Seit fünf Jahren plant Geschäftsführer Joep Derks, die Erweiterung seiner Schweinezuchtanlage am Ortsrand von Blumberg. Er will auf dem Betriebsgelände außerhalb des Dorfes den Bestand seiner Sauen um 1200 auf 3000 erweitern. Es ist ein Anbau geplant, um der neuen Tierhalterverordnung und dem Tierwohl Rechnung zu tragen, sagt er.

Alle Mängel wurden beseitigt

Im April 2015 wurde der Aufstellungsbeschluss für die Erarbeitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes gefasst. Dreimal fand die Auslegung der Unterlagen im Rahmen einer frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit statt, zuletzt im Herbst vor einem Jahr. Nachdem nun alle Mängel beseitigt und keine Planänderungen mehr erforderlich waren, stand der Abwägungs- und Satzungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Erweiterung und Betrieb der Schweinezuchtanlage Blumberg“ auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Casekow. Ebenso wurde über den Abwägungsbeschluss und die 1. Änderung des Flächennutzungsplanes Blumberg abgestimmt.

Keine Einwendungen vom Ortsbeirat

Die Ortsbeiratsmitglieder hatten in beiden Fällen keine Einwendungen zum Beschluss, bestätigte der Thomas Preuß. Alle Kritikpunkte seien geklärt. Eine in der Sitzung erwähnte Unterschriftenaktion bezog sich hauptsächlich auf die Schweinemast im Ortskern. Doch in der Gemeindevertretung gab es auch andere Stimmen. „Wenn ich sehe, wie viele Schweine gehalten werden und Gülle auf den Äckern landet, dann wird mir schlecht“, meinte Angela Schmidt aus Wartin. Doch wo soll man die Tiere halten, fragte der Casekower Friedrich-Wilhelm Kausch und verweis auf die strengen Vorschriften in Deutschland zur Tierhaltung im Allgemeinen und zur Großtierhaltung im Speziellen. Charles Elworthy, ebenfalls aus Wartin, vermisste in den Planungen die naturschutzrechtlichen Aspekte, die bei Windkraftanlagen eine umfassende Rolle spielen, speziell zur Emission. Deshalb könne er nicht zustimmen, erklärte er.
In der Einwohnerfragestunde hatten sich zu dieser Problematik mehrere Gegner der Anlagenerweiterung zu Wort gemeldet. Dorothee Elm von der Osten fragte, ob man sich gefragt habe, welche Auswirkungen dies auf die Attraktivität der Gemeinde hätte. Vor allem junge Familien könnten abgeschreckt werden. Der Tourismus schaffe Arbeitsplätze. Ihre Tochter Vera von Osten beklagte die Beeinflussung des Immobilienwertes durch Massentierhaltung. Zudem betreffe die Entscheidung zur Erweiterung der Anlage auch langfristig ihre Generation.

Landwirtschaft gehört zum Dorf

Bürgermeister Hans-Georg Goetzke verweis auf die Stellungsnahmen der Ministerien und Fachbereiche, die keine Beeinträchtigungen sehen. „Es gibt keine Gründe zur Versagung der Erweiterung“, erklärte er. „Wir sind ein landwirtschaftlich geprägter Teil der Uckermark, in dem auch Viehzucht betrieben wird. Der Landwirt betreibt seit Jahren die Anlage und will wirtschaftlich arbeiten. Wir unterstützen als Gemeinde das Anliegen. Idylle kann man sich wünschen, aber man muss damit leben, dass hier Landwirtschaft betrieben wird“, stellte er fest. Die gesetzlichen Regelungen würden alle eingehalten. Wie Joep Derks berichtet, wird die komplette Anlage mit Luftfiltern gebaut.
Am Ende gaben acht Gemeindevertreter den beiden Beschlussanträgen ihre Stimme. Vier lehnten sie ab.