Stopp! Polizeikontrolle. Immer wieder winkt die rote Polizeikelle Fahrzeuge aus dem Verkehr. Auf dem Parkplatz Rathsburgseen an der A 11 bei Gramzow hat die Bundespolizeiinspektion Angermünde einen Kontrollpunkt eingerichtet und überprüft stichprobenartig Pkw, Kleintransporter und Lkw.
Der Einsatz an der A 11 ist Teil einer konzertierten Schwerpunktkontrolle, die regelmäßig zeitgleich in allen drei Brandenburger Inspektionen im deutsch-polnischen Grenzraum stattfindet.

Konzertierte Aktion entlang der Grenze zu Polen

Neben der großen Kontrollstelle an der Autobahn sind auch im Umland Streifen und kleinere Kontrollen an sogenannten Fahndungsüberprüfungspunkten im Einsatz. Die werden vor allem an den ehemaligen Grenzübergängen in Schwedt, Hohenwutzen und Küstrin-Kietz eingerichtet und zeitlich flexibel betrieben. Ziel dieser verstärkten Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen ist es, Grenzkriminalität, vor allem illegale Grenzübertritte, Schleusungen und Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz aufzudecken sowie durch die regelmäßige Präsenz auch abzuschrecken.

Illegale Einreisen und Schleuser aufdecken

Es gehe vor allem darum, gegen unerlaubt eingereiste Personen und Schleuser aufzuklären, unerlaubte Einreisen zu verhindern bzw. bei entsprechenden Feststellungen aufenthaltsbeendende Maßnahmen einzuleiten. Aber auch europäische und nationale Haftbefehle können sofort vollstreckt werden, erklärt Kai Ruddis, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Angermünde. Deren Zuständigkeitsgebiet erstreckt sich über die drei Landkreise Uckermark, Barnim und Märkisch-Oderland, von Rosow bis Hohenwutzen.

Gemeinsame Fahndungseinheiten mit Landespolizei und Zoll

90 Beamte sind seit vier Uhr morgens im Inspektionsbereich Angermünde im Einsatz. Dazu gehören auch die gemeinsamen Fahndungseinheiten von Bundes- und Landespolizei und Zoll, die Grenzkriminalität wie Kfz-Diebstahl oder Zigarettenschmuggel im Visier haben. Die Zusammenarbeit hat sich bewährt, weil jeder seine speziellen Erfahrungen einbringt und man über den Tellerrand hinaus auch die Arbeit der anderen Kollegen besser kennenlernt. Das macht es Kriminellen schwerer und stärkt das Sicherheitsgefühl der Bewohner im Grenzgebiet. Es ist bereits die 6. Schwerpunktkontrolle im brandenburgischen Grenzabschnitt zu Polen in diesem Jahr.

Feines Gespür für verdächtige Situationen

Bis Mittag kontrolliert die Bundespolizei 285 Personen auf der A11, an den ehemaligen Grenzübergängen, an häufig zur unerlaubten Migration genutzten Verkehrswegen und im grenzüberschreitenden Bahnverkehr. Es sind Stichproben. Doch die Beamten haben durch ihre Professionalität und Erfahrung auch ein Gespür für Unregelmäßigkeiten und verdächtige Personen.
Dieses Mal bleibt es relativ ruhig. „Wir haben nur kleinere Feststellungen aber auch Fahndungstreffer von Personen, gegen die Haftbefehle vorliegen“, resümiert Kai Ruddies.

Nach der Kontrolle ins Gefängnis

So gelingt beispielsweise die Festnahme einer 48-jährigen Frau, die aufgrund dreier Haftbefehle der Staatsanwaltschaften Neubrandenburg und Rostock wegen Diebstahl gesucht wurde. Da die Polin nicht zu ihren Hauptverhandlungen erschienen war und die Geldstrafe in Höhe von 800 Euro nicht bezahlte, bringen sie die Angermünder Bundespolizisten direkt in eine mecklenburgische Justizvollzugsanstalt.
Durch die intensivierten Fahndungsmaßnahmen können weitere Straftaten aufgedeckt werden, darunter ein Verstoß gegen das Waffengesetz. „Die gezielten Kontrollmaßnahmen tragen mit dazu bei, das Dunkelfeld im Bereich der unerlaubten sowie grenzüberschreitenden Migration weiter aufzuhellen“, betont Kai Ruddies.

Kontrollen im Bahnverkehr

Nebenbei weisen die Bundespolizisten bei ihren Kontrollen an den Straßen und im Bahnverkehr auch hin und wieder auf die Einhaltung der Maskenpflicht hin oder händigen Urlaubern aus Risikogebieten Merkzettel aus. Die Bundespolizei wirke bei erforderlichen Kontrollen unterstützend mit, bestätigt Kai Ruddies. Neben ihrer Hauptaufgabe der Grenzsicherung erfüllt die Bundespolizeiinspektion Angermünde auch bahnpolizeiliche Aufgaben.