Im Oktober nahmen 23 Frauen und Männer an der Ausbildung zum zertifizierten Natur- und Landschaftspfleger in der Uckermark teil. Alle 23 haben am Freitag ihre Prüfung bestanden. Noch am gleichen Tag bekamen sie abends bei einer Festveranstaltung im Angermünder Ratssaal ihre Zertifikate vom Präsidenten des Landesumweltamtes, Dirk Ilgenstein, und dem Leiter des Nationalparks Unteres Odertal, Dirk Treichel.
Die Mitarbeiter des Angermünder Tourismusvereins hatten sich bestens um die Organisation des Lehrgangs gekümmert, bei dem den Teilnehmern sowohl theoretische Grundlagen vermittelt wurden, aber auch viele Praktiker ihr Wissen weitergaben. Zwei Wochen lang setzten sie sich intensiv mit der Natur und der Kulturgeschichte in der Uckermark auseinander und beschäftigten sich mit Didaktik, Marketing und rechtlichen Fragen. Dabei knüpften die Teilnehmer zahlreiche Kontakte und brachten verschiedene berufliche Hintergründe ein. Vor der Abschlussprüfung musste eine Hausarbeit geschrieben werden. Beispielgebend war bei diesem Projekt das Zusammenwirken der Vertreter des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin, des Nationalparks Unteres Odertal und des Naturparks Uckermärkische Seen. Große Unterstützung für die Erstellung das Lehrprogramms kam von Andrea Mack vom Landesamt für Umwelt, die bei der Zertifikatsübergabe dabei war.
Eine große Verantwortung
Johanna Henschel begrüßte alle Teilnehmer und Gäste zur Zertifikatsübergabe, die vom Jazz-Trio der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule Angermünde musikalisch umrahmt wurde. Der Umweltdezernent des Landkreises, Karsten Stornowski, bedankte sich bei den Organisatoren und Unterstützern des Lehrgangs sowie bei den Teilnehmern, die sich dieser Aufgabe gestellt haben und mit den Führungen eine große Verantwortung übernehmen. "Es gibt im Biosphärenreservats und im Nationalpark Situationen, die erklärungsbedürftig sind", sagte er.
Dirk Ilgenstein überbrachte die Grüße von Axel Vogel, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz und zollte den Lehrgangsteilnehmern Respekt dafür, dass sie sich in ihrer Freizeit weitergebildet haben. "Es ist eine wichtige Aufgabe, die Bedeutung unserer bedrohten Natur und Landschaft zu erklären und den Leuten nahezubringen. So erreichen wir mehr Verständnis. Ich bin überzeugt: Nur was wir kennen und lieben werden wir schützen", sagte er.
Die frisch gebackenen Natur- und Landschaftsführer werden auch in Zukunft weiter lernen und sich fortbilden. "Das ist ein Prozess, der sich ebenso entwickelt wie die Strukturen im Nationalpark und des Biosphärenreservates", meinte Johanna Henschel., bevor es an die Übergabe der Zertifikate ging.
Wiedersehen in einem Jahr
Die Stadt Angermünde hat die dringend notwendige Ausbildung neuer und jüngerer Natur- und Landschaftsführern unterstützt, der Bürgermeister sogar höchst persönlich, denn seine Lebensgefährtin nahm daran teil. Die Verjüngung habe man wörtlich genommen, sagte Frederik Bewer. "Unser Kind, das im Frühjahr zur Welt kommt, war die ganze Zeit dabei." Er bezeichnete die Teilnehmer als Botschafter der Schutzgebiete und der Region.
Im Namen der Zertifikatsempfänger bedankte sich Thomas Röhlinger für die Chance der umfassenden Ausbildung. Man habe von guten Mentoren viel dazugelernt. Für etliche von ihnen ist es auch die Möglichkeit, ein berufliches Standbein aufzubauen.
Die meisten waren traurig, dass eine anstrengende, aber schöne gemeinsame Zeit zu Ende gegangen ist. Man will aber in Verbindung bleiben. An diesem Abend ging es bei einem Büfett des Hotels Altstadtquartier weiter, das Speisen regionaler Produzenten auftischte. Frederik Bewer bot an, sich in diesem Kreise in einem Jahr im Haus Uckermark in Angermünde wiederzutreffen, um die Netzwerke zu erhalten. Er übernimmt die Kosten.