Keiner deckt den Tisch so reichlich wie Mutter Natur. Fast das ganze Jahr über wachsen Kräuter und Pflanzen, die den Menschen als Nahrung, Würze oder für die Gesundheit dienen. Doch viele Leute wissen gar nicht, wie wertvoll all das ist, was man im Wald, an Straßenrändern oder auf Wiesen findet.
Zu den vielleicht eher unbekannteren Kräutern gehört Portulak. Die beiden an Naturheilkunde interessierten Physiotherapeutinnen Dorthe und Pia Maleck sowie der Küchenchef des Angermünder Hotels 1912, Pascal Verrooten, wollen diese Gemüse- und Gewürzpflanze in dieser Folge näher vorstellen. Sie wächst in gemäßigten Klimazonen und ist auch in der Uckermark heimisch. Im Frühjahr findet man sie zum Beispiel in der Blumberger Mühle. „Da erscheint er silbrig und sehr blättrig“, erklärt Dorthe Maleck. Hier und dort wächst das Kraut sogar auf dem Gehweg und manch einer ahnt überhaupt nichts von den Vorzügen der Pflanze.
Als Portulak bezeichnet man meistens die aufrechte Kulturform des Sommerportulak, Portulaca oleracea. Der wilde Portulak hat eine kriechende Wuchsform. Etwas ähnelt das Kraut dem Klee, aber Portulak ist dickfleischiger und kann bis zu 30 Zentimeter hoch werden. Die Blätter sind einen bis drei Zentimeter lang und grün, die Stängel sind rötlich gefärbt.

Portulak enthält Vitamin C

Portulak wächst von Mai bis September und stammt aus dem Mittelmeerraum. „Schon die alten Babylonier verwendeten ihn als Heilpflanze“, sagt Pia Maleck. Man kann ihn auch selbst anbauen. Der Samen ist jedoch schwer zu bekommen.
Die Heilwirkung des Portulaks ist entzündungshemmend, blutreinigend und enthält viele Omega-3-Fettsäuren. Empfohlen wird er bei Vitamin-C-Mangel. Anregend wirkt er auf das Verdauungssystem und den Kreislauf. „Vorsicht sollte man allerdings bei Rheuma, Gicht, Arthritis und Nierenleiden walten lassen“, warnt Dorthe Maleck und empfiehlt im Zweifelsfall, den Arzt zu konsultieren.
Man kann das Kraut, das einen leicht salzigen Geschmack hat, roh als Sommersalat verzehren, aber auch wie Spinat kurz andünsten oder ihn zum Garnieren in der Küche verwenden. Essbar sind alle Pflanzenteile. Die kleinen Knospen kann man auch einlegen wie Kapern.

Rezeptvorschlag


Semmelknödelterrine:

Vor allem im Belgien und Holland war die Semmelknödelterrine weit verbreitet, denn man braucht dafür einfache Zutaten und kann einige Tage altes Brot verwerten.

Altes Brot, Zwiebeln, Senf, Eigelb und Maisstärke mischen und in einem Dämpfer geben oder in Folie einrollen und im Topf pochieren. Dazu Wasser zum Kochen bringen, die Rolle hineinlegen und 45 Minuten ziehen lassen. Danach abkühlen lassen und in Scheiben schneiden. Die Scheiben werden in einer Pfanne angebraten, mit etwas Salz und Pfeffer gewürzt. Darauf kommt der etwas Salat und der mit etwas Essig, Meersalzflocken und Pfeffer gewürzte Portulak.

Portulak schmeckt auch ganz einfach mit Kartoffeln, die mit Räuchersalz gekocht werden, und pochiertem Ei, gewürzt mit Salz, Pfeffer und Öl sowie bei Bedarf etwas Essig. Die Kräuter kommen oben drauf.