Der erlebte nun als Theaterstück in Angermünde Premiere. Doch dahinter stecken keine Profis, sondern Angermünder Kinder. Sie agieren als Autoren,  Schauspieler, Bühnenbildner, Techniker und Regieassistenten. Sie machen ihr eigenes Theater und spiegeln ihre Erfahrungswelt in einer uckermärkischen Kleinstadt in dem Stück "Kleinstadtchaos", phantasievoll, provozierend, witzig und nachdenkenswert.

Gesamtkunstwerk der Kinder

Insgesamt rund 30 Kinder und Jugendliche haben im Rahmen der Initiative "Kultur macht stark" ein Jahr lang an einem kostenlosen Freizeitprojekt "Theater und Bühne kreativ" im Angermünder Jugendkulturzentrum "Braue" teilgenommen. Ziel des Projektes ist es, sich kritisch und kreativ mit der eigenen Lebenswelt und persönlichen Träumen auseinanderzusetzen, durch Teamarbeit soziale Kompetenzen, Selbstvertrauen und Phantasie zu fördern und verschiedene künstlerische Bereiche wie Theater, Film oder Tontechnik kennenzulernen.
Ermöglicht und gefördert wurde dieses Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Fachverband Paritätisches Bildungswerk Bundesverband, der als Kooperationspartner des Angermünder Bildungswerkes als Träger das Projekt aus dem Programm "JEP - Jung Engagiert Phantasiebegabt" förderte. "Die Kinder haben die Geschichte selbst entwickelt und geschrieben, die Rollen erdacht und vom Bühnenbild über den Sound bis zur Beleuchtung alles möglichst selbstständig umgesetzt", betont der künstlerische Projektleiter Oliver Holfeld, der die Kinder in der Schauspielgruppe professionell begleitete. Die Technik-Gruppe unter der fachlichen Leitung von Torsten Rahn beschäftigte sich vor allem mit Licht und Ton. Da wurden Soundeffekte, Geräusche und Musik für jede einzelne Szene aufgenommen und zusätzlich Filmsequenzen an verschiedenen Drehorten in Angermünde gedreht und im Studio geschnitten. Die kurzen Videos wurden während der Vorstellung eingeblendet, um verschiedene Schauplätze der Handlung zu visualisieren und Übergänge fließend zu machen. So haben die Kinder aus Licht, Sound, Musik, Film und Theater gemeinsam ein eindrucksvolles Gesamtkunstwerk geschaffen, das facettenreich die Erfahrungswelten dieser jungen Generation erzählt.

Wenig Zeit für Proben

Durch Ferien und Klassenfahrten sei es schwierig gewesen, alle Projektteilnehmer zu den wenigen wöchentlichen Probenzeiten und Intensivwochenenden auch einbeziehen zu können. Dennoch sollten alle Kinder, die es wünschten, auch an der Aufführung beteiligt sein, und sei es nur durch eine Minirolle. Auch wenn zur Premiere nicht alles reibungslos lief, Texte vergessen wurden oder durch den häufigen Wechsel der Schauplätze, für die der gesamte Raum in der Braue bespielt wurde, Unruhe entstand, nahm es das Publikum gelassen und honorierte die Aufregung und gleichzeitige Spielfreude der Kinder mit viel Beifall.