Ende des 18. Jahrhunderts bestimmte das märkische Adelsgeschlecht deren von Rohr die Geschicke vom Gut und Dorf Wolletz. Im neuen Preußen im 19. Jahrhundert erlebte auch das ländliche Wolletz einen Aufschwung. Unter General Ludwig von Rohr erweiterte man den Gutsbetrieb und errichtete 1826 als Repräsentationsgebäude ein Jagdschloss im Fachwerkstil. Über 100 Jahre führte die Dynastie die Geschäfte in Wolletz. Doch Weltwirtschaftskrise und Inflation nach dem ersten Weltkrieg führten zum Ruin der alten Adelsfamilie. Hans Karl von Rohr musste 1934 das Gut und Jagdschloss verkaufen. Neuer Besitzer wurde der Hauptmann a. D. Richard Martinek, der nur Treuhänder für seinen jüngeren Bruder Anton Martinek war. Dieser war durch Heirat mit der Amerikanerin Laura Ward vermögend geworden und suchte nach einer Investitionsmöglichkeit. Jedoch erst 1936 wurde er als rechtmäßiger Eigentümer in das Grundbuch eingetragen.
Wegen seines energischen und tatkräftigen Auftretens wurde Richard Martinek von den Dorfbewohnern "der Hauptmann" genannt. Auf Initiative von Anton Martinek wurde das alte Gutsschloss abgerissen und ein neues Haus projektiert. 1935 entwarf der Architekt Professor Kaiser das Modell eines drehbaren Schlosses. Aus Kostengründen wird diese Idee verworfen und ein anderes Schloss im modernen Stil der dreißiger Jahre verwirklicht. 1936 begann der Bau. Auch der Schlosspark wurde neu gestaltet und erweitert.
Im Juni 1938 kehrte Anton Martinek nach einer Reise in die USA wegen des drohenden Kriegsausbruches nicht mehr nach Wolletz zurück. Er setzte den Rechtsanwalt Dr. Joseph Kübel, den Bruder seines Verwalters Franz Kübel, als Bevollmächtigten ein. Die finanziellen Zuwendungen für den Weiterbau des Schlosses blieben aus, sodass Kübel in Eigenregie wirtschaften musste. Erfolglos versuchte er das halbfertige Jagdschloss der NSDAP anzubieten. Schließlich konnte er es 1939 als kostenlose Unterkunft für verwundete Wehrmachtsangehörige einsetzen. Der Bau wurde aber nur behelfsmäßig fertiggestellt.