Die Angermünde Stadtverordneten sind derzeit dabei, für zwei Bereiche der Stadt Gebietskulissen festzulegen. Dabei geht es um räumliche Handlungsschwerpunkte, die bei der Fortschreibung des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes im vergangenen Jahr benannt und als Bereiche mit besonderen Potenzialen für die weitere Stadtentwicklung angesehen wurden. Damals wurden auch deutliche Schwächen und Entwicklungshemmnisse erkannt.
Zum einen betrifft es das Bahnhofsumfeld und zum anderen die Weststadt. Bedeutung, so hieß es kürzlich in der Sitzung des Hauptausschusses, habe die Festlegung des Stadtumbaugebiete auch für die Chancen bei Förderanträgen. Deshalb sei es wichtig, die Planungen mit konkreten Projekten und damit mit Leben zu füllen, erklärte Bürgermeister Frederik Bewer. Weil man das als Verwaltung nicht alleine machen will, sei eine breite Beteiligung der Abgeordneten gefragt.

Bahnhof als Ankerpunkt

Das Bahnhofsumfeld hat dabei eine große Bedeutung für die Kernstadt. Es verknüpft den Bahnhof als überregionalen Knotenpunkt mit der für Tourismus und Nahversorgung wichtigen Altstadt. Ziel ist es, den Kernbereich durch eine bessere Durchlässigkeit und neue Wegeverbindungen mit Blick auf die Kernstadt stärker zu vernetzen. Nach den Plänen der Stadt soll der Bahnhof im künftigen Stadtbild eine wichtige Rolle als Anker- und Kristallisationspunkt einnehmen. Von hier aus sollen die Verbindungen zu den anderen Stadtteilen möglichst barrierearm hergestellt werden und vor allem die Zugänge in Richtung Weststadt gestärkt und neu ausgebaut werden. Es sollen weitere Park&Ride-Angebote geschaffen sowie E-Mobilität, digitale Angebote und klimafreundliche Maßnahmen berücksichtigt werden.

Anziehungspunkt für Touristen

Das Umfeld, das bis zur Templiner Straße und zum Mündesee reicht, soll zudem Anziehungspunkt für verschiedene Bevölkerungsgruppen werden. Dabei wird unter anderem an Gewerbe und Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen gedacht, aber auch an das Wohnen und Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche. Durch das Jugendkulturzentrum „Alte Brauerei“ und das Gymnasium wird der Bereich schon jetzt von vielen Schülern frequentiert. Zudem gibt es Entwicklungspotenziale im nördlichen Bereich. In der Gartenstraße sollen Brachflächen und Teile der Parkplatzflächen weiter für Wohnen und gewerbliche Nutzung erschlossen werden.

Mehr Qualität fürs Leben und Lernen

In der Weststadt zwischen dem Grundmühlenweg und der Pestalozzistraße gibt nach Ansicht der Verwaltung erheblichen Handlungsbedarf auf Quartiersebene. Hier wurden nach der Wende einige Wohnblöcke zurückgebaut. Bei der immer noch hohen Bewohnerdichte werden Lösungen für eine bessere Wohn- und Bildungsqualität gesucht. Mit der Entwicklung der Gustav-Bruhn-Schule zu einem Sport- und Bildungscampus wurde bereits begonnen. Die Abrissflächen der Wohnblöcke sollen künftig ertüchtigt und zu Begegnungsorten entwickelt werden. Es sind bessere Verkehrsverbindungen in die Altstadt sowie Wohnungsbau angedacht.
Für die Umsetzung der Maßnahmen sollen bis Ende Oktober Mittel aus dem Bund-/Länder-Programm beantragt werden. Der Hauptausschuss hat den Beschlussvorlagen einmütig zugestimmt.