Mit einer kreativen Spendenaktion unterstützt die Jugendkirche Uckermark eine soziale Idee. Bei einer Fotoaktion auf Instagram zum Thema Milch sammelten sie Geld, um damit kinderreiche Familien kostenlos mit Hemme-Milch zu versorgen.
Zwei Liter frische Milch, Joghurt, Quark und Butter, so könnte eine Familienpackung aussehen, die ab sofort wöchentlich an zwei Angermünder Haustüren geliefert wird. Die Adressaten der Milchmannlieferung sind zwei Familien mit mehreren Kindern, die sich bisher Hemme-Milch-Produkte selten oder gar nicht leisten können, weil das Geld für andere Dinge wichtiger ist. Jetzt können sie ein Jahr lang genießen, ohne auf den Euro zu gucken, denn die Familienpackungen werden gespendet.
Das Geld kommt aus der Benefiz-Fotoaktion „Milky Pay“ der Jugendkirche Uckermark und der Kollekte des Kreis-Jugendgottesdienstes, der im November erstmals im neuen Besucherzentrum von Hemme-Milch stattfand. „Das brachte die Jugendlichen auf die Idee, unsere Sommerfotoaktion dem Thema Milch zu widmen und damit auch etwas Sinnvolles gemeinsam mit einem lokalen Produzenten hier vor Ort zu verbinden und Gutes zu tun“, erzählt Jugendpfarrer Falko Becker.
Nadine Drawe und Daniel Dost gehören zu den jungen Initiatoren, den sogenannten aktiven Teamern  der Jugendkirche, die die Aktion mit evangelischen und katholischen Jugendlichen gemeinsam mit Leben erfüllten.
„Wir haben ganz viele junge Leute mobilisiert und über die sozialen Medien aufgerufen, Fotos rund um die Milch zu machen, die sie dann auf Instagram hochladen. Für jedes Foto sollte ein Euro gespendet werden. Manche haben dafür auch Sponsoren gesucht“, erzählt Daniel Dost. „Das hat total Spaß gemacht und es kamen  witzige Ideen zustande“, ergänzt Nadine Drawe. Viele junge Leute schickten Fotos aus dem Urlaub, zum Beispiel von arabischen Milchverpackungen, irischen Kühen oder sie machten Selfies im Kuhkostüm, auf der Kuhalm oder mit Milchshake am Pool, insgesamt 120 Fotos aus aller Welt. Die sind auf Instagram und auf der Internetseite der Jugendkirche „sterneundmon.de“ zu sehen.
„Es gab auch viele Menschen, die kein Instagram nutzen aber einfach so für dieses Projekt spenden wollten. Bei vielen wissen wir nicht einmal, von wem das Geld kommt. Wir sagen einfach allen herzlich danke“, freut sich auch Dorina Heß vom Kirchenkreis Uckermark, die das Projekt mit Falko Becker und Solveig Herrmann begleitet. Insgesamt 1001,96 Euro kamen zusammen. Das reicht nun sogar für zwei Familien je ein ganzes Jahr lang.
Großen Dank empfindet auch Jule, deren Namen wir auf Wunsch geändert haben. Ihre Familie wird Nutznießer der Spenden sein. „Ich freue mich, dass wir ausgewählt wurden. Hemme-Milch kenne ich  aus der Grundschule, die ist lecker. Aber jetzt kauft meine Mama meist nur ganz preiswert ein, guckt auf Angebote. Wir haben nicht so viel Geld, weil sie arbeitslos ist, lange krank war“, erzählt Jule, die noch zwei Geschwister hat.
Die zweite Familie wurde vom evangelischen Kindergarten empfohlen. Auch hier kommt die Unterstützung sehr gut an.
Spendenaktionen stehen nicht vordergründig auf dem Programm der Jugendkirche, räumt Falko Becker ein. Doch Gutes tun und das mit Kreativität und Gemeinschaft zu verbinden, das sei durchaus Anliegen einer christlichen Jugendarbeit.
2019 wird der Jugendgottesdienst, der durch die ganze Uckermark zu besonderen Orten außerhalb der Kirchen wandert, im Labyrinthpark Malchow stattfinden. Ob sich da eine Benefizidee finden lässt, ist noch offen. Doch eine Spendenaktion ist schon geplant. Im Projekt „WunderFinder“ übertragen junge Leute Bibelgeschichten in die heutige Zeit und illustrieren sie als Comic. Das wird als Buch erscheinen, die gegen Spenden abgegeben werden. Und damit lässt sich wieder Gutes tun.