Verreisen birgt in Corona-Zeiten einige Risiken. Doch auch vor der eigenen Haustür kann man erlebnisreiche Herbstferien verbringen. Das stellten in dieser Woche rund 30 Mädchen und Jungen aus Angermünde und Umgebung fest. Sie hatten sich für die Ferienaktion „Kreativ-Wald“ angemeldet, die die Stadt Angermünde im Rahmen des Beech Power-Projektes in Zusammenarbeit mit dem Nabu-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle ermöglichte.

Studierende organisierten verschiedene Aktionstage

Einer der Partner in diesem EU-geförderten Programm ist die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Studierende dieser Einrichtung organisierten auch die dreitägige Ferienaktion in Angermünde, für die sich Kinder im Grundschulalter anmelden konnten. Dabei ging es darum, den Wald mit seinen Tieren und Pflanzen durch Erlebnisse näher kennen und schätzen zu lernen. Für den kreativen Spaß holten sich die Eberswalder Studenten Johanna Brunner und Julius Driftmann mit Johanna Martin und Inga Carriére Künstlerinnen der Gruppe UmKunst mit ins Boot, die sofort voin diesem Pilotprojekt begeistert waren. Unterstützung gab es zudem von Mitarbeitern der Blumberger Mühle und Anna Kalandrova. Die junge Frau aus Tschechien absolviert derzeit in Angermünde und Eberswalde ein Praktikum im Freiwilligen-Projekt IVY der Europäischen Kommission und der Arbeitsgemeinschaft für europäische Grenzregionen.

Fotoshooting mit Maske und Krone

Am Montag ging es für alle gemeinsam zum Waldabenteuer ins Unesco-Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin. Hier erkundeten sie die Waldwildnis und erfuhren mehr über die Natur und die Eiszeit. Es wurde gemeinsam gezeichnet und Naturmaterial für die beiden darauffolgenden Tage gesammelt, wo die Ferienkinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen und ihre Eindrücke künstlerisch umsetzen konnten. Die Kinder lernten Fabelwesen des Waldes kennen und durften sich selbst in Feen oder Vögel verwandeln. Es entstanden Figuren aus verzierten Drahtgestellen, Lampen aus Paier und Blättern, Masken und kunstvoll mit Eicheln und anderen Waldfrüchten verzierte Kronen. Das alles musste natürlich für die Ewigkeit festgehalten werden. So gab es anschließend ein Fotoshooting, bei dem auch der vierbeinige Liebling der Teilnehmer, der Hund von Johanna Martin, nicht fehlen durfte. „Bolek hat schon viele Projekte miterlebt“, erzählte die Künstlerin.

Abstands- und Maskenpflicht

Er sorgte auch mit dafür, dass die Maskenpflicht und das Abstandhalten, worauf in den Räumen der Blumberger Mühle streng geachtet wurde, nicht allzu schwer fiel. Immer wieder gingen zudem Betreuer mit den Kindern gruppenweise hinaus ins Gelände, um Frischluft zu schnappen und sich etwas auszutoben. Obwohl das Wetter vor allem am Mittwoch nicht so recht mitspielte, hat es den Mädchen und Jungen viel Spaß gemacht. Ebenso den Studierenden und den Künstlern, die so etwas gerne wiederholen würden.

Kurse für Erwachsene

„Ich arbeite seit 20 Jahren mit Kindern im unterschiedlichem Zusammenhang, ob in Berliner Jugendklubs und Schulen, im uckermärkischen Mythengarten oder im KulturLinien-Verein Oderberg, aber zum ersten Mal in Angermünde“, berichtete Johanna Martin. Inga Carriére bietet viele Kurse für Erwachsene an. „Das hier ist anders, aber schön. Die Kinder haben viele Ideen und brauchen Abwechslung. Das Wichtigste ist, ihre Kreativität zu wecken. Durch die vielseitige Beschäftigung mit einem Thema bleibt es im Gedächtnis haften“, so die Künstlerin.