An einem der bedeutendsten Denkmale auf dem städtischen Friedhof in Angermünde wird wieder gebaut. Vor drei Jahren hatte die Stadt die Außenhülle des Mausoleums sanieren lassen, das der Emallierwerksbesitzer Moschel 1913 für seine Familie erbauen ließ. Rund 150.0000 Euro, unter anderem vom Land, dem Landkreis und der Stadt, wurden investiert, nachdem 2014 die ersten Schäden an dem Bauwerk entdeckt wurden. „Damit wurde gemeinsam ein Stück Stadtgeschichte gerettet“, freute sich damals der stellvertretende Bürgermeister Christian Radloff.
Gäste der Übergabe hatten die einmalige Chance, einen Blick in das Innere des Mausoleums zu werfen, in dem einst Willy und Auguste Moschel beigesetzt wurden. Ihre Särge wurden nach dem Kriegsende geplündert, ihre Leichname kamen in ein Massengrab. Schon damals stand fest, dass auch der Innenraum instand gesetzt werden soll. Die Arbeiten dazu sind im vollen Gange und sollen bis zum Ende des Jahres beendet sein.

Kolumbarium geplant

„Nach der Innensanierung soll die ehemalige Gruft als Kolumbarium, also als Urnenwand genutzt werden“, verrät Michael Deinert, Friedhofsverwalter der Stadt Angermünde und beschreibt, wie das Mausoleum sich einmal präsentieren soll: „Die Kuppel und das zukünftige Kolumbarium werden indirekt beleuchtet, historische Kerzenhalter mit LED-Kerzen betrieben. Ein im Boden eingelassenes Glaselement aus Sicherheitsglas soll für mehr natürliches Licht im Gruftraum sorgen und einen Einblick gewähren. So sind Urnenbeisetzungen mit Trauerfeiern im kleinen Familienkreis, die Andacht der Verstorbenen im Kolumbarium und die Besichtigung für Besucher des Friedhofs zu bestimmten Zeiten möglich.“
Von 1978 bis 1979 fanden im Moschel-Mausoleum bereits Trauerfeiern statt. Damals wurde gerade die Trauerhalle neu gebaut. Die Besichtigung oder die Nutzung des Baudenkmals war seit einigen Jahren wegen der Gefahr herabfallender Deckenelemente und Schäden am Fußboden nicht mehr möglich. Die jetzigen Baumaßnahmen im Innenraum kosten rund 182.000 Euro. Davon trägt das Land Brandenburg 90.000 Euro, der Landkreis Uckermark fördert das Bauprojekt mit 10.000 Euro. Die restlichen Mittel werden durch die Stadt Angermünde bereitgestellt.
Wie Edith Scholz, Bauleiterin bei der Stadt Angermünde, berichtet, mussten sämtliche Marmorplatten an Wänden und Boden entfernt, zwischengelagert und nach der Aufbereitung eingesetzt werden. Gebrochene Platten und Fehlstellen werden ersetzt. Der Ziersarkophag wird gereinigt und im Gruftraum wieder aufgestellt. „Das Gebäude bekommt einen Stromanschluss und Beleuchtung. Eine zusätzliche Gittertür soll die Betrachtung des Innenraumes ermöglichen und vor Diebstahl und Vandalismus schützen.“

Projekte auf anderen Friedhöfen

Auch auf anderen Friedhöfen wurden in den letzten Monaten Projekte umgesetzt. So wurden die Urnengemeinschaftsanlagen in den Ortsteilen Schmargendorf und Stolpe, wie bereits in Greiffenberg und Herzsprung, fertiggestellt.
Auf dem Angermünder Friedhof wurden in der Urnengemeinschaftsanlage II die Blumenablagen fertiggestellt. Ein gespendetes Bronzekreuz ziert die Mittelablage. Die Friedhofsverwaltung weist darauf hin, dass Blumen und Grabbeigaben ab dem 1. November dort abzulegen sind. Die Stadtgärtner werden dann in der Urnengemeinschaftsanlage alle Blumen und Grabbeigaben auf die dafür vorgesehenen Blumenablagen legen. Zu Trauerfeiern kann man den Blumenschmuck der unmittelbaren Familienangehörigen auf der Grabstätte ablegen.