Virtuelle Safari
Mit Abstand, ohne großes Familientreffen und die sonst so beliebten Führungen mit der Naturwacht.  An der Blumberger Mühle zum Beispiel herrschte Betrieb wie an "normalen" Schön-Wetter-Wochenenden, obwohl das Nabu-Naturerlebniszentrum aufgrund der Corona-Beschränkungen für den Besucherverkehr geschlossen ist. Dafür spazierten und radelten viele Menschen auf den Wanderwegen zu den Fischteichen und in den Wolletzwald.
Was es hier zu entdecken gibt, darüber informiert der Nabu nun online und gibt spannende Beobachtungstipps, um Augen und Sinne beim Wald- und Wiesenspaziergang zu schärfen. Auf den Seiten der Naturschutzjugend Naju-Versum gibt es online sogar virtuelle Exkursionen für Kinder und Familien, nach Themen untergliedert. Ob auf der Wiese, im Wald oder am See, hier kann man sich Anregungen und Wissen auf spielerische Art mit kleinen Videos, Quizfragen, Spiele, Podcasts und Basteltipps holen und auf eine abenteuerliche Kindersafari gehen.
An den Blumberger Fischteichen kehren unzählige Zugvögel heim und rasten hier. Das helle Trompeten der Kraniche und die Rufe der Wildgänse sind überall zu hören. Und sind sie mal einen Moment stumm, stimmen leise Hummeln in das Konzert ein, die Nahrung auf den violettblauen Taubnesselblüten und gelben Schlüsselblumen finden.
Für die Frösche und Kröten, die im Schlamm der Teiche den Winter abwarteten, beginnt jetzt die anstrengendste und gefährlichste Zeit ihres Lebens: die Zeit der Wanderung und der Paarung. Dabei werden sie nicht nur leichte Beute von Weißstorch oder Ringelnatter, sondern gelangen auch leider oft unter die Räder. Deshalb baut der Nabu mithilfe der Naturwacht auch an besonders belebten Krötenwanderrouten Fangzäune auf. Die Weibchen tragen die Männchen übrigens Huckepack zum Laichgewässer, auch über größere Strecken.
Gut zu beobachten sind an den Teichen und auch an den zahlreichen Seen der Umgebung die Graureiher, die zum Fischen an die Gewässer kommen und tüchtig zu tun haben, um ihre Jungen satt zu bekommen. Die gehen ziemlich ruppig mit ihren Geschwistern um. Wenn es ums Fressen geht, kennen sie nichts. Da wird gehackt, gerempelt, gekrächzt und gequiekt. Ein Pärchen brütet seit Jahren schon auf einem Baum im Angermünder Friedhof. Das Lärmen der ungehobelten Jungen im Frühling ist weithin zu hören.
Eiliges Leben
Besonders viel gibt es im Frühling im Wald zu entdecken. Die Buchenmischwälder rund um den Wolletzsee erwachen zartgrün zu neuem Leben. Jetzt müssen sich die Bodendecker beeilen, die kurzen Lichtmomente im Jahr auszunutzen, um sich zu entfalten und zu vermehren, ein eiliger Lebenskreislauf, der jedes Jahr zum Beispiel den Waldboden für kurze Zeit in einen Blütenteppich der Buschwindröschen verwandelt. Allerdings sollte man beim Waldspaziergang darauf achten, nicht von den Wegen abzukommen, denn im Busch wimmelt es nur so vor winzigem Leben, das nicht zertrampelt werden sollte: Insekten, Amphibien, Bodenbrüter und natürlich unzählige auch geschützte Pflanzen.
Die Nabu-Homepage und das Naju-Versum bieten eine Fülle an Tipps und Informationen, was sich auch im Kleinsten an großen Wundern der Natur entdecken lässt. Alle Jahre wieder.