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Kunstwerk von Michael Klein wird in der Wegendorfer Bronzegießerei von Wilfried Hann in Form gebracht

Ein Ehrenplatz für Hans Fallada

In der Wegendorfer Werkstattf: Kunstgießer Wilfried Hann (l.) und Bildhauer Michael Klein. Das Modell der sitzenden Fallada-Figur soll in dieser Woche in Bronze gegossen werden.
In der Wegendorfer Werkstattf: Kunstgießer Wilfried Hann (l.) und Bildhauer Michael Klein. Das Modell der sitzenden Fallada-Figur soll in dieser Woche in Bronze gegossen werden. © Foto: MOZ Gerd Markert
Irina Voigt / 24.01.2012, 07:45 Uhr
Neuenhagen/Wegendorf (MOZ) Als der Rathausanbau vor einem halben Jahr eingeweiht worden war, fiel den Besuchern eine Art Bank im Theatron vor dem Eingang auf. Hier soll noch in diesem Jahr eine Skulptur von Hans Fallada aus der Bildhauerwerkstatt von Michael Klein "Platz nehmen".

Der Bildhauer Michael Klein ist derzeit oft in Wegendorf in der Kunstgießerei von Wilfried Hann anzutreffen. Dort sind die letzten Handgriffe nötig, bevor der Bronzeguss beginnt und aus der Gipsskulptur ein Kunstwerk für die Ewigkeit entstehen lässt.

Neuenhagens Bürgermeister Jürgen Henze hatte vor über fünf Jahren die Künstler des Ortes zu sich eingeladen und sie inspiriert, sich Gedanken darüber zu machen, wie Kunst in Neuenhagen erlebbarer werden kann. Unter den Gästen im Rathaus war auch Michael Klein, der Bildhauer, zu finden. Dessen Verehrung für Fallada und die Rolle Neuenhagens im Leben und Schaffen des Schriftstellers ließen schnell nur eine Idee zu: eine Skulptur für Hans Fallada. "Ein Kunstwerk im öffentlichen Raum, das gleichzeitig die Geschichte aufleben lässt", dafür konnte sich auch Bürgermeister Henze begeistern. Und so hat er begonnen, für die Bronzeplastik Spenden zu sammeln, während Michael Klein gedanklich an ihr arbeitete. Die Vorstellungen, die sich Klein damals von der Figur machte, sind inzwischen überholt. Der Rathausvorplatz, das Theatron, braucht eine andere Plastik. Und so begann die Arbeit des Bildhauers fast von vorn.

Das Modell ist fertig. Nun folgt der spannendste Teil, der Bronzeguss. In der Gießerei in Wegendorf wird in diesen Tagen darauf hingearbeitet. Die Abdrücke der sitzenden Skulptur aus Gips sind bereits in Silikon gegossen. Dafür musste "Fallada" vorsichtig in Stücke zerlegt werden. "Zum einen ist der Brennofen nicht so groß und zum anderen muss der Guss so vorbereitet sein, dass alle Feinheiten auch genau übertragen werden können", sagt der Kunstgießer Wilfried Hann. "Unser Gesetz ist das Modell", sagt er. Und Michael Klein ist bei jedem Arbeitsschritt dabei. Der Künstler entscheidet, wo welcher Schnitt zu setzen ist. Dabei achten beide darauf, dass Falladas Gesicht unangetastet bleiben kann. Er besäubert selbst die "Nähte" am fünf bis sieben Millimeter dicken Wachshohlguss, der als Positiv mit Hilfe der Silikon-Negativ-Formen gegossen wird. "Noch bevor der Bronzeguss stattfindet, kommen die Neuenhagener Auftraggeber aus dem Rathaus in die Werkstatt nach Wegendorf, um sich die Figur anzusehen", sagt Klein. Drei Tage lang muss der Ofen dann langsam geheizt werden, damit er die Betriebstemperatur von 650 Grad hält. Die flüssige Bronze - 180 Kilogramm werden es sein - schmilzt das Wachs und nimmt als Guss dessen Platz ein. Langsam wird der Ofen dann wieder heruntergekühlt, um Risse im Guss zu vermeiden.

Den Platz, den "Fallada" schließlich im Theatron einnehmen wird, könnte sich der Künstler gut mit rankendem Grün eingefasst vorstellen, damit die Situation drum herum nicht so kühl, so steril wirke. Zum Rathausfest am 9. Juni soll es so weit sein.

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