Fanfaren und Trompeten, Trommelwirbel, Gänsehaut und viel Beifall, das macht das Angermünder Blasmusikfest aus, das seit vielen Jahren Höhepunkt und Leistungsvergleich für junge Blasorchester, Fanfaren- und Spielmannzüge im Land ist. In diesem Jahr fiel der Landeswettbewerb wegen Corona aus. Doch eine kleine Entschädigung für das entgangene Großspektakel konnten Musiker und Fans am Wochenende in einer XXS-Version in der Angermünder Klosterkirche erleben.

Konzert in Angermünde im XXS-Format

Der Verein Uckermärkische Blasmusiktage als Organisator und Gastgeber des Landesblasmusikwettbewerbes lud Teilnehmer zu einem Konzert nach Angermünde ein, ohne Wertung, dafür mit viel Show und Spaß. „Wir hätten den Wettbewerb nicht durchführen können, weil durch die Coronapandemie viele Formationen wochenlang gar keine Möglichkeiten zum Proben hatten und es somit keine Chancengleichheit gäbe“, räumt Organisator Rainer Hellwig ein. Doch als kleines Trostpflaster für Musiker und Publikum wurde nun mit Verspätung ein Konzertnachmittag in der mittelalterlichen Franziskanerklosterkirche veranstaltet.

Erster Auftritt nach Monaten

Drei Formationen, die sich für den diesjährigen Wettbewerb angemeldet hatten, nutzten diese Gelegenheit, um teilweise das erste Mal seit Monaten wieder gemeinsam zu musizieren und öffentlich aufzutreten.
Für das Jugendblasorchester Eichwalde war es eine besondere Premiere. „Wir sind zum ersten Mal in Angermünde und freuen uns, endlich wieder auf der Bühne zu stehen“, strahlt Orchesterleiter David Bergermann. Auch wenn sie sich nun nicht im Leistungsvergleich mit anderen messen konnten, gaben sie einen stimmungsvollen Eindruck von ihrem Können und vor allem ihrer Musizierlaune, die den Funken schnell überspringen ließ.

Von Klassik bis Rockmusik

Dabei ist das Ensemble, das erst seit fünf Jahren besteht, seit zwei Jahren als Verein, kein klassisches Blasorchester, sondern vereint auch Bassgitarre, Keybord und Gesang. Und so vielfältig die Orchesterzusammensetzung ist, so bunt war auch das musikalische Programm. Von Klassikern wie Beethovens „Ode an die Freude“, mitreißende Marschmusik mit „When the saints go marching in“ über Filmmusik aus „Fluch der Karibik bis Rock von den Beatles. Mit jedem Titel wuchs das junge Orchester mehr aus sich heraus und lässt ahnen, dass es riesige Säle in Stimmung versetzen könnte. Zum Blasmusikfest in der Angermünder Klosterkirche fanden jedoch leider nur wenige Zuschauerden Weg durch den strömenden Dauerregen. Doch die genossen nonstop stimmungsvolle und leidenschaftlich präsentierte junge Musik.

Showgarant aus Kleinmachnow

Für gute musikalische Show ist das Jugendblasorchester Kleinmachnow in Angermünde längst bekannt, konnten sie sich doch schon mehrmals beim Blasmusikfest beweisen. Für einen Pokal hatte es zwar bisher nicht gereicht, sie blieben immer Zweite, aber Gewinner der Herzen waren die jungen Musiker durchaus und bewiesen das auch dieses Mal wieder mit einem Gute-Laune-Mix quer durch alle Musikgenres. Orchesterleiter Martin Aust reißt seine Musiker zur Höchstform mit, bis alles schunkelt und klatscht. Von Corona-Pause ist wenig zu spüren. „Wir spielen das erste Mal wieder auf der Bühne, konnten aber schon seit Juli wieder gemeinsam proben, weil wir große Probenräume haben“, sagt Martin Aust.

Probenausfall beim Angermünder Fanfarenzug

Der Angermünder Fanfarenzug dagegen hatte erst drei Probennachmittage. „Wir können nur noch einmal statt zweimal in der Woche proben, weil wir die Puschkinturnhalle nutzen und die jetzt so oft ausgebucht ist“, bedauert Leiterin Sylvia Schmill.
Trotzdem sind alle froh, sich wieder regelmäßig treffen zu können und haben sich trotz des langen Probenausfall auf die öffentliche Bühne getraut. „Wir können doch hier in Angermünde nicht fehlen“, sagt Silvia Schmill. Für das Heimspiel war ihnen die Sympathie des Angermünder Publikums sicher und das Konzert weckt Vorfreude auf das nächste Jahr, wenn es hoffentlich wieder ein großes Blasmusikfest mit Wettbewerb geben wird, resümiert Rainer Hellwig. Die diesjährigen Konzertakteure kommen auf jeden Fall wieder, versprachen sie unter viel Beifall des Publikums.