Musikschulen stehen in Konkurrenz zu staatlichen Schulen. Ein guter Lehrer, der hier mit teils geringen Honoraren leben muss, könnte andernfalls ein deutlich höheres Festangestelltengehalt bekommen. Der Lehrermangel macht es möglich. Doch die drei anerkannten Musikschulen im Landkreis wollen unbedingt ihre Lehrkräfte halten, wenn das Angebot und das Bildungsniveau bestehen bleiben soll. Allerdings sind Mehreinnahmen kaum möglich, ohne die Eltern über Gebühr zu belasten.
Der Landkreis hat nun einen Vorschlag vorgelegt, um generell mehr Gerechtigkeit umzusetzen und den Einrichtungen mehr Spielraum zu lassen. Ab 2020 gibt es zusätzlich Geld. Bei der Musik- und Kunstschule Schwedt wird der Zuschuss von derzeit 60 000 auf 110 500 Euro fast verdoppelt. Hintergrund sind die Schüler aus dem Umland, die hier eine Ausbildung genießen. Ihr Anteil macht etwa 15 Prozent aus. Die Schwedter Musikschule hat sich im Gegenzug nach Angaben der Kreisverwaltung verpflichtet, in den Grundschulen Gartz, Casekow und Tantow unentgeltlich einmal wöchentlich eine Musik-Arbeitsgemeinschaft anzubieten. Ohnehin ist man im Gartzer Raum bereits unterwegs.
Musikalische Früherziehung
In allen anderen Bereichen der Uckermark soll nun die musikalische Früherziehung in Form von Arbeitsgemeinschaften an Grundschulen durch die Kreismusikschule erfolgen. Zwei Stunden pro Woche, so der Plan. Und auch hier unentgeltlich. Der Kreis hat schon im Vorfeld die Wiedereinführung von Vollzeitstellen beschlossen. Für die Erhöhung der Honorare freier Lehrer zahlt er künftig 40 000 Euro zusätzlich.
Dritte im Bunde ist die Uckermärkische Musik- und Kunstschule "Friedrich Wilhelm von Redern" in Vereinsträgerschaft. Auch sie bekommt bereits Gelder vom Landkreis. Dem ist die flächendeckende musikalische Früherziehung besonders wichtig. In Abstimmung mit dem Bürgermeister soll nun auch hier allen 15 Kitas ein solches Angebot unterbreitet werden, und zwar wie im übrigen Landkreis eine Stunde pro Woche. Die dafür notwendige Vollzeitstelle würde der Kreis zur Hälfte, also mit 21 000 Euro, unterstützen.
Außerdem werden auch hier die Honorarsätze für die Lehrkräfte angehoben, um die befürchtete Abwanderung zu verhindern. Sie lagen deutlich unter denen der umliegenden Musikschulen. Für die Angleichung der Sätze hat sich der Landkreis entschlossen, ebenfalls einen Zuschuss zu leisten. Damit erhöht sich der Gesamtbetrag von bisher 15 000 auf nun 46 000 Euro. Auch die Stadt Angermünde will den gleichen Erhöhungsbetrag von 31 000 Euro aufbringen.
Alle Beschlüsse dazu müssen noch von der Stadtverordnetenversammlung Angermünde sowie vom Kreistag Uckermark abgesegnet werden.

Angebote


Das Angebot an Musikunterricht ist in der Uckermark traditionell gewachsen und nicht einheitlich. Schwedt finanziert eine eigene städtische Musikschule mit Umlandfunktion. Der Landkreis betreibt eine Kreismusikschule mit Stellen in Templin, Prenzlau und Angermünde. Die Uckermärkische Musik- und Kunstschule von Redern ist in Vereinsträgerschaft und hat ebenfalls Umlandfunktion. os