Im Oktober vergangenen Jahres kaufte Olaf Roxlau, Geschäftsführer der BarUm Ambulanter Pflegedienst GmbH, das ehemalige Dorfgemeinschaftshaus in Pinnow. Der Der Windkraft-Unternehmer Jan Teut hatte es seit 2012 an der Stelle des alten Dorfkonsums errichtet und zwei Jahre später fertiggestellt. Hier fanden etliche Veranstaltungen des Dorfvereins statt, wurde Silvester gefeiert, schnitzten Kinder Halloweenkürbisse. Im Obergeschoss gab es zwei Ferienwohnungen und das Büro der Firma Teut. Auch ein Geschäft für Waren des täglichen Bedarfs wurde hier wieder eröffnet und später wegen Unrentabilität geschlossen. Künftig ist es nun Wohnhaus für die ältere Generation. Am 14. September wird das Seniorenhaus Pinnow offiziell eröffnet.

Zwölf künftige Bewohner

Firmen aus der Region haben das Gebäude vollkommen umgebaut. Flure wurden verlegt, eine Feuertreppe angebaut und eine Brandmeldeanlage installiert. Im Erdgeschoss und im ersten Stock entstanden auf insgesamt 478 Quadratmetern geräumige Zimmer mit behindertengerechten Bädern für zwölf Bewohner, darunter drei für invasiv beatmete Patienten. Bis auf einen Intensivplatz sind alle bereits vergeben.
Oben fand ein Gemeinschaftsraum mit Küche Platz, in der sich die Bewohner noch selbst betätigen können. „Die Bewohner sollen ihre Selbstständigkeit noch so lange wie es geht erhalten“, sagt Olaf Roxlau.

Gute Infrastruktur

Die BarUm Ambulanter Pflegedienst GmbH betreibt mehrere Alteneinrichtungen in Uckermark und Barnim, unter anderem eine Seniorenwohngemeinschaft und eine Seniorentagespflege in Angermünde. Auf der Suche nach Immobilien für die Expansion wurde er in Pinnow fündig. „Hier ist die Infrastruktur gut. Die Bahn fährt jede Stunde und Angermünde ist nicht weit weg. Außerdem gab es hier noch keine Senioreneinrichtung“, sagt Olaf Roxlau, der in den Umbau 1,1 Millionen Euro investierte. Er hatte die Pinnower Anfang August zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. „Damit sie gucken können, was aus dem Haus geworden ist“, sagt Olaf Roxlau. „Etwa 80 Gäste waren an dem Tag hier. Alle waren sehr begeistert“, erzählt er.

Arbeitsplätze für Einheimische

Die Senioren werden von sechs Pflegefachkräften und fünf Pflegehelfern betreut. Zu den dafür neu eingestellten Mitarbeitern gehören auch zwei aus Pinnow und einer aus Passow.
Bis drei Wochen vor der Eröffnung lief fast alles wie am Schnürchen. Das Haus erstrahlte außen im freundlichen Gelb – der Farbe des Unternehmens, die man auch an den Angermünder Häusern sieht. In den nächsten Tagen wird sich das ändern. Der Bauherr hatte die Rechnung ohne die Denkmalschutzbehörde gemacht und muss jetzt die Fassade umstreichen, damit sie zum denkmalgeschützten Ortskern passt. „Wir haben uns auf einen gelblichen Sandton verständigt“, sagt Olaf Roxlau. Der Kontakt zur unteren Denkmalbehörde wird auch für sein nächstes Projekt nützlich sein, das schon in Planung ist. Er ist der neue Eigentümer des Woltersdorfer Gutshauses, das er bis 2022 für rund zwei Millionen Euro in ein Mehrgenerationenhaus umwandeln will. Da es unter Denkmalschutz steht, sind von Anfang an bestimmte Vorgaben zu beachten. Hier sollen sich einmal Senioren ebenso heimisch fühlen wie Mütter mit Kindern. Für die Gestaltung des Parks in seinem Ursprungszustand, der öffentlich zugänglich bleibt, sucht er derzeit alte Unterlagen und Fotos, zum Beispiel vom Brunnen, von dem Überreste gefunden wurden.