Schon im vergangenen Jahr hatte des Kulturverein die Idee, eine Silvesterparty auf dem Marktplatz in Angermünde zu organisieren. "Wir wollten eine Plattform bieten, wo sich die Leute abends beim Spaziergang treffen, mit anderen reden und miteinander anstoßen können", sagt der Vereinsvorsitzende Steffen George. "Die Möglichkeiten zu Silvester sind in der Stadt ja doch etwas eingeschränkt. Doch unser Antrag wurde von der Stadtverwaltung abgelehnt. In diesem Jahr ist der Vorstand durch die Mitgliederversammlung beauftragt worden, den Antrag auf die Silvesterparty 2013 schon im Januar zu stellen. Sie hatte zurecht befürchtet, dass die Verwaltung den Antrag wieder mit abenteuerlichen Begründungen ablehnen würde", so Steffen George. "Eine dieser Begründungen gipfelte darin, dass durch die Silvesterparty die Nachtruhe und die Silvesterfeiern der Anwohner gestört würden."
Der Kulturverein wandte sich deshalb an das Verwaltungsgericht und bekam Recht. Die 5. Kammer des Verwaltungsgerichts Potsdam hat am 20. Dezember per einstweiliger Verfügung beschlossen, dass die Stadt eine Ausnahme zulassen und dem Kulturverein per Sondernutzungserlaubnis die Durchführung einer Silvesterparty geben muss. Das Verwaltungsgericht stellte in der Begründung unter anderem fest: "Die in den angegriffenen Bescheiden zum Ausdruck gebrachten Ablehnungsgründe erscheinen willkürlich und vermögen die ablehnende Entscheidung nicht zu tragen". Das Gericht nimmt in seiner Entscheidung auch Stellung zur Frage, ob ein öffentliches Interesse an der Silvesterfeier bestehe: "Das öffentliche Interesse ist hier auch deshalb anzunehmen, weil Silvesterfeiern der hier in Rede stehenden Art seit Jahrhunderten eine alte Tradition darstellen."
Der Vorsitzende des Kulturvereins und Stadtverordnete Steffen George sagt, der Kulturverein sehe sich in der Verpflichtung, Angebote im Kulturbereich sozial verträglich durchzuführen. "Wir haben nicht die Absicht, Bürger unserer Stadt über Gebühr zu belasten. Wir wollen mit den Bürgern, Vereinen und der Wirtschaft eng zusammen arbeiten, um das Motto - Wir sind Angermünde - zu stärken und Angermünde für seine Bürger und Besucher noch attraktiver zu machen."
In der Stadtverwaltung ist der Bescheid des Verwaltungsgerichtes am Montagvormittag eingetroffen. Bürgermeister Wolfgang Krakow sagte dazu: "Ich wollte mit der Entscheidung weder dem Verein noch jemandem persönlich zu nahe treten." Als Bürgermeister stehe er in der Verantwortung, wenn etwas passiert. Schließlich finde die Veranstaltung inmitten historischer Altstadtsubstanz statt. Es sei schwierig, die Einhaltung bestimmter Anordnungen in einem solchen Rahmen zu kontrollieren. Die Verfügung an den Kulturverein werde am Freitag durch die Verwaltung erlassen. "Ich wünsche einen guten Verlauf, viel Spaß und viele Gäste und hoffe, es passiert nichts", so Krakow
Das Verwaltungsgericht hat für die Open-Air-Veranstaltung einige Auflagen erteilt. So gibt es Vorgaben für die Beschallung und den Einsatz von Ordnungskräften. Es dürfen ausschließlich Warmgetränke, Glühwein, alkoholfreier Punsch und Prosecco ausgeschenkt werden. Verboten sind Kaltgetränke und hochprozentiger Alkohol. Aus Sicherheitsgründen ist das Mitbringen und Zünden von Feuerwerkskörpern auf dem Veranstaltungsgelände untersagt. "Wir bitten alle Gäste, diese Hinweise zu beachten und laden in diesem Sinne alle Bürger und Gäste recht herzlich ein, mit uns ins Jahr 2014 hinein zu feiern", sagt Steffen George.
Die Open-Air-Silvesterparty beginnt um 21 Uhr und geht bis 1.30 Uhr. Ein DJ sorgt für musikalische Unterhaltung.