Betroffene Waldbesitzer der Uckermark, die ihre eigenen Bäume und Flächen von Naturschützern bedroht sehen, erhalten Unterstützung vom Grundbesitzerverband Brandenburg. Der kritisiert den Managementplan für das Weltnaturerbe. Der fast 400 Seiten starke Plan enthält die Kernziele des Naturschutzes mit eingeschränkter Forstnutzung, mit Auflagen, mit Forderungen nach Biotopen und der Flutung ganzer Flächen. Die Waldbesitzer haben Angst, ihr Erbe zu verlieren. Und sie stellen die Kompetenz des Naturschutzes in Frage.
Als "rechtswidrig" bezeichnet Eberhard Lasson vom Grundbesitzerverband Brandenburg das Zustandekommen des Managementplans im Biosphärenreservat. "Die Naturschutzbehörden kümmern sich einen Dreck um Recht und Gesetz. Beauftragte Planungsbüros sind ohne Absprachen und Voranmeldung unterwegs gewesen, haben Vermessungen und Kartierungen gemacht, Falter gesammelt und Böden untersucht. Ohne Absprache mit den Eigentümern ist das schlicht untersagt."
Lasson erwägt juristische Schritte. Nachdem viele Waldbesitzer und auch Pächter der Region an ihn herangetreten sind, nahm er den teuren Managementplan unter die Lupe, sprach mit Landtagsabgeordneten und Behörden und sogar im Umweltausschuss.
Die Kritik fällt heftig aus. Nach Ansicht des Grundbesitzerverbands wurden Waldbesitzer überhaupt nicht ausreichend informiert, was das Welterbe für Folgen hat. Lediglich einzelne Personen wurden zeitweilig beteiligt. Außerdem dürften die Eigentümer selbst Naturschutzziele umsetzen. Dadurch hätten erhebliche Kosten gespart werden können, so der Vorwurf. Nicht einmal die Landesforstbehörde oder die Experten vor Ort seien einbezogen worden. Dagegen bezeichnet Lasson die Auswahl der beauftragten Büros als "Fall für den Rechnungshof".
Ebenso würden viele Maßnahmen in dem Plan gegen das Naturschutzgesetz verstoßen. Sie seien auch fachlich sehr fragwürdig. "Eigentümer müssen Eingriffe dulden, wenn die Waldnutzung nicht unzumutbar beeinträchtigt wird. Da frage ich mich, wie man ein Waldstück noch nutzen soll, wenn es geflutet wird und die Bäume absterben", schimpft Eberhard Lasson.
Er rät allen betroffenen Waldeigentümern im Umfeld des Grumsiner Buchenwalds wie auch den Landwirten, vorsorglich generell alle geplanten Maßnahmen abzulehnen. "Wir haben überall im Land ähnliche Probleme, aber hier ist der Fall besonders eklatant." In einem Brief an den Umweltauschuss des Landtages schreibt Lasson: "Solange schützenswerter Flora und Fauna von seiten der Behörden nicht anders als mit Verboten begegnet wird, ... wird sich ein Weg zu gedeihlicher Zusammenarbeit nicht beschreiten lassen."