Seit 1971 bewirtschaftete Kriemhild Barz mit ihrem Mann das rund 500 Quadratmeter große Bungalowgrundstück am Bauernsee. Heute gehört sie hier zu den ältesten Siedlern. Aus dem Nutzgarten wurde in Laufe der Zeit mehr und mehr ein Zierpflanzen- und Erholungsgarten. Bis auf die Obstbäume. Die Apfelbäume hängen voller Früchte und sehen aus wie gemalt. Dazu gibt es einen Pflaumenbaum und eine Sauerkirsche. Tomaten und Bohnen sind die einzigen Gemüsesorten, die sie noch anbaut. Im kleinen Bauerngarten wachsen Knoblauch, Minze, Rucola und Gewürze wie Schnittlauch, Thymian, Salbei, Rosmarin und Maggikraut.

Freiheit in der Corona-Zeit

Dafür gedeiht die Blumenpracht umso üppiger. Die wurde in diesem Corona-Jahr auch besonders ausgiebig gepflegt. „Ich war noch nie so zeitig im Jahr hier wie diesmal“, sagt die Schwedterin. „Aber ich war hier in der Corona-Zeit gut aufgehoben.“ Zu tun gab es immer etwas. Bei der Trockenheit mussten die Pflanzen mit Wasser versorgt werden. Grundwasser kam für sie nicht infrage. In Fässern und diversen Eimern und anderen Gefäßen wird das Regenwasser gesammelt. Selbst das Wasser vom Händewaschen und Geschirrspülen fängt sie zum Gießen auf. Der Rasen hatte durch die Dürre etwas gelitten, sich aber in den letzten Regentagen gut erholt.
Noch immer wunderschön blühen derzeit die Rosen, die rosafarbene „Königin Elisabeth“ in diesem Jahr sogar schon das dritte Mal, und zwar blattlausfrei. „Auch gegen Läuse hilft Fitwasser vom Abwaschen“, sagt Kriemhild Barz.

Pflanzen mit Geschichte

Sie ist stolz auf ihren selbst gezogenen Hibiskus, der einmal eine Hecke werden soll und liebt ihren Agapanthus aus Madeira, den Oleander, die Hortensie und die schöne Fuchsie, die noch von ihrer Mutter stammt. „Mit vielen Pflanzen sind Erinnerungen verbunden“, sagt sie. Eine Augenweide ist die Amerikanische Trompetenranke, die sich um einen alten Kiefernstamm rankt. Die Hobbygärtnerin führte uns ihre Rasselblume vor, die tatsächlich bei Berührung Geräusche von sich gibt, und macht auf den Acanthus aufmerksam, der Blüten wie Orchideen bildet und in der Barockzeit als Vorlage für Gips-Dekorationen in Kirchen diente.
„An der Blütenpracht sollen sich die Insekten laben. Das ist mir besonders wichtig“, sagt Kriemhild Barz. Sonst tummeln sich hier zahlreiche Schmetterlinge wie Admiral, Pfauenauge und der mittlerweile selten gewordene Schwalbenschwanz. „Leider habe ich in diesem Jahr wenige gesehen“, verrät sie.