Die mühsame Suche nach Ansprechpartnern und Adressen, weite Wege und verwirrende Zuständigkeiten soll für Eltern in Angermünde künftig einfacher werden.
Hier wurden verschiedene Therapie- und Beratungsangebote unter einem Dach vereint, haben sich Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten der Spektrum-Praxen, das Büro des Deutschen Kinderschutzbundes Uckermark, die Gesellschaft für Gesundheit und Pflege mit Kinderpflegedienst und Wohngruppen für beeinträchtigte junge Menschen zusammengetan und den Therapie- und Beratungsstützpunkt Uckermark gegründet. Die Adresse Ring 30, auf dem Hof der ehemaligen Bau- und Wohnungsgesellschaft, ist eine Anlaufstelle für Eltern und Kinder mit besonderem Bedarf an Unterstützung, Förderung und therapeutischer Betreuung. Profis aus den Bereichen Beratung, Therapie und Pflege arbeiten hier Hand in Hand.
Hintergrund dieser Initiative des Kinderschutzbundes, der sich als Ortsverband Uckermark erst 2012 gegründet hat, ist die Erfahrung, dass es immer mehr Kinder mit immer vielfältigeren und komplexeren Problemen gibt und sowohl sie als auch Eltern frühzeitig kompetente Beratung und Unterstützung benötigen.
Es gehört zum Leitbild des Kinderschutzbundes, sich für die Förderung der geistigen, psychischen, körperlichen und sozialen Entwicklung von Kindern einzusetzen, Kinder, die in ihrer Entwicklung auf unterschiedliche Weise gefährdet sind, besonders zu unterstützen und ihnen gleichberechtigte Teilhabe an Bildung, gesundheitlicher Betreuung, Freizeit und Kultur zu ermöglichen. Die Mitglieder im Ortsverband sind Lehrer, Ärzte, Sozialpädagogen, Personen des öffentlichen Lebens und Menschen unterschiedlichster Berufsgruppen, denen es nicht egal ist, wie es den Jüngsten in der Gesellschaft, in ihrer Nachbarschaft geht. Alles läuft ehrenamtlich.
Der noch junge Ortsverband Uckermark hat dafür schon eine Menge getan, auch wenn vieles im Hintergrund abläuft. So unterstützt der Kinderschutzbund den Schul- und Kitabesuch von Kindern mit Beeinträchtigungen, zum Beispiel, indem betroffene Eltern darüber aufgeklärt und beraten werden, welche Möglichkeiten es gibt und welche Unterstützung ihnen zusteht. Der Kinderschutzbund stellt Kita- und Schulbegleiter, vermittelt zu verschiedenen Beratungsstellen und Ämtern und zeigt, wo welche Hilfen zu finden sind. Der Kinderschutzbund will Wegweiser sein und Lücken schließen, wo andere Träger noch nicht greifen. Niedrigschwellig, lautet der Anspruch. Das bedeutet, dass betroffene Eltern und Kinder ohne Umwege und ohne Hemmungen direkt Beratung beim Kinderschutzbund in Anspruch nehmen können, ganz egal welche Sorgen sie drücken.
Auch Weiterbildungen für Jugendhilfeträger, Lehrer und Erzieher zu verschiedenen Themen wurden und werden angeboten.
Geplant ist in diesem Jahr ein großes Projekt für Angermünder Grundschulen zum Thema Kinderschutz und Cybermobbing. Auch ein Training für Jugendliche zur Gewalt-Deeskalation und zum richtigen Verhalten in Gefahrensituationen könnten in diesem Zusammenhang angeboten werden. Dafür hat der Kinderschutzbund einen erfahrenen Polizeitrainer und Sicherheitsexperten aus Potsdam gewinnen können. Dieses ehrgeizige Projekt soll mit einer öffentlichen Informationsveranstaltung für Eltern und Lehrer zu aktuellen Themen wie Kinderschutz und Gefahren im Netz abgeschlossen werden. Qualität statt Beliebigkeit ist dabei der Anspruch der Initiatoren, die sich auf wenige, dafür anspruchsvolle öffentliche Projekte konzentrieren wollen.
Zudem initiiert und fördert der Kinderschutzbund Kultur- und Freizeitangebote sowie Ferienspiele für Kinder. Neuestes Projekt ist eine Theaterwerkstatt in Kooperation mit dem Jugendkulturzentrum Alte Brauerei, den Uckermärkischen Bühnen und der Caritas Jugendhilfe.
Am 4. Juni feiert der Kinderschutzbund Uckermark ein großes Sommerfest mit allen Partnern des Kinderkompetenzzentrums und stellt dabei auch die verschiedenen Angebote und Projekte vor.