Der milde Spätsommer erlaubte in diesem Jahr lange gemeinsames Malen im Freien. Das kosteten Karin Herms, Doris Elmer und Lorelies Ostermann auch vor einigen Tagen noch aus. Wie so oft unterstützt von ihrem Berater Hans-Henning Eisermann aus dem Barnim, vollendeten sie ihre aktuellen Bilder auf dem Schattenplatz unter dem Nussbaum. Die Hobbymalerinnen aus Herzsprung, Angermünde und Schöneberg treffen sich seit 2016 etwa alle vier Wochen auf dem Grundstück der Familie Herms in Herzsprung. Eine gut erhaltene Scheune bietet hier Unterschlupf bei schlechtem Wetter. Hier fand vor Jahren auch ein Hoffest mit Künstlern und Kunsthandwerkern statt. Zu den Tagen der offenen Ateliers öffnet sich die Tür zum herausgeputzten „Scheunenatelier“, wo die Hobbymalerinnen ihre Werke zeigen und zum Teil auch verkaufen. In diesem Jahr sollten sie im Mai stattfinden, fielen aber Corona zum Opfer. Beim nächsten Termin Ende Oktober will Gruppe dabei sein und bei Kaffee und Kuchen mit den Besuchern ins Gespräch kommen.

Liebe zur Heimat

Die Frauen der Gruppe suchen sich jeweils ihre Themen selbst aus und malen auch zu Hause. Ihre Motive sind vor allem Landschaften aus der Umgebung wie blühender Mohn im Frühjahr, schöne Blumen im eigenen Garten, der Kahn im See oder weite Felder. „Wir lieben unsere Heimat und die schöne Landschaft der Uckermark“, sagt Karin Herms. Jede von ihnen hatte bereits eigene Ausstellungen. Derzeit sind Bilder von Doris Elmer in der Angermünder Kunstgalerie zu sehen.
Sie schätzen den Austausch mit den Hobbykolleginnen, denn jede hat ihre besonderen Stärken. Man sei auch nicht immer einer Meinung, ist zu erfahren. „Die eine zeichnet besser, die andere hat tolle Ideen oder kennt sich besser mit Farben aus“, sagt Doris Elmer. Sie wird von den Hobbykolleginnen als Spezialistin im Farbenmischen geschätzt. „Ich kriege manchmal das Grün nicht so richtig hin“, gesteht Karin Herms. Entwürfe und die Ausführungen für neue Bilder werden oft in der Runde diskutiert. Eine Zeichnung im Vorfeld zu machen, sei eine tolle Übung für den Bildaufbau, erklärt der Mentor Hans-Henning Eisermann. „Zeitverschwendung“, meint Doris Elmer. „Ich lege immer gleich los. Ich bin ungeduldig und will schnell ein Ergebnis sehen.“ In der zweiten Sitzung sind die Bilder trotzdem meist fertig, erzählen die Frauen.
„Es ist schon schön in der Gruppe“, sagt Lorelies Ostermann. „Wir freuen uns schon immer auf die Treffen.“ Und auf das gemeinsame Mittagessen, ergänzt Hans-Henning Eisermann. Jeder bringt dafür etwas mit.

Tipps und konstruktive Kritik

Die Frauen halten auch privat den Kontakt. Sie besuchen zusammen Ausstellungen und Malkurse, Karin Herms und Doris Elmer waren auch schon gemeinsam im Urlaub. Drei sei eine gute Zahl, finden sie. Man gebe sich Tipps und dürfe sich auch mal etwas sagen. „Konstruktive Kritik steht im Vordergrund. Wir loben uns selbst schon genug“, erklärt Doris Elmer.
Umso schwerer fiel es dem Trio, in der Corona-Zeit Abstand zu halten. Da wurde zu Hause gemalt und viel telefoniert.
Kennengelernt haben sich die Frauen bei einem Malkurs, den Karin Herms mit einem Ölmaler aus Berlin in Herzsprung organisierte. Seitdem findet der Kurs, in dem auch Aquarellmalerei angeboten wird, zweimal jährlich statt. „In diesem Jahr war es bereits der zwanzigste“, erzählt die Herzprungerin.
Nach dem Tag der offenen Ateliers, wenn es für die Freiluftmalerei zu kalt wird, werden sie sich in das Stützkower Vereinsheim zurückziehen und gemeinsam weiter malen. Mindestens einmal monatlich, haben sie sich vorgenommen.