In diesem Jahr stand die Ehrung des katholischen Seelsorgers und Widerstandskämpfers Franz Stock im Mittelpunkt, der während des zweiten Weltkrieges Juden versteckte, als Gefängnisseelsorger in Paris wirkte, dort zum Tode verurteilte Kriegsgefangene begleitete und sich für sie einsetzte. Franz Stock wurde selbst nur 44 Jahre alt und starb 1948 an Entkräftung.
"In Frankreich wird Stock sehr verehrt. Er ist Symbolfigur für die Aussöhnung. Zu seinem 70. Jahrestag wurde ihm zum Gedenken eine große festliche Zeremonie veranstaltet, an der wir teilnehmen und auch musizieren durften", erzählt Musikschulleiterin Dorothea Janowski, die die Kontakte nach Paris und die Reise organisierte. Die Schüler hatten sich zuvor auf diese Exkursion in der Projektwoche des Gymnasiums vorbereitet, zu der auch Musikschüler aus der Puschkinschule und der Freien Schule kommen konnten. Gemeinsam mit dem Religionslehrer Wolfgang Rall, dem Musiklehrer des Gymnasiums Matthias Mehnert sowie Marek Stawniak, Lehrer mit polnischen Wurzeln an der Musik- und Kunstschule sowie Dorothea Janowski erforschten sie die Geschichte und studierten ein musikalisches Programm mit deutschen, polnischen und französischen Liedern für die Festveranstaltungen in Frankreich ein. "Ich muss dem Kollegium des Einstein-Gymnasiums großen Dank zollen, dass so eine Kooperation der Angermünder Schulen für dieses aufwendige Projekt möglich war", sagt Dorothea Janowski.
Für die Schüler war die einwöchige Reise ein emotional bewegendes und unvergessliches Erlebnis. Übernachtet haben sie in französischen Gastfamilien. Die erste Station führte nach Arnsberg-Neheim, dem Geburtsort Stocks, wo ein Festgottesdienst zu seinem 70.Todestag stattfand, der sogar vom ZDF live übertragen wurde. Dort hatten die Angermünder ihren ersten Auftritt. Auch verschiedene Wirkungsstätten Stocks und natürlich auch Sehenswürdigkeiten in Paris wurden besucht.
Höhepunkt der Reise war die Gedenkzeremonie in der mächtigen Kathedrale von Chartré bei Paris mit vielen Staatsgästen und Opferverbänden, wo die Angermünder gemeinsam mit ihren französischen und polnischen Freunden Briefe aus den Todeszellen auf deutsch, polnisch, französisch und katalanisch lasen, die Franz Stock aufbewahrt hatte, und das Programm musikalisch umrahmten. Dafür hatten sie unter anderem ein französisches Partisanenlied einstudiert und Beethovens "Ode an die Freude" in mehreren Sprachen gesungen.
Ausschnitte aus diesem bewegenden Programm und Bilder der Parisreise zeigen die Schüler bei der diesjährigen öffentlichen Einstein-Gala am Freitag um 18 Uhr.