Das Amt Oder-Welse befindet sich im Umbruch. Nach dem vom brandenburgischen Innenministerium genehmigten Wechsel der Gemeinde Schöneberg nach Schwedt wollen ihr Passow und Berkholz-Meyenburg folgen. Ziel für den Amtsaustritt beider Gemeinden ist der 31. Dezember 2020. Für den Amtsausschuss Oder-Welse wollte sich dessen Vorsitzender Gerd Regler in der Juli-Sitzung bereits durch die Abwahl seines Stellvertreters Marcel Duckert aus Landin und die Neuwahl eines anderen Kandidaten die Stimmenmehrheit bei anstehenden Entscheidungen sichern. Die Neuwahl eines anderen Kandidaten wurde jedoch ein zweites Mal vertagt.

Auf eine Linie gebracht

In der Gemeindevertretersitzung Berkholz-Meyenburg am Donnerstag klappte dieser Personalwechsel dagegen auf Anhieb. Der ehrenamtliche Bürgermeister hatte die Abwahl seines gewählten Stellvertreters im Amtsausschuss, Sylvio Felske, auf die Tagesordnung gesetzt. Auf die Frage von Gerhard Dyrba, worum es hier eigentlich gehe, begründete Gerd Regler dies auch hier mit der Möglichkeit, dass er plötzlichen ausfallen könnte. „Wir verfolgen hier mehrheitlich einen bestimmten Weg. Wenn jemand andere Dinge will und man mal nicht auf einer Linie ist, muss man sich vorbereiten. Man braucht jemanden, der die Mehrheitsmeinung der Abgeordneten vertritt“, erklärte er. Nach der Kommunalverfassung habe jedoch dazu keine Aussprache stattzufinden, klärte Hans-Otto Gerlach auf.

Feske mit persönlicher Erklärung

Sylvio Felske selbst nutzte aber die Möglichkeit für eine persönliche Erklärung. Er bezeichnete den Vorgang als traurig für eine Demokratie, wenn man mal anderer Meinung ist. „Ich habe elf Jahre lang die Meinung mitgetragen, die ich nun nicht mehr tragen kann. Ich habe bis heute ein reines Gewissen“, sagt er. Viele Bürger hätten ihn gewählt. Er habe den Eid auf die Kommunalverfassung geschworen und seine Arbeit sehr ernst genommen.
Vor einem Jahr ist er auf Vorschlag von Gerd Regler zu dessen Vertreter im Amtsausschuss Oder-Welse gewählt worden und sei nie davon abgewichen, die Bürger zu vertreten. Wer politisch nicht gewollt ist, werde abgewählt. „Du sagt, das ist Politik. Ich sage, es ist traurig. Der Bürger wird sich seinen Teil denken. Ich werde zur Aufklärung beitragen“, erklärte er in Richtung seines FDP-Parteikollegen Regler.

Gerlach neu gewählt

In einer geheimen Wahl stimmten acht Gemeindevertreter für die Abwahl von Sylvio Felske und drei dagegen.
Als neuen Stellvertreter schlug Gerd Regler Hans-Otto Gerlach vor. Er sei jemand, der sich in Kommunalpolitik auskennt und einsatzbereit ist. Er erhielt neun Ja-Stimmen, zwei Gegenstimmen und nahm die Wahl an.