern, die derzeit nicht auftreten können, aber mit ihrer Musik weiterhin Freude schenken möchten. Die Initiative wird auch von Angermünder Musikern, wie Rainer Rafalsky und Ulrike Fritz weitergetragen. Jeden Sonntag um 18 Uhr wird Musik gemacht.
Die Musikschullehrer der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule sind ebenfalls kreativ, um den Rückstand durch den Unterrichtsausfall nicht so groß werden zu lassen. Geigenlehrerin Ruth Dynow übt beispielsweise mit ihren Schützlingen per Skype. Tanzlehrerin Christina Gressmann zeigt Tanzschritte per Youtube, die die Kinder zu Hause mittanzen können. Klavierlehrerin Dorothea Janowski nutzt Whatsapp, fotografiert und filmt ihre Finger auf der Klaviertastatur und hört sich Übungsstücke per Sprachnachricht an. "Es geht darum, die Kinder weiter zum Üben zu motivieren und sie damit auch etwas abzulenken", sagt Musikschulleiterin Dorothea Janowski.
Eine tolle Idee hat auch Birgit Haan, Pflegedienstleiterin der Volkssolidarität: "In den Kitas, Horten und auch zuhause könnten Kinder doch kleine Osterkörbchen für unsere Senioren basteln und sie in den Sozialstationen und Pflegeeinrichtungen abgeben. Wir füllen sie dann mit Kleinigkeiten und verschenken sie weiter."
Haben Sie noch tolle Ideen oder kennen Sie andere Initiativen? Schreiben oder mailen Sie uns: dwindolff@moz.de