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Gymnasium in Bad Kreuznach startet Pilotprojekt in neuer Mensa

Neuruppins Partnerstadt kocht mit Lafer

Johann Lafer
Johann Lafer © Foto: Guido Karp
Marcus Kluge / 23.01.2012, 20:09 Uhr - Aktualisiert 23.01.2012, 20:56
Neuruppin/Bad Kreuznach (MZV) Neuruppins Partnerstadt Bad Kreuznach macht derzeit mit einem besonderen Pilotprojekt auf sich aufmerksam: Fernsehkoch Johann Lafer will in der neuen Schulmensa unter Beweis stellen, dass gesundes und schmackhaftes Essen für weniger als vier Euro pro Tag möglich ist.

Derzeit gibt es keine großen Unterschied zwischen der Schulspeisung im Ganztags-Gymnasium am Römerkastell in Bad Kreuznach und den hiesigen Schulen. „Wir bekommen das warme Essen geliefert“, sagt Schulleiter Hermann-Josef Bläsius. Zwei Menüs stehen wochentags für alle zur Auswahl. Weil das Gymnasium aber keine Mensa hat, müssen die Schüler im Klassenraum speisen. Das schmutzige Geschirr holt der Essenlieferant wieder ab.

Doch diese Zeiten gehören in Neuruppins Partnerstadt bald der Vergangenheit an. Im November erfolgte der Spatenstich für die rund vier Millionen Euro teure und zirka 480 Quadratmeter große Mensa. Laut Bläsius klafft schon eine tiefe Baugrube an der Stelle, an der es sich spätestens ab August Schüler und Lehrer richtig schmecken lassen können.

Dabei haben nicht nur der Kreis als Schulträger, das Kultusministerium von Rheinland-Pfalz und die Hochschule von Fulda ihre Finger mit im Spiel, sondern auch der bekannte Fernseh- und Sternekoch Johann Lafer. Er will im Rahmen des Projekts „food@ucation“ mit dieser Mensa künftig unter Beweis stellen, dass frisches, regionales und natürlich schmackhaftes sowie gesundes Essen für Kinder und Jugendliche in Deutschlands Schulküchen für unter vier Euro pro Tag möglich ist. Im ersten Jahr des Pilotprojekts wird Lafer dafür auch das wirtschaftliche Risiko übernehmen, heißt es in der Projektbeschreibung.

Mit dieser Idee, zur gesunden und nachhaltigen Schulverpflegung war der 54-jährige Koch selbst auf die Schule zugekommen, so Bläsius. Denn ein Vorzeigeprojekt für mustergültige Schulspeisung gibt es in Deutschland bislang nicht. Schon bevor der erste Spatenstich Anfang November erfolgte, waren Schule, Schüler und Eltern dafür mit eingebunden worden. Unter anderem wurden Arbeitskreise gegründet, die sich mit dem Verpflegungskonzept in der Mensa beschäftigen oder auch mit der Einrichtung. Zudem wurde im Rahmen des Projekts eine Schul-Oecotrophologin, eine Ernährungswissenschaftlerin, eingestellt. Sie soll die Schnittstelle zwischen dem Mensa-Management und schulischer Ernährungsbildung sein. Weil von Beginn an die Schüler aber im Mittelpunkt stehen, organisierte die Hochschule Fulda zudem eine Umfrage, in der die Schüler ihre Wünsche zur Gestaltung der Mensa vorbringen konnten.

TV-Koch Lafer wird im Sommer nicht nur das neue Bauwerk eröffnen, sein Team wird sich auch nach den Essenswünschen der Schüler richten. In einer modernen gläsernen Küche können die Kinder und Jugendlichen zudem sehen, wie ihr Mittagsmahl zubereitet wird.

„Letzlich geht es um Ernährungsbildung ganz allgemein“, sagt Schulleiter Bläsius. Jeder Erwachsene wisse zwar, was gesund ist und was nicht, „aber man hält sich nicht unbedingt immer daran“. In der Schulküche soll das dank Lafer-Unterstützung anders werden. Nur gesunde Gerichte aus ökologisch einwandfreien Grundprodukten der Region und passend zu Saison stehen künftig auf dem Speiseplan, aber auch so angerichtet, dass Schülern das Wasser im Mund zusammenläuft.

Mit den Ideen ist man in Neuruppins Partnerstadt auch noch nicht am Ende. Derzeit wird unter anderem geprüft, ob die Schüler künftig via App auf ihrem Handy das Menü abrufen und bestellen können.

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