Wenn die Fanfaren ertönten und sich in der Altstadt Trompetenklänge und Trommelwirbel vereinigen, dann erlebt man das größte Angermünder Fest des Jahres. Das Uckermärkische Blasmusikfest des Landes Blasmusikverbandes begleitete mehr als ein Vierteljahrhundert die Uckermärkischen Blasmusiktage und zuletzt das Stadtfest. In diesem Juni sollte es zum 28. Mal stattfinden. Doch Corona bremste es ebenso aus wie das Angermünder Stadtfest. Ein Ausweichtermin wurde für den 26. September gefunden.
In den Schulferien, konnten viele Orchester nicht proben, weil in vielen auch Schüler mitspielen, die nicht da waren. Zudem musste man abwarten, wie sich die Lage nach dem Schulstart entwickelt. „Mittlerweile sind solche Veranstaltungen wieder erlaubt, aber ein Teil der Orchester ist wegen der Rahmenbedingungen noch nicht im regulären Probenmodus“, sagt Reiner Hellwig, der von Beginn an das Blasmusikfest in Angermünde als Veranstaltung des Landesblasmusikverbandes Brandenburg organisierte. „Auch der Angermünder Fanfarenzug kann noch keine Gesamtprobe in der Halle machen.“

Kein Wertungsspiel in diesem Jahr

Wie Reiner Hellwig berichtet, hat sich der Landesverband Ende August zur aktuellen Situation verständigt und festgelegt, in diesem Jahr kein Wertungsspiel in Brandenburg durchzuführen. Es gäbe keine so großen Säle, in dem ein 60-Mann-Orchester spielen könnte oder es kann nicht mit voller Besetzung antreten. Minimalveranstaltungen will der Landesblasmusikverband jedoch nicht durchführen. Deshalb stimmte man für die Absage.
Der Förderverein Uckermärkische Blasmusiktage hat die Entscheidung zur Kenntnis genommen, sagt dessen Mitglied Reiner Hellwig. „Wir wissen von vielen Leuten, dass sie es schade finden, dieses Jahr keine Blasmusik zu erleben. Deshalb haben wir uns entschlossen, am 26. September doch eine Veranstaltung zu machen, natürlich nicht als Wettbewerbsveranstaltung. Aber wir wollen die Tradition nicht abreißen lassen und damit auch unserem treuen Publikum Dank sagen.“

Zwei Orchester und ein Chor

Zwei Orchester werden am Samstagnachmittag im Kloster auftreten. Um 13.30 Uhr spielt das Blasorchester aus Eichwalde, das sich im Juni schon sehr auf seinen ersten Auftritt in Angermünde gefreut hatte. Es wird um 15 Uhr von den Musikern des Jugendblasorchesters Kleinmachnow abgelöst, die schon gute Bekannte für die Angermünder Musikfreunde sind. Danach gibt es mit einem Konzert der Angermünder Stadtsänger einen weiteren musikalischen Höhepunkt.
Das Franziskanerkloster fasst mit den gebotenen Abständen 60 Plätze. Man kann sich auch für einen der drei Teile entscheiden oder von draußen zuhören und dabei Bildhauern der Glaziale auf dem Klosterplatz bei der Arbeit über die Schulter schauen. Bäcker Schreiber bietet draußen Kaffee und Kuchen sowie andere Getränke an. Außerdem ist im Kloster die Kunstausstellung „Frieden & Krieg“ der Künstlergruppe umKunst sehen.
„Wenn das Wetter optimal mitspielt, könnten die Musiker auch unter freiem Himmel spielen“, sagt Reiner Hellwig.