Die Situation mutete sehr dramatisch an: Ein Linien-Bus war am Mittwochmorgen gegen 8.08 Uhr mit einem Lastwagen kollidiert – mitten im Berufsverkehr. Feuerwehr und mehrere Fahrzeuge des Rettungsdiensts eilten zur Unfallstelle, denn zunächst war unklar, wie viele Verletzte es dort gab.
Ereignet hatte sich der Unfall an der Kreuzung der Bundesstraße B198 mit den Abzweigen nach Schmargendorf und Herszsprung. Nach ersten Erkenntnissen war ein aus Richtung Herzsprung kommender Linien-Bus auf die B198 eingebogen und dabei gegen einen Lkw, der auf der Bundesstraße aus Angermünde kommend in Richtung Joachimsthal unterwegs war, geprallt. So schilderte es ein Zeuge am Unglücksort gegenüber MOZ.de und Polizeisprecherin Bärbel Cotte-Weiß von der Polizeidirektion Ost in Frankfurt/Oder bestätigte dies später auf Nachfrage.
Der Linien-Bus wurde an der Front beschädigt.
Der Linien-Bus wurde an der Front beschädigt.
© Foto: Thorsten Pifan

Bus wollte die B198 überqueren

Der Bus wollte aus Richtung Herzsprung kommend die Bundesstraße in Richtung Schmagendorf queren. Dafür hatte der Bus-Fahrer eine Lücke abgepasst und sich vermutlich verschätzt. Als er Gas gab, erwischte er noch das Heck des Lasters. Der Schubs gab dem Fahrzeug solch einen Schub, dass er in den Graben rutschte und auf die Seite kippte.
Den Notruf hatte eine Mutter abgegeben, die mit ihrem Kind in dem Bus saß und zunächst dort eingeschlossen war, weil sich die Türen nicht öffnen ließen. Als weniger Minuten nach dem Notruf die ersten Einsatzkräfte am Unglücksort eintrafen, hatten sich die Bus-Insassen selbst aus dem Fahrzeug befreien können. Auch der Lkw-Fahrer konnte aus seinem stark beschädigten Führerhaus klettern. Laut Polizei erlitten beide Fahrer leichte Verletzungen.

Lkw hatte Container mit ungefährlicher Ware geladen

In einer ersten Meldung hatte es noch geheißen, dass der Lkw Gefahrgut geladen hat. Das ist auf der Strecke nicht ungewöhnlich, werden dort doch auch viele Produkte aus der PCK-Raffinerie transportiert. Die Feuerwehr konnte nach einer ersten Lage-Erkundung aber schnell Entwarnung geben. Der Laster war mit einem Container unterwegs, der kein Gefahrgut an Bord hatte. Die ersten Retter waren sehr schnell vor Ort. Nachdem der Notruf gegen 8.08 Uhr eingegangen war, trafen die ersten Feuerwehrleute um 8.13 Uhr an der Unfallstelle ein.
Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Herzsprung und Schmagendorf sowie der Löschzug 1 der Feuerwehr aus der Angermünder Kernstadt, erklärte Angermündes Stadtsprecherin Christin Neujahr auf Anfrage.

Feuerwehren aus Angermünde sicherten die Unglücksstelle

Die 17 Einsatzkräfte hatten nach der Lage-Erkundung vor allem mit Sicherungsaufgaben zu tun. So mussten auslaufende Flüssigkeiten aufgefangen werden, um eine Verunreinigung der Umwelt zu verhindern. Es galt aber auch den Verkehr zu regeln. Denn immer wieder versuchten Autofahrer, sich mit ihren Fahrzeugen an der Unfallstelle vorbeizuschummeln. Lediglich die Fahrbahn-Richtung von der Kreuzung nach Joachimsthal war wegen des quer liegenden Lkw und größeren Trümmerteilen nicht passierbar.
Um die Bergung des Lkw kümmerte sich laut Polizei die Spedition selbst. Das Fahrzeug hatte ein Kennzeichen aus Niedersachsen. Die Feuerwehr setzte für ihre Tätigkeiten nur kleine Geräte ein.
Der Lkw-Fahrer kam zur Sicherheit in ein Krankenhaus. Ein weiterer Fahrgast aus dem Bus, ein Mann, wurde vor Ort vom Rettungsdienst behandelt. Er klagte über Schmerzen in der Brust und in der Schulter.

Polizei ermittelte vor Ort zur Unfallursache

Die Polizei begann vor Ort mit der Befragung der Zeugen, stellte aber auch sicher, dass die beteiligten Fahrer nicht unter dem Einfluss von Alkohol standen, erklärte Cotte-Weiß. Entsprechende Tests ergaben ein negatives Ergebnis. Die Feuerwehr beendete ihren Einsatz am Vormittag gegen 9.25 Uhr.
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