Angermünde steht der Erfolg ins Gesicht geschrieben. Mit jeder alten Bruchbude im Stadtkern, die im saniertem Gewand als neues Schmuckstück aufersteht, ist Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung für jeden öffentlich sichtbar gemacht worden. Seit dem Start des Sanierungsprogramms als bisher umfangreichstes Investitionsprojekt in der Angermünder Geschichte sind 99 Prozent der öffentlichen Straßen und Plätze sowie weit über die Hälfte des historischen Gebäudebestandes in der Innenstadt saniert und damit vor dem sicheren Verfall gerettet worden. Bisher wurden im Denkmalschutzprogramm rund 30 Millionen Euro Fördermittel ausgereicht. Auf jeden Fördereuro kommt dabei mindestens doppelt soviel privates Kapital, von sicheren Aufträgen und gesicherten Arbeitsplätzen für Bau- und Handwerksfirmen vornehmlich aus der Region, von der Bauklempnerei bis zum Maler oder Heizungsbauer, ganz zu schweigen.
Rund 60 sanierungsbedürftige und sanierungsfähige Häuser warten noch auf ihren "Jungbrunnen". Bis auch das letzte Haus in der Altstadt saniert ist, werden Jahre ins Land gehen, weil die Fördermittel jährlich nur für einige wenige Maßnahmen reichen. Und manches alte Haus wird das Warten nicht mehr überleben. So mussten zwei historische Häuser in der Berliner Straße und im Hohen Steinweg mit Genehmigung von Denkmalschutz und Landesbauamt abgerissen werden, weil ihr maroder Zustand eine Sanierung nicht mehr wirtschaftlich machte. Das gleiche Schicksal könnte dem verfallenen Haus in der Klosterstraße 44 drohen. Allerdings wird jeder Abriss in der Altstadt mit der Auflage zum gestalterisch angepassten Neubau verbunden, um Baulücken im geschlossenen Sanierungsgebiet zu vermeiden.
Zu den größten und gleichzeitig öffentlichkeitswirksamsten Sanierungsprojekten 2013 und 2014 gehört das geschichtsträchtige Eckhaus "Grambauers Kalit", einer der großen Brocken, die ohne großzügige Förderung finanziell gar nicht zu stemmen gewesen wären. Rund 2,5 Millionen Euro werden investiert. 1,7 Millionen Euro Fördermittel fließen. Hier entsteht wieder ein Restaurant mit Bistro und Biergarten auf dem Innenhof, sowie eine Pension und Wohnungen. Eigentlich sollte schon zum Weihnachtsgeschäft 2013 Eröffnung gefeiert werden. Die Pensionszimmer sind zwar bezugsfertig, doch die Inneneinrichtung der Gasträume und vor allem der Küche als maßgeschneiderte Sonderanfertigung verzögerte sich. Nun rechnen die Bauherren mit einer Eröffnung vielleicht zum Frauentag.
Der nächste große Brocken ist das Haus Uckermark, das die Stadt zum neuen Standort für Museum und Tourismusverein ausbauen will. In diesem soll das baufällige Nebengebäude, das einst den Kinosaal beherbergte, abgerissen werden. Auch für die Mälzerei gibt es ein privates Investorenpaar, das ein Mehrgenerationenhaus plant. Die Verkaufsverhandlungen mit der Stadt laufen. Kleinere Fördermaßnahmen sind z. B. die Sanierung eines der letzten originalen Fachwerkhäuser Berliner Straße 46, die Sanierung Richtstraße 8, verschiedene Sicherungsmaßnahmen an Gebäuden in der Klosterstraße sowie der Abschluss der Neugestaltung des Seetors.