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Naturfreunde monieren Fällaktion am künftigen neuen Parkplatz neben dem Biesenthaler Bahnhof

Nur wenige Bäume stehen gelassen

Am Bahnhof: Nur ein paar Bäume sind auf der Fläche neben den Gleisen stehen geblieben. Auf dem Areal soll ein Parkplatz entstehen. Rechts im Bild ist das Bahnhofsgebäude zu sehen.
Am Bahnhof: Nur ein paar Bäume sind auf der Fläche neben den Gleisen stehen geblieben. Auf dem Areal soll ein Parkplatz entstehen. Rechts im Bild ist das Bahnhofsgebäude zu sehen. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Brigitte Horn / 01.02.2012, 21:49 Uhr
Biesenthal (MOZ) Mit dem Abriss einer alten Hotelruine am Bahnhof in Biesenthal glaubt man in Kreisen der Stadtverordneten, etwas Gutes für das Ortsbild getan zu haben. Doch das Fällen mehrerer Bäume auf besagtem Areal hat jetzt Naturschützer auf den Plan gerufen.

Das fragliche Gebiet fast unmittelbar an den Schranken am Biesenthaler Bahnhof soll als Parkplatz für Pkws und Fahrräder gestaltet werden. "Weshalb müssen denn dafür die Bäume weg?", fragt Herbert Noll. Zuerst hieß es, die könnten stehen bleiben, doch nun sei einfach die Säge angesetzt worden. Er verstehe ohnehin nicht, dass jetzt noch ein Parkplatz am Bahnhof gebaut werden soll. Seines Erachtens reiche der unmittelbar daneben liegende Parkplatz des Discounters Aldi dafür völlig aus.

Auch die Biesenthaler Stadtverordnete Heike Müller (Grüne) bekundete ihren Unmut über die Fällung der Bäume. Die Begehung vor Ort sei nicht ausreichend, um kurz danach schon mit dem Fällen zu beginnen. Zumindest wäre es notwendig gewesen, vorher noch einmal im Bauausschuss über diese Bäume zu reden. Schließlich gehe es dabei um den Naturschutz sowie um Veränderung in einem ortsbildprägenden Bereich.

An der Begehung habe aber auch der Vorsitzende des Bauausschusses, Andreas Jahn, und die für Bäume zuständige Mitarbeiterin der Amtsverwaltung teilgenommen, informierte Astrid Schaefer von der Amtsverwaltung Biesenthal-Barnim. Von daher seien bei dem Vor-Ort-Termin fachlich kompetente Teilnehmer dabei gewesen. Bei einigen der kontrollierten Robinien war festgestellt worden, dass dort, wo sich der Stamm teilt, dass Holz zu weich und von Mikroorganismen angegriffen gewesen sei. Zum Teil sei auch das Innere des Stamms nicht mehr fest gewesen. "Und einer der Bäume stand sehr schräg. Etliche waren auch von Misteln befallen und damit nicht mehr sehr widerstandsfähig", sagte Astrid Schaefer. Im Interesse der Verkehrssicherheit habe man deshalb entscheiden müssen, einige Bäume zu fällen. In diesem Zusammenhang erklärte sie, dass nie die Rede davon gewesen sei, alle Bäume stehen zu lassen. Vielmehr sei es darum gegangen, so viele Bäume wie möglich zu erhalten und trotzdem der Verkehrssicherungspflicht für den künftigen Parkplatz Genüge zu tun. Vier bis sechs Bäume würden auf der künftigen Parkplatzfläche stehen bleiben. Darüber hinaus, so informierte sie, werden auf der Fläche auch wieder neue Bäume gepflanzt.

Was den benachbarten Parkplatz des Discounters betrifft, so sei zu beachten, dass das Privatgelände sei. "Die Stadt kann nicht davon ausgehen, dass er als öffentlicher Parkplatz von den Pendlern und anderen Bahnreisenden genutzt werden kann", gab die Fachfrau aus der Amtsverwaltung zu bedenken. Und die derzeit vorhandenen öffentlichen Parkplätze im Bahnhofsbereich würden nicht ausreichen.

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