Im nächsten Jahr finden in Angermünde gleich zwei große Feste statt. Zwei Wochen nach dem traditionellen Stadtfest, in das diesmal wieder das Uckermärkische Blasmusikfest eingebettet werden soll, feiert die Stadt ihre 600-jährige Zugehörigkeit zu Brandenburg. Im Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss am Mittwochabend wurde das Vorhaben von der Verwaltung vorgestellt.
Im März 1420 gab es eine mehrtägige Schlacht zwischen dem Markgrafen von Brandenburg und den Herzögen von Pommern um den Besitz der Stadt Angermünde und der südlichen Uckermark. Während vorher die Zugehörigkeit wechselte, gehörte Angermünde seitdem zu Brandenburg, erläuterte der stellvertretende Bürgermeister Christian Radloff. "Dieses Jubiläum wollten wir nicht verpassen."
Drei Tage wie im Spätmittelalter
Die Stadt hat sich mit dem Verein Leuchtfeuer in Verbindung gesetzt, der in Angermünde und der Region schon öfter mit Mittelaltermärkten und Vorführungen zu Gast war, sowie einem Fachmann aus Stettin, der derartige Veranstaltungen organisiert. "Wir wollen vom 18. bis 20. Juni ein Historienspektakel mit originalgetreuer Nachstellung der Schlacht um Angermünde veranstalten – mit historischem Markt, Schaukämpfen und vielleicht Katapultschießen", sagt Christian Radloff. Um die Veranstaltung zu finanzieren, will die Stadt mit Partnern aus Trzcinsko-Zdrój und Stettin Fördermittel aus dem Programm zur Stärkung der deutsch- polnischen Zusammenarbeit be-­antragen. Damit wären 85 Prozent der Kosten förderfähig und nur der Eigenanteil aufzubringen.
"Wir gehen von rund 12 000 Euro aus, die zu finanzieren sind." Die Mittel sollen aus der insti-­tutionellen Förderung des Landkreises für Kultur in der Landschaft genommen werden.
Zur Einordnung der Schlacht von Angermünde berichtete Museumsleiter Ralf Gebur, dass sie für die Zeitgenossen im Spätmittelalter von großer Bedeutung war. Sie habe unter anderem Rechtssicherheit und Wohlstand gebracht. Zudem berichtete er, dass das Angermünder Museum auch schon Fördermittel eingeworben habe, beispielsweise für ein literarisches Kinderprojekt zur Vertonung eines Gedichtes. Dabei werde Literatur und Geschichte verbunden.
50 Reiter erwartet
Ausschussmitglied Steffen George fragte an, ob man das Jubiläum nicht mit dem Stadtfest verbinden könnte. "Mit dieser Überlegung haben wir uns auseinandergesetzt", erklärt Christian Radloff. "Aber es passt nicht. Dazu fehlt der Platz in der Innenstadt." Für das Event brauche man den Marktplatz und den historischen Stadtkern. Unter anderem werde eine Gruppe von 50 Reitern zu Pferd erwartet. Drei Lager sollen in verschiedenen Stadtteilen Quartier nehmen. Die Schlacht wird auf dem Markt stattfinden, wo zum Stadtfest der Kinderbereich seinen Platz hat. Zudem sei ein Umzug in historischen Gewändern um das Rathaus geplant. Auch das Kloster stehe wegen des Blasmusikwettbewerbs nicht zur Verfügung.
Die Durchführung der Jubiläumsveranstaltung wurde mit einer Enthaltung vom Fachausschuss befürwortet. Nur Robert Dalchow enthielt sich der Stimme. Es stört sein persönliches Harmonieempfinden, wenn kriegerische Handlungen im Mittelpunkt eines Festes stehen. "Und das, wo viele Leute in der heutigen Zeit vertrieben werden", sagte er.