Ein dichtender Pfarrer aus Gramzow, ein göttlicher Poet aus Neureetz und ein kritisch schreibender Zeitgenosse aus Templin geben sich in der Angermünder Klosterkirche ein Stelldichein. Begegnet sind sie sich vorher nie, auch wenn sie quasi Nachbarn sind und sie eine große Leidenschaft eint: Die Liebe zur Lyrik, zur Literatur. Doch die drei Dichter stammen aus drei Jahrhunderten. Die Uckermärkische Literaturgesellschaft und das Museum Angermünde bringen nun drei Dichtergenerationen auf sehr poesievolle Weise wieder zusammen und in Erinnerung.

Neue Lesereihe „Ehm Welk lädt ein“

Mit der neuen Veranstaltungsreihe „“Ehm Welk lädt ein“ wollen sie Kostbarkeiten der regionalen Literatur vorstellen. Den Auftakt machen drei Dichter: Franz Ludwig Theremin aus Gramzow (1780 - 1846), ist ein dichtender Pfarrer, der sich der Romantik verschrieben und unzählige Lyrik verfasste. Auch Gustav Schüler (1871 – 1938) aus Neureetz bei Bad Freienwalde, einst Lehrer und später Zeitungsredakteur, hat ein umfangreiches Werk an Büchern und mehr als 1500 Gedichte hinterlassen, die teilweise für Kirchenmusik vertont wurden.

Angermünde

Und schließlich reiht sich Ralf-Günther Schein aus Templin ein, 1956 geborener Zeitgenosse und Ehm Welk-Literaturpreisträger, der das Erbe der Lyrik in die Gegenwart trägt. Die Lesung unter dem Titel „Friede, Friede sei auf Erden“ sollte schon im vergangenen Jahr anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung stattfinden und wurde wegen Corona nun in Erinnerung des Beginns des 2. Weltkrieges vor 82 Jahren nachgeholt. Mitglieder der Uckermärkischen Literaturgesellschaft lasen die Gedichte. Die Musikerinnen Ulrike Fritz (Querflöte) und Dagmar Budnick (Piano) umrahmten die Lesung musikalisch.