Die Jugendfeuerwehr Berkholz-Meyenburg braucht dringend ein Fahrzeug. In der jüngsten Gemeindevertretersitzung fragte Robert Bunn vom Feuerwehrverein an, wie es darum bestellt ist, schließlich werde seit Monaten darüber geredet. Vom Bürgermeister Gerd Regler erfuhr er: „Es gibt noch keine Entscheidung. Wir werden uns damit beschäftigen.“
Seit zwei Jahren bezahlen die Feuerwehrleute ihre Aufwendungen aus eigener Tasche, berichteten einige Vertreter. Dabei sei das derzeit die einzige Form der Jugendarbeit im Ort. 20 Mädchen und Jungen werden hier betreut. Die Jugendfeuerwehr freut sich über Zulauf. Doch man muss den Nachwuchs auch halten. Die Feuerwehrleute fahren die Kinder teilweise mit ihren Privatautos zu den Treffen. „Wir fühlen uns im Stich gelassen“, erklärten die Feuerwehrleute der Gemeindevertretung.

Finanzielle Talfahrt

Berkholz-Meyenburg hat keinen beschlossenen Haushalt und kein genehmigtes Haushaltssicherungskonzept. In einer vorläufigen Haushaltsführung dürfen solche freiwilligen Aufgaben nicht erbracht werden, sagte Hans-Otto Gerlach. Die Finanzierung ginge nur über Zuwendungen vom Kreis oder private Spenden. „Es hat sicherlich niemand etwas dagegen, ein Fahrzeug zu finanzieren, aber dann kommt die Kommunalaufsicht. Vielleicht finden sich andere Wege“, meinte er.
Allerdings sei eine gelegentliche Sonderzuwendung des Landes auch keine Lösung. Kürzlich habe er in seinen Akten der Gemeindevertretung aus dem Jahr 2004 geblättert. Ein Schreiben der Kommunalaufsicht zum Haushalt der Gemeinde hätte verblüffend den heutigen geähnelt. Damals sei die Gemeinde bereits im Minus gewesen, die Talfahrt für die Zukunft zeichnete sich ab. „Ein gesetzlicher Haushaltsausgleich ist heute wie damals nicht zu erreichen“, sagt er. „Zu wenig Einnahmen und Finanzierungsgesetze, die der Gemeinde damals wie heute viel zu wenig für einen ausgeglichenen Haushalt übrig lassen. Eigentlich war klar: Diese Gemeinde braucht einen starken Partner.“

Einzige Jugendarbeit im Ort

Die gerade diskutierte „Wunschliste“ für die Eingemeindungsgespräche mit Schwedt enthalte vieles, was normaler Bestandteil der Gemeinde sein sollte und werde immer länger. Das Fahrzeug für die Jugendfeuerwehr steht mit auf der Liste. Bürgermeister Gerd Regler verwies zudem auf den Amtsausschuss am 17. September. „Wir werden sehen, ob sich Möglichkeiten ergeben“, sagte er. Da es die einzige Jugendarbeit in der Gemeinde ist, müsse man mit der Verwaltung reden, ob Mittel frei werden.