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Kreis erteilt Stadt zum Preis von einem Euro den Zuschlag für das Fachwerkgebäude in der Tuchmacherstraße

Bernau bekommt das Kantorhaus

Harrt besseren Zeiten: Einziges Möbelstück im verlassenen Kantorhaus ist ein Klavier.
Harrt besseren Zeiten: Einziges Möbelstück im verlassenen Kantorhaus ist ein Klavier. © Foto: Fabian Sauer
Sabine Rakitin / 20.12.2011, 21:23 Uhr
Bernau/Eberswalde (MOZ) Bernaus ältestes Gebäude, das Kantorhaus, gehört bald der Stadt. Für den symbolischen Preis von einem Euro gibt der Landkreis die Eigentumsrechte an dem Fachwerkhaus ab. Zurzeit wird im Landratsamt in Eberswalde gerade der Kaufvertrag vorbereitet.

In nichtöffentlicher Sitzung hatten die Kreistagsabgeordneten jüngst dem Verkauf des Kantorhauses an die Stadt Bernau zugestimmt. Die wird jetzt offiziell informiert, dass sie den Zuschlag erhalten hat. Zurzeit werde der Kaufvertrag aufgesetzt. Dieser enthalte nicht nur den symbolischen Kaufpreis von einem Euro, sondern auch die Bedingung, dass die Stadt das Fachwerkhaus aus den Jahren 1582/83 einer öffentlichen Nutzung zuführen muss, erklärte Barnims Finanzdezernent Jörg Mocek gestern. Zudem dürfe das Kantorhaus in den nächsten fünf Jahren nicht weiterverkauft werden. Sollte das aus irgendwelchen Gründen doch der Fall sein, so müsse die Stadt den Differenzbetrag zwischen Kaufpreis und Verkehrswert an den Kreis abführen, sagte der Dezernent. So sollen Grundstücksspekulationen verhindert werden.

Das Kantorhaus in der Tuchmacherstraße hatte bis zum Frühjahr 2010 die Außenstelle der Kreismusikschule beherbergt. Danach schrieb der Kreis die Immobilie zum Verkauf aus. Doch es gab keine Interessenten. Also wurde Ende des vergangenen Jahres eine zweite Ausschreibung angesetzt. Das Bernauer Rathaus lehnte zunächst eine Beteiligung ab. In letzter Minute gab die Stadt dann doch noch ein Angebot für das Kantorhaus ab - auf Initiative der vier Bernauer Kreistagsabgeordneten Adelheid Reimann und Sabine Schmalz (beide SPD), Klaus Geißler (Freie Fraktion) sowie Péter Vida (Unabhängige) und auf Geheiß der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung. Der symbolische Kaufpreis von einem Euro war mit Bedacht niedrig gewählt worden, um damit den Anstoß zu "konstruktiven nutzungsorientierten Gesprächen zwischen Stadt und Landkreis" zu geben.

Es vergingen weitere sieben Monate, bis Bewegung in die Angelegenheit kam. Um eine Immobilie unterhalb des Verkehrswertes verkaufen zu können, müsse der Landkreis eingehend prüfen, ob die künftige Nutzung im öffentlichen Interesse liege und auf Dauer angelegt sei, erklärte Dezernent Mocek im Sommer und forderte die Stadt deshalb auf, ein Nutzungskonzept für das Kantorhaus einzureichen. Im September fiel im Hauptausschuss die Entscheidung: Die Stadt will das Kantorhaus als Trauzimmer, Sitz der Bernauer Stadtmarketinggesellschaft und Ort einer Ausstellung über die Stadtgeschichte und -entwicklung nutzen.

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