Heiko Poppe räumt seinen Schreibtisch. Nach 21 Jahren Dienst im Wahlkreisbüro von verschiedenen uckermärkischen Landtagsabgeordneten der Linken hört er jetzt völlig überraschend auf. Der Kreisgeschäftsführer der Partei, der schon lange Zeit auch Mandate als Stadtverordneter und Kreistagsabgeordneter besitzt, hat sich entschieden, nun der jüngeren Generation den Vortritt zu lassen.
Vier Wahlperioden lang hat er erst Irene Wolff, dann einen Mix aus drei Abgeordneten, anschließend Isabelle Vandre und nun Andreas Büttner begleitet. Jetzt soll ein neuer Mann in Templin seinen Job übernehmen. „Die Partei verändert sich, wir brauchen Nachwuchs“, sagt sein bisheriger Chef Andreas Büttner. „Es ist eine tolle Chance.“ Etwaige Personalstreitigkeiten habe es nicht gegeben.

Wechsel in die Kreisverwaltung

Poppe hat den Schritt aus eigenem Antrieb getan. Der 58-Jährige, der vor seiner hauptamtlichen Parteiarbeit einst bei einem EDV-Ausstatter arbeitete, geht nun wieder in seine frühere Tätigkeit zurück. Ab sofort wird er eine IT-Stelle in der uckermärkischen Kreisverwaltung besetzen.
Das Büro der Linken am Markt in Angermünde bleibt aber als ehrenamtlich besetzte Anlaufstelle erhalten. Die Wahlkreisarbeit des Landtagsabgeordneten Andreas Büttner wird künftig von Templin aus gesteuert. Zum Wahlkreis gehört auch ein Teil von Oberhavel. Insofern ist der Schritt im gegenseitigen Einvernehmen passiert.

Personalkarussell dreht sich

Doch der Wechsel in die Kreisverwaltung verursacht ein Personalkarussell bei den Linken. Denn Heiko Poppe darf als Mitarbeiter des Hauses kein Mandat im Kreistag ausüben und muss seinen Sitz räumen. Seit 2012 macht er in der Fraktion Politik für die Linken. Nicht davon betroffen ist der Platz in der Angermünder Stadtverordnetenversammlung. Den will er weiter besetzen. Ebenso bleibt er Kreisgeschäftsführer seiner Partei.
Wer rückt für Poppe im Landkreis nach? Entsprechend der Wahlliste wäre es der Angermünder Apotheker Robert Dalchow. Er will aber das Kreistagsmandat nicht annehmen, weil er sich stärker in Angermünde engagiert. Nun würde als nächster der Angermünder Hotelier Roy Weiss folgen.

Fraktion wird durcheinandergewirbelt

Wenn es ganz hart kommt, wird noch mehr durcheinandergewirbelt. Denn Fraktionschef Axel Krumrey hat sich gerade für den Posten des Gramzower Amtsdirektors beworben. Sollte er das schaffen, müsste auch er sein Kreistagsmandat niederlegen. Denn Hauptverwaltungsbeamte sind davon ausgeschlossen. Andreas Büttner hat schon mal erklärt, diesen Posten nicht übernehmen zu wollen. Dann müsste sich die Fraktion gänzlich neu aufstellen.