Die Partei "Die Piraten" fordert einen besseren Breitbandanschluss und damit eine schnellere Internetverbindung für ländliche Gegenden der Uckermark. Mit dieser Forderung sowie dem Ruf nach mehr politischer Transparenz für den Bürger will die Partei in der Region Fuß fassen.
Die Piratenpartei hat sich auf die Fahne geschrieben, Bürgerrechte zu stärken, direkte Demokratie zu fördern und die Mitbestimmung des einzelnen Bürgers zu forcieren. Das Internet sieht die Partei dabei als wichtiges Instrument, diese Ziele zu erreichen. Deshalb sollte jedem Bürger der Zugang zum Internet ermöglicht werden, damit er sich umfassend informieren kann. Aus diesem Grund fordern die Piraten "das Grundrecht auf einen Breitbandanschluss in der Uckermark und im ganzen Land Brandenburg", so Michael Hensel, Vorsitzender des Landesverbandes Brandenburg.
Der gebürtige Schwedter will sich besonders auf Landesebene für dieses Ziel starkmachen. "Die Uckermark ist sehr zersiedelt und schnelles Internet ist nicht nur als Informationsquelle für den Bürger notwendig, sondern auch für die Ansiedlung neuer Unternehmen in den ländlichen Gegenden", sagt der Vorsitzende. Viele wären gezwungen, noch immer mit langsamer Technik auf das weltweite Netz zuzugreifen.
Die Piratenpartei will jedem Menschen ermöglichen, sich schnell und unkompliziert beispielsweise über die Haushaltssituationen seiner Stadt zu informieren und dabei direkte Demokratie zu leben. So könne sich jeder besser einbringen und aktiv werden.
Das soll dann ähnlich funktionieren wie bei der Internetsuchmaschine Google. Der Bürger gibt einen Suchbegriff im Internet ein und erhält eine klare Auskunft. Haushaltspläne von mehreren Hundert Seiten durchzublättern würde so der Vergangenheit angehören. Auch politisch weniger motivierte Bürger will man durch diese einfache Art der Suche nach Informationen dazu bewegen, sich zu engagieren. Michael Hensel glaubt, dass sogar Bürgerabstimmungen und die Übertragung von Sitzungen der Stadtverordneten im Internet möglich wären. Die öffentliche Verwaltung sei so für jeden transparenter und der Einzelne könnte sich in politische Entscheidungen besser einbringen. Sogar Bürgerfragestunden wären somit künftig online möglich.
Der Angermünder Stadtverordnete Ulf Scheer will künftig die Partei "Die Piraten" innerhalb der Stadtverordnetenversammlung unterstützen. Bisher gehörte er der Bürgergemeinschaft "Rettet die Uckermark" an, zuvor war er bereits FDP-Mitglied. Nun will er erneut die Partei wechseln, weil er glaubt, "die Ziele der Partei sind realisierbar und die Bevölkerung sollte über diese besser informiert werden". Dafür will sich der Stadtverordnete künftig einsetzen.
Nun wird jedoch noch juristisch geprüft, ob ein Wechsel zur Piratenpartei möglich ist. "Die Stadt hat es bereits geprüft und positiv entschieden", sagt Ulf Scheer. Nun fehle noch die rechtliche Entscheidung. Vor allem andere Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung hätten auf diese Überprüfung bestanden. Zur Piratenpartei wechseln will er auch, weil ihm das "Machtgerangel" in anderen Parteien missfällt und er die bisher geleistete Sacharbeit der Partei schätze. Es gebe viele Übereinstimmungen zwischen den Forderungen der Piraten und seinen eigenen Überzeugungen.
710 Mitglieder hat die Partei bisher in Brandenburg, 56 in der Uckermark.