Wenn sie auch diesmal nicht auf der Bühne zu erleben sind, so kann man aber in Erinnerungen schwelgen. Gerade ist das Buch "Bärbel Wachholz – Eine Stadt und ihre Legende" erschienen, das der Organisator der Veranstaltung, der Angermünder Michael-Peter Jachmann, herausgegeben hat.
Darin lässt er die Leser auf rund 150 reichlich bebilderten Seiten zehn Jahre Schlagerfest Revue passieren. Man erfährt, wie das Bärbel-Wachholz-Schlagerfest entstand, welche Künstler begrüßt wurden und dass nicht einmal Unwetter die Besucher von der Bühne vertreiben konnten, wo sich Gerd Christian mit Regenschirm heiser sang und Frank Schöbel in zwei Stunden glühender Hitze Stimmung machte.
Abschied vom Altmeister
Das Buch ist eine Chronik, in der sich ganz viele Besucher wiedererkennen werden und andere nicht mehr am Leben sind. Da-­runter ist leider auch eine Schlagerlegende, die es sich bis auf drei Jahre nicht nehmen ließ, das Angermünder Publikum mit seiner Stimme zu erfreuen. "Peter Wieland wäre am 6. Juli 90 Jahre alt geworden. Es war geplant, dass er am 7. Juni beim Schlagerfest des Angermünder Stadtfestes auftritt. Darauf hatte er sich sehr gefreut", erzählt Michael-Peter Jachmann, der zu ihm wie zu den meisten Sängern, die beim Bärbel-Wachholz-Schlagerfest auftraten, einen engen Kontakt hielt.
Peter Wieland hat auch das Vorwort zum Buch verfasst. "Wir haben es im November besprochen. Wenige Tage später ist er gestürzt", sagt der Buchautor. Den letzten Kontakt hatte Michael-Peter Jachmann, der mit dem 89-jährigen einstigen Schlager- und Musicalstar der DDR noch dessen Bühnenbiografie erarbeiten wollte, am 6. Februar. "Wir hatten uns für den 18. Februar verabredet. Als ich ihn früh anrief, ob es passt, erfuhr ich von seinem Zusammenbruch, von dem er sich nicht mehr erholte", berichtet er. Anfang März starb Wieland.
Zu Bärbel Wachholz hatte der Sänger eine besondere Verbindung, wie man aus dem druckfrischen Buch erfährt. Beide lernten sich 1957 zu Beginn ihrer Rundfunkkarriere kennen und traten später oft gemeinsam auf. Deshalb war es ihm auch eine besondere Freude, mit anderen Kollegen beim Schlagerfest an die in Angermünde geborene einstige Schlagerikone zu erinnern.
Die Idee, das Buch über zehn Jahre Schlagerfest zu schreiben, entstand schon 2014, verrät Michael-Peter Jachmann. "Wir hatten insgesamt 31 wechselnde Künstler hier, von Julia Axen, Regina Thoss, Thomas Lück und Andreas Holm, Andrea und Wilfried Peetz bis Chris Doerk und Monika Herz. Es ist viel passiert. Deshalb dachten wir, das könnte den einen oder anderen interessieren. Der Biergarten war schließlich immer voller Leute, ob bei Regen oder Hitze."
Bis zum nächsten Jahr
Das 11. Schlagerfest, das erstmals sonntags stattfinden sollte, wird nun um ein Jahr verschoben. Bis dahin können die Fans durch die Geschichte blättern. Das Jubi-­läumsbuch kann man bei Michael-Peter Jachmann bestellen. Zudem sind zwei Schlagerfest-Alben mit je 25 Titeln erhältlich.
Kontakt für Interessenten: www.baerbel-wachholz.de, Tel. 0175 1600572