Die glanzvollen Tage des Hauses sind lange vorbei. Vom quirligen Leben der Gaststätte im Vorderhaus, beliebt als schnelle, preiswerte Mittagsversorgung, und vom plüschigen Charme des Kinos auf dem Hof, sind nicht mehr als der verwitterte Schriftzug "Haus Uckermark" und ein paar vergessene Überreste des Inventars erhalten. Sich vorzustellen, dass hier zwischen blätternden Tapetenfetzen, Unrat und morschen Balken wieder Leben einziehen und ein moderner Kommunikationspunkt und Touristenmagnet entstehen sollen, erfordert gehörige Fantasie. Aber das ist in Angermünde nichts Neues und hat sich schon bei anderen Gebäuden, wie beim "Goldenen Lamm" oder Scharfrichterhaus bestätigt.
Neben Fantasie sind vor allem ein klares Konzept, ein langer Atem und viel Geld erforderlich. Und das wollen die Abgeordneten nun zügig angehen. Die Fachausschüsse haben bereits grünes Licht gegeben. Nun muss die Stadtverordnetenversammlung den Grundsatzbeschluss fassen, das Grundstück Hoher Steinweg 17/18 zum "Museum mit multikulturellem Veranstaltungsraum" zu entwickeln, und es kann losgehen.
Zunächst soll der Bürgermeister beauftragt werden, die Finanzen, sprich Fördermittel, zu akquirieren. Die Aufnahme dieses Projektes in den Umsetzungsplan 2012-2014, eine Art Prioritätenliste der Stadtsanierung, wurde vom Landesamt für Bauen und Versorgung bereits bestätigt, sodass Städtebaufördermittel aus dem Sanierungsprogramm verwendet werden können. Eine Bewerbung der Stadt um zusätzliche Fördermittel im Rahmen eines Modellvorhabens zur energetischen Sanierung denkmalgeschützter Gebäude fiel allerdings durch.
Die Fördermittel für Planungsleistungen und vorab erforderliche Entrümpelung und Entkernung stehen bereits aus Sanierungsmitteln für 2013 zur Verfügung. Mit der Planung wurde das Prenzlauer Architekturbüro Beckert und Stoffregen beauftragt, das Erfahrungen in der denkmalgerechten Sanierung und im Umbau von Denkmalen hat. Es gibt auch bereits Vorentwürfe für die künftige Gestaltung. Die wollen die Abgeordneten jedoch erst einmal zurückstellen und für die Detailplanung im Zusammenhang mit der inhaltlichen Museumskonzeption nach der Sommerpause in eine intensivere Beratung in den Fraktionen und Fachausschüssen gehen. So gibt es Überlegungen, auch den Museumsfundus am Standort zu integrieren oder sogar das Stadtarchiv mit unterzubringen.
Erst mit dem Grundsatzbeschluss, den die Stadtverordnetenversammlung am 5. Juni fällen wird, können Förderanträge gestellt werden. Bis die benötigten Mittel bewilligt werden, können ein, zwei Jahre vergehen.