Chaos auf der Autobahn, Chaos auf der Bahnlinie. Wer in diesen Tagen von Berlin Richtung Norden muss oder will, zieht die rote Karte. Ebenso in der Gegenrichtung. Gerade hat die Deutsche Bahn erneut Einschränkungen auf der RE-3-Linie bekannt gegeben. Doch ein Ausweichen aufs Auto, um über die Autobahn nach Berlin oder zurück zu fahren, ist momentan ein gewagtes Spiel.
Schutzplanken müssen weg
Denn seit Mitte August blockiert eine Baustelle auf der Richtungsfahrbahn Stettin zwischen Joachimsthal und Pfingstberg den gesamten Verkehr. Durch die einspurige Strecke über eine Länge von fast sieben Kilometern gibt es regelmäßig Rückstau bis zur Anschlussstelle Joachimsthal und weiter zurück. Gerade in Spitzenzeiten ist hier alles dicht. Die Arbeiten sind aber nur die Vorbereitung für den später folgenden grundhaften Ausbau der linken Richtungsfahrbahn (aus Richtung Stettin in Richtung Berlin).
Um die Autoströme längerfristig an dieser Stelle vorbeizuleiten, muss die Autobahn quasi erweitert werden. Eine Richtungsfahrbahn soll später den gesamten Verkehr aufnehmen. Dazu verschwinden die vorhandenen Leitplanken. Gleichzeitig werden Bankette und Schutzplanken am Außenrand der rechten Richtungsfahrbahn (Richtung Stettin) erneuert. Die Autobahn ist in diesem Abschnitt derzeit schmaler und hat keinen Standstreifen. Daher der große Aufwand.
Jetzt drohen große Staus durch den Reiseverkehr in den beiden Herbstferienwochen in Verbindung mit dem Brückentag am 3. Oktober. Nach Angaben des Landesbetriebs Straßenwesen soll noch in dieser Woche die derzeitige Verkehrsführung auf der rechten Richtungsfahrbahn (Stettin) zu einer zweistreifigen Verkehrsführung umgebaut werden. Anschließend folgt der Aufbau einer zweistreifigen Verkehrsführung auf der linken Richtungsfahrbahn (Berlin). In diesem Zusammenhang sind dann Überfahrten über den Mittelstreifen herzustellen. Das alles geschieht in Vorbereitung auf den für das Jahr 2020 geplanten grundhaften Ausbau der linken Richtungsfahrbahn (Berlin). Ende Oktober soll diese umfangreiche Baustellenvorbereitung abgeschlossen sein.
Während des kommenden Winters gibt es keine Arbeiten. Erst im April beginnt die Erneuerung der linken Richtungsfahrbahn (Berlin). Vorgesehen ist eine Bauzeit bis zum Jahresende 2020.
Außerdem lässt der Landesbetrieb zwei Brücken erneuern. Dafür wird dann die linke Richtungsfahrbahn (Berlin) gesperrt.Der gesamte Verkehr auf der Autobahn wird über die noch herzustellenden Mittelstreifenüberfahrten auf die rechte Richtungsfahrbahn (Stettin) geleitet und läuft dann während der Bauzeit in einer 3+0-Verkehrsführung. Das bedeutet: Zwei Fahrstreifen sind in Richtung Kreuz Uckermark offen und ein Fahrstreifen in Richtung Berlin.
Damit sind im nächsten Jahr für den Reiseverkehr an den Wochenenden aus Richtung Ostsee starke Einschränkungen und Staus vorprogrammiert. Selbst ohne Baustelle ist die A 11 gerade am Sonntagnachmittag überfüllt.