Die „Recken der Landstraße“ haben es auch nicht leicht. Tagtäglich tonnenschwere Ladungen quer durchs Land zu fahren, und dabei auch noch Lenkzeiten, Pausen und Termine in Übereinstimmung zu bringen. Und wenn sie die Landstraße mit ihren „Brummis“ nahezu dicht machen, müssen sie auch noch die „freundlichen“ Gesten anderer Verkehrsteilnehmer hinnehmen. Das nervt die Männer, aber nicht nur die. So veranstaltete eine Lkw-Fahrerin auf der B2 eine regelrechte Zirkusnummer. Sie bremste zwei Lastzüge aus, zeigte den berühmten Vogel und benahm sich auch so nicht ehrenhaft. Damit war das Maß voll, eine Anzeige folgte.
Die Staatsanwaltschaft erhob letztlich Anklage wegen Nötigung gegen die 50-jährige Lkw-Fahrerin, da sie den Betroffenen nicht nur mit dem Stinkefinger deutlich gemacht hat, was sie von ihren zwei Berufskollegen hielt, sondern auch die Regeln des Straßenverkehrs sträflich missachtete.

Fahrerin überholte zwei andere Lkw

In voller Fahrt überholte sie dabei mit ihren Lkw die zwei Lastzüge und scherte nach dem Überholvorgang unmittelbar vor diesen ein. Um einen Zusammenstoß zu verhindern, mussten die Tanklastzüge stark bremsen. Inwieweit noch andere Verkehrsteilnehmer bei dem gewagten Manöver betroffen waren, ließ sich nicht ermitteln. Als die rasante Fahrerin sich dann aber noch mit Tempo 30 und Schlangenlinien fahrend vor ihnen setzte, um ein Überholen zu verhindern, war Schluss mit lustig.
Vor dem Strafrichter des Schwedter Amtsgerichtes glänzte die Angeklagte zum Verhandlungstermin mit Abwesenheit. Nur die zwei Männer, die die Anzeige erstattet hatten, betraten den Gerichtssaal. Auch nach der obligatorischen Wartezeit von 15 Minuten war von der Sünderin nichts zu sehen. „Eine Entschuldigung liegt nicht vor“, stellte die Richterin fest. Von einer erneuten Vorladung, auch ein Haftbefehl kann zur Sicherung der Hauptverhandlung ergehen, nahm die Staatsanwältin Abstand.

Geldstrafe und Fahrverbot für Berufskraftfahrerin

Sie beantragte stattdessen einen Strafbefehl in Höhe von 2250 Euro (90 Tagessätze zu je 25 Euro) und ein zweimonatiges Fahrverbot. Auch das Gericht folgte diesem Antrag, denn ein Strafbefehl kommt einem Urteil gleich, sofern kein Einspruch dagegen eingelegt wird. In diesem Fall blieb er aus, die Sünderin akzeptierte die Entscheidung. Neben den Verfahrenskosten muss die Verurteilte natürlich auch noch die Auslagen der Zeugen tragen.
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