Zum zweiten Mal hieß es in der vergangenen Woche in Angermünde „Kinder machen Kurzfilm“. Nachdem im vorigen Jahr Mädchen und Jungen aus einer fünften Klasse der Puschkinschule in den Genuss kamen, mit professionellen Filmemachern vom Kameramann bis zum Maskenbilder zusammenzuarbeiten, war diesmal ihre Parallelklasse an der Reihe und mit Begeisterung dabei.
Eigentlich war die Aktion schon früher geplant, musste aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Auch das Filmteam stand schon in den Startlöchern. „Wir haben immer auf das beste gehofft und sind total froh, dass wir das jetzt machen können“, sagt die Projektkoordinatorin Sylke Hannasky. „Die Zeit ist zwar knapper, aber da das Projekt seit Jahren gewachsen ist und wir vor Ort so tolle Partner haben, ist es machbar.“ Das Braue-Team unterstützte sie ebenso wie die Stadtverwaltung und die Vermieterin der Ferienwohnung, in der das Filmteam untergebracht war, und die Eltern. Sie stellten zum Beispiel noch benötigte Materialien bereit, obwohl das Filmteam wieder mit zwei beladenen Transportern angereist war. Natürlich galten auch am Angermünder Set Hygieneregeln, die die Kinder gut verinnerlicht haben, wie Sylke Hannasky berichtet. Das Filmteam trug Gesichtsmasken.

Fünf Schulen machen mit

Uckermarkweit sind in diesem Jahr fünf Schulen mit dabei: die Evangelische Grundschule und die Astrid-Lindgren-Grundschule aus Schwedt, die Artur-Becker-Grundschule aus Prenzlau, die Goethe-Grundschule aus Templin und die Angermünder Puschkinschule. Zwei Wochen vor dem Projektstart in Angermünde konnten sich die Kinder das Thema aussuchen. Am 7. September ging es dann vor Ort los. Eigentlich wären die Kinder auf Klassenfahrt gewesen. Da das derzeit nicht möglich ist, war der Filmdreh ein guter Ersatz, meinte auch Klassenleiterin Anja Voß. Für eine Woche bot das Jugendkulturzentrum „Alte Brauerei“ wieder seine Räumlichkeiten an. So wurde ein Raum zur bunten Requisiten-Werkstatt.
Die 18 Mädchen und Jungen aus der Puschkinschule freuten sich seit dem Schuljahresbeginn auf das Projekt. „Sie haben es genossen zu interagieren. Wenn einem etwas genommen wird, weiß man, wie wertvoll es ist“, meint Sylke Hannasky, die von der Fantasie und den Ideen der Kinder wieder begeistert war. Diesmal wurde Spielfilm gedreht. Von der Idee bis zur Umsetzung waren die Schüler die Hauptpersonen. Grundlage für ihren Film ist das Gedicht „Ein Steinwurf und seine Folgen“ vom österreichischen Autor Christian Futscher. Dabei geht es um einen Fisch, ein Kind mit Fantasie und ein lehrreiches Happyend.

In verschiedene Berufe geschnuppert

Am Montag wurde der Fisch entworfen und am Dienstag aus Draht geformt. Das Drehbuch wurde gemeinsam erarbeitet. Während eine Gruppe an den Requisiten arbeitete, drehte ein anderes Team auf der Promenade eine Filmszene, die einen als Kameramann, die anderen als Schauspieler. Es wurde auch gewechselt, sodass jeder einmal verschiedene Berufe beim Film kennenlernen konnte. An einem Tag wurde der Autor des Gedichts per Skype zu einer Fragestunde dazu geschaltet.
Am Freitag war der Film im Kasten. Das Ergebnis der einwöchigen Dreharbeiten können sich die Kinder wieder mit Schulkameraden ansehen. Der Angermünder Film hat schon am 20. September Premiere.