Mit dem Prüfsiegel des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin werden seit 1998 regionale Produzenten ausgezeichnet, die sich durch Qualität, Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung herausheben. Beim Aktionstag wurde dieses Zertifikat an zwei weitere Unternehmer verliehen.
Tische aus Abrissholz und Waldbaden mit Hypnose, das sind zwei innovative Ideen und Produkte aus der Region, denen auf dem Aktionstag in der Blumberger Mühle das Prüfzeichen des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin verliehen wurde. Das Biosphärenreservat hat mit dem Prüfzeichen ein Label entwickelt, mit dem Unternehmer sichtbar für Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit werben können und unter dieser Marke auch eine Plattform finden für Austausch und Marketing.
Voraussetzung, dass sich die Unternehmen mit den Prinzipien des Unesco-Biosphärenreservates identifizieren und sich durch nachhaltiges, natur- und sozialverträgliches Wirtschaften für den Schutz der natürlichen Ressourcen in der Biosphäre einsetzen. Diese Kriterien erfüllen die beiden neuen Prüfsiegel-träger, denen Schutzgebietsleiterin Ulrike Garbe nun das emaillierte Schild als handfestes Qualitätssiegel überreichen konnte.
Thomas Abraham betreibt in Joachimsthal eine Tischlerei mit Familientradition seit 1895. Sein Markenzeichen sind Tische mit Geschichte. „Tische bauen viele. Also wollte ich etwas ganz Besonderes machen, regional und nachhaltig“, erzählt Thomas Abraham. Für seine Möbel verwendet er gebrauchtes Holz aus Abrisshäusern. Die alten Balken sucht er sorgfältig aus, recycelt und möbelt sie auf zu unverwechselbaren Unikaten. Die Tische tragen die Zeichen der Zeit und erzählen Geschichten. So wird nicht nur der heimische Rohstoff Holz wiederverwendet und damit wertgeschätzt, auch das traditionelle Tischlerhandwerk wird belebt und bewahrt. So hat Thomas Abraham aus einem abgebrannten Haus alte Balken gerettet und verkohlte Stellen als Detail mitverarbeitet. Löcher im Holz füllt er mit Harz aus und versenkt darin gefundene Schätze wie alte Schrauben oder andere Gegenstände, die an eingeschlossene Fossilien erinnern und Geschichte sichtbar machen.
Diese handgefertigten Unikate unter der Marke Mark/E für Mark Brandenburg und E wie Erhalten kann Thomas Abraham nun unter dem Qualitätssiegel des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin vertreiben, das nicht nur in der Region, sondern auch auf dem großen Berliner Markt schon einen bekannten Namen bei Verbrauchern hat, die auf  bewussten, nachhaltigen Konsum Wert legen. Und schließlich wirbt auch das Biosphärenreservat damit für sich selbst als Modellregion für Wirtschaften und Leben im Einklang mit der Natur.
Diese Philosophie lebt auch Mental-Trainer und Hypnose-Coach Martin Fletcher aus Bebersee. Er hat das Prüfzeichen für ein touristisches Gesundheitsangebot  erhalten. Fletcher bietet in seiner uckermärkischen Heimat, in die er nach einigen Jahren im Ausland zurückgekehrt ist, Waldbaden an. Nicht mit Handtuch und Badehose im einsamen See, sondern als langsame ausgedehnte Wanderungen mit tiefen Atemzügen der Waldluft,  Meditation unter Bäumen und sanfter medizinischer  Hypnose. Es ist ein Konzept, das aus Japan kommt und das Fletcher nun für den uckermärkischen Wald umwandelt.
„Die Heilkräfte des Waldes durch die Terpene in der Waldluft verschaffen nicht nur bewusste Entschleunigung, sie können nachweislich das Immunsystem stärken“, erklärt Martin Fletcher. Gestresste, erschöpfte, auch kranke Menschen sollen durch sein Angebot des meditativen Waldbadens Kraft schöpfen und sich buchstäblich runderneuern können.
Insgesamt 78 Prüfmarkenträger gibt es derzeit im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, darunter 36 Imker und Lebensmittelproduzenten,  15 Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe, sechs Handels- und zwei Handwerksunternehmen und auch mittlerweile drei touristische Freizeitangebote.