2008 ist Gesikiewicz nach Angermünde gekommen, der letzten Station eines erfüllten Priesterlebens. So ließ er sich denn auch in der Uckermark nieder – und ist immer, wenn Not am Pfarrer ist, zur Stelle. Dass ihm das auch immer noch Spaß bereitet, zeigte sich beim Festgottesdienst in der Kirche "Mariä Himmelfahrt".
Experte für Priesterjubiläum
Pfarrer Piotr Szczerbaniewicz begrüßte die Gemeinde und stellte sogleich Pfarrer Peter Beier vor. "Pfarrer Beier hat schon sein eisernes Priesterjubiläum gefeiert, er ist heute der Experte für das Jubiläum", sagte er. Und der Experte war mit seinen 91 Jahren eigens aus Templin angereist, wo er selbst inzwischen den Ruhestand genießt. So rüstig wie er in dem hohen Alter ist, ist dies aber auch bei ihm eher ein Unruhestand.
Doch Gesikiewicz ließ sich in seinem Festgottesdienst auch die Predigt nicht aus der Hand nehmen und übernahm es gleich selbst zu predigen – sehr zur Überraschung des Festpredigers, der das ganze aber mit viel Humor ertrug. Welch hohen Stellenwert der Jubilar in der Gemeinde hat, wurde auch über die Zahl der Besucher belegt. Das kleine Gotteshaus kam in der Corona-Krise fast an seine Kapazitätsgrenzen.
"Wir dürfen maximal 50 Menschen hineinlassen", sagte Gabriele Schenk vom Pfarrgemeinderat und sie zählte mehr als 40 Gläubige in dem kleinen Gotteshaus. Wegen der strengen Abstandsregeln musste die Gemeinde sogar zusätzliche Stühle aufstellen, damit alle Platz fanden. Auch auf der Empore saßen noch Gäste, die der Messe folgten.
Pfarrer Gesikiewicz hatte sich wegen der Pandemie zunächst geziert und wollte sein Jubiläum gar nicht feiern. Als dann die Lockerungen kamen, willigte er ein, einen Festgottesdienst zu halten. Der Pfarrer wurde 1934 in Prittisch geboren und am 27. Juni zum Priester geweiht, exakt 50 Jahre und einen Tag vor dem Festgottesdienst. Zunächst war er Kaplan in Nauen, dann Administrator in Gartz. Über weitere Stationen in Gramzow und Penkun wurde Gesikiewicz – oder Pfarrer "Alfred" , wie er zuweilen wegen des komplizierten Nachnamens liebevoll genannt wird – Kurator in Havelberg und Bad Wilsnack. In Havelberg ging er dann auch 1997 in den wohlverdienten Ruhestand.
Zwischenzeitlich war Gesikiewicz im Jahr 2006 noch Vicarius Substitutus in Berlin-Spandau an der St. Marien-Kirche. Zwei Jahre später verschlug es ihn dann an sein vorläufig letzte Station im Ruhestand nach Angermünde.Hier genießt er die Natur und die schöne Innenstadt: "Wir haben eine hervorragende Gärtnerei", bekennt er.
Nach dem Gottesdienst traf sich die Gemeinde noch im Garten des benachbarten Pfarramtes. Dort entdeckten die Ministranten in der Küche noch einen fertigen Topf mit Bigosch, Sauerkraut-Eintopf, den sich die Gläubigen schmecken ließen. Zum Nachtisch gab es dann von der leckeren Torte, die der Jubilar zu seinem 50. Priesterjubiläum erhalten hatte. Dabei schwelgten auch Pfarrer Beier, der selbst 1954 seine erste Kaplan-Stelle in Angermünde hatte und Pfarrer Matthias Kucklick, der die Messe ebenfalls unterstützt hatte, in Erinnerungen.
Großer Dank von der Gemeinde
Zum Abschluss des Gottesdienstes dankte auch die Gemeinde "ihrem" Pfarrer im Ruhestand, Alfred Gesikiewicz. Gabriele Schenk vom Pfarrgemeinderat und Karin Burmeister überreichten Gesikiewicz Blumen und ein kleines Präsent.

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