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Mit dem Jahreswechsel vollzieht sich der Umbau des Rettungsdiensts im Barnim

Neue Wachen, neue Sanitäter

Viola Petersson / 01.01.2012, 17:55 Uhr
Bernau/Eberswalde (MOZ) Für die Rettungsdienst Barnim GmbH begann das Jahr 2012 naturgemäß mit Einsätzen - und mit einer Neuerung. Gestern trat im Landkreis der neue "Rettungsdienstbereichsplan" in Kraft. Zwei zusätzliche Wachen wurden eröffnet: in Biesenthal und in Sandkrug.

Ein noch ungewöhnliches Bild zeichnet sich mit dem neuen Jahr in zwei Barnimer Kommunen ab: Rettungskräfte im Gemeindehaus Sandkrug und bei der Freiwilligen Feuerwehr Biesenthal. Dazu gesellen sich zwei nagelneue Einsatzfahrzeuge. Seit gestern, 7 Uhr, sind sie dort stationiert. Vorerst für ein Jahr. Denn der neue Rettungsdienstbereichsplan soll innerhalb der nächsten zwölf Monate erprobt werden.

Für diese Zeit ist als konkretes Ziel vorgegeben, die gesetzlichen Vorgaben in puncto Schnelligkeit bei akuten Einsätzen zu erfüllen. Demnach muss der Rettungsdienst in 95 Prozent aller Notfälle die sogenannte Hilfsfrist von maximal 15 Minuten einhalten. In der Vergangenheit hatte der Barnim dieses Ziel jedoch nicht erreicht. Als einzelne Schwachpunkte hatten sich dabei nach den Einsatzprotokollen vor allem die Bereiche Basdorf, Biesenthal, Chorin, Joachimsthal, Friedrichswalde und Werneuchen erwiesen.

Die Ordnungsamtsleiterin der Barnimer Kreisverwaltung, Ilka Zerche, ist zuversichtlich, dass der Kreis mit dem neuen Plan den Vorgaben gerecht werden kann. Immerhin wurde die Rettungsdienst GmbH - auf der Grundlage eines Kreistagsbeschlusses - mit dem Jahreswechsel kräftig aufgerüstet. Und zwar in personell sowie auch in technischer Hinsicht.

Statt vormals lediglich acht gibt es nun insgesamt zehn Wachen im Landkreis Barnim. Die offizielle Eröffnung der beiden neuen Standorte Sandkrug und Biesenthal soll am Mittwoch, 18. Januar, um 11 Uhr in Biesenthal gefeiert werden, so Zerche.

Gleichzeitig wird die Wache Althüttendorf nach Joachimsthal verlegt. Und zwar geschieht dies bereits in den nächsten Tagen. In der Schorfheidestadt wurde kurzfristig doch noch ein geeignetes Objekt gefunden, und zwar in Bahnhofsnähe, erklärt Carola Zimmermann, in der Kreisverwaltung fürs Controlling zuständig. Der Mietvertrag wurde noch im alten Jahr unterzeichnet.

Basdorf und Seefeld erhalten neue Fahrzeuge, jeweils einen zusätzlichen Rettungswagen (RTW). Dieser steht laut Ilka Zerche von montags bis freitags in der Zeit zwischen 8 und 20 Uhr zur Verfügung. Auf diese Weise soll der Bedarf bei parallelen Einsätzen im Niederbarnim gedeckt werden. Bis die beiden neuen Fahrzeuge, die dafür noch 2011 bestellt worden waren, etwa Mitte Januar eintreffen, sind Reserve-Rettungswagen im Einsatz, sagt Ilka Zerche.

Personell wurde die Rettungsdienst GmbH um 17 Kräfte aufgestockt. Im November beziehungsweise Dezember haben die Rettungsassistenten und -sanitäter ihre Arbeitsverträge unterschrieben. Sie sind - wegen der Erprobung - zunächst auf ein Jahr befristet.

"Einige Kollegen kommen aus der Rettungsdienst GmbH, kennen sich also hier schon bestens aus", sagt die Amtsleiterin. Im Zuge sogenannter Personalentwicklungsmaßnahmen sind sie "aufgestiegen". Darüber hinaus gab es nach einer Stellenausschreibung echte Neueinstellungen.

Die neue Struktur kostet natürlich auch Geld. Sie schlägt mit einem finanziellen Mehraufwand von immerhin 1,4 Millionen Euro zu Buche. Insgesamt sind für den Rettungsdienst 2012 rund achteinhalb Millionen Euro veranschlagt worden - bei mehr als 23000 kalkulierten Einsätzen. Aufkommen müssen dafür die Krankenkassen.

"Unser Plan ist mit den zusätzlichen Maßnahmen für ein Jahr von den Krankenkassen bestätigt worden", versichert Zimmermann. Grundlage der Neuorganisation des Rettungsdienstes war ein Gutachten, das der Landkreis in Auftrag gegeben hatte.

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