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Bürgerbeschwerden gegen Windkraft

Oliver Schwers / 08.02.2012, 07:46 Uhr
Bernau/Eberswalde (MOZ) Begleitet von Protesten betroffener Bürger hat die Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim neue Voraussetzungen für Windgebiete beschlossen. Künftig dürfen Strommühlen auch in Wäldern stehen. Der Fünf-Kilometer-Mindestabstand zwischen den Feldern wird halbiert.

"Krank durch Infraschall" - das steht auf einem Pappschild, mit dem ein aufgebrachter Bürger von der übervollen Publikumstribüne der Eberswalder Kreisverwaltung herunter winkt. Er hat Angst vor immer neuen und immer größeren Windkraftanlagen.

So wie er empfinden es zahlreiche Betroffene. Eine wachsende Zahl von Bürgerinitiativen aus beiden Landkreisen begleitet die Sitzungen von Planungsausschuss und Regionalversammlung. Viele von ihnen haben massenhaft Einwände und Beschwerden gegen die Ausweitung der Riesenräder geschrieben.

"Jedes Ding hat sein Maß", so Hans-Jürgen Klemm von der Barnimer Bürgerinitiative "Hände weg vom Liepnitzwald". Infraschall zerstöre die Gesundheit, auf den Windrädern herrsche kein Brandschutz. Wenn jetzt auch noch der Wald frei gegeben werde, sei er in seiner Funktion gefährdet - so die Vorwürfe.

Größere Abstände zu Wohnhäusern verlangen Bürger aus Wallmow (Uckermark). Ihnen genügen die vorgegebenen 1000 Meter nicht. Die kaum zu verhindernde Umzingelung ganzer Dörfer stehe im Widerspruch zu den Zielen der Regionalplanung, so Anwohner Matthias Poller während der Einwohnerfragestunde.

Ebenso reagieren Einwohner aus Crussow bei Angermünde. Die "Herrschaften" in der Regionalplanung seien offenbar an Gesetze gebunden, "nicht aber an unsere Sorgen", so Hartmut Konipanzki.

Und in Lanke fühlt man sich gleich von zwei Seiten durch die Windkraft bedrängt, wenn der neue Windplan wie geplant beschlossen wird.

Das Für und Wider zu den Windeignungsgebieten entzweit Bürger und Kommunalpolitik. Denn der Strom aus erneuerbaren Energien findet vielerorts auch Fürsprecher. Nicht nur in der Industrie. Es gibt in beiden Landkreisen Gemeinden, die auch auf ihrem Territorium weitere Anlagen sehen wollen.

Man werde den Konflikt nicht herauslösen können, meint der Barnimer Landrat Bodo Ihrke, Vorsitzender der Planungsgemeinschaft. Er bezieht sich auf Atomkraftdebatten, auf Braunkohle. "Wenn wir nicht reglementieren, gibt es Wildwuchs", so Ihrke. Er verteidigt die neuen Kriterien, die die Planungsgemeinschaft jetzt mit überdeutlicher Mehrheit beschlossen hat.

Sie halbiert die derzeit noch gültigen Mindestabstände zwischen den Eignungsgebieten, lässt Windkraft in Wäldern zu, räumt aber auch dem Artenschutz und dem Kulturlandschaftsbild mehr Beachtung ein. Am Ende soll die beanspruchte Fläche für Windeignungsgebiete weiter zunehmen.

Darauf reagiert die Bürgergemeinschaft "Rettet die Uckermark", die mit dem Protestthema Windkraft seit Jahren im uckermärkischen Parlament sitzt, mit heftiger Kritik. Viel zu große Eile, "keine ernsthafte Abwägung" der vielen Einwände und ein "Durchwinken" beim Abstimmungsverhalten ärgern deren Sprecher Hans-Joachim Mengel. Übergeordnete Pläne würden auf Kosten einer Region durchgesetzt. Schon jetzt seien weite Teile des Planungsgebietes überfrachtet. Als ihm nur fünf Minuten Gesamtredezeit während der Versammlung eingeräumt werden, verlassen die beiden Vertreter der Bürgergemeinschaft erbost den Saal.

Die neuen Kriterien für den Windplan Uckermark-Barnim sollen jetzt bei der Abwägung der vielen Bürgerhinweise behilflich sein. Dann wird der vorliegende Entwurf noch einmal öffentlich in beiden Landkreisen für weitere Stellungnahmen ausgelegt.

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Klemmi 10.02.2012 - 01:18:48

Bis vor Kurzem dachte ich ebenso...

Na dann - Wölfchen wollen wir es mal mit ein paar Lösungsansätzen versuchen und vielleicht machst Du ja dann mit anderen mit bei uns: Zum einen ist Wandlitz mit seinen Ortsteilen heute schon quasi "Selbstversorger" mit Strom, u.a. auch mit Windenergieanlagen und es kommen in Kürze drei weitere hinzu - auf Feldern! Dann - ein alter Buchenwald ist nicht gleich einem Wald im Minenfeld einer Konversionsfläche oder der Haldenlandschaft einer leeren Tagebaubrache...da könnten vielleicht auch welche stehen - sofern sie die dort in der Nähe noch wohnene Bevölkerung sie mag. Man sollte die betroffenen Menschen schon mal fragen - vorher, oder? Ebenso sollte zuerst einmal eingespart werden, auch bei Dir. Speicherbar ist bisher nur Wasserkraft, kein Wechselstrom aus Windrädern und Solarstrom ist eine Teilzeitform. Geothermie wäre eine Alternative, jedoch wird diese selbst dort wo Potentiale sind kaum vorangetrieben und steht nicht an allen Orten zur Verfügung. Bei Biogas ist bei "Maisfütterung" das durch Düngung erzeugte Lachgas schlimmer für das Weltklima, als das CO² bei einer Braunkohleschleuder. Und Solarzellen ohne Nutzung von Dachflächen verbrauchen unsinnig viel Landfläche, während Falchdächer allerorts ohne dastehen. Dieser Strom muß auch nicht über Land transportiert werden, könne sofort in Deinem Rechner seine Wirkung tun - Klasse. Es ist wirklich nicht einfach ein Kleid bei jedem Mädel schön zu finden und genau so verhält es sich mit der Energieversorgung. Richtig ist, man sollte nicht den Nachbarn mit den eigenen Problemen belasten, nur geschieht das denn? Stromverluste von bis zu 30% durch hunderte km lange Kabeltrassen quer durchs Land zu verlegen kann doch auch nicht der letzte Wille sein - oder? Weshalb dann nicht nach den regionalen Bedürfnissen vorgehen? Wald - sprich CO²-bindende Bäume, egal welcher Art zu opfern ist eine der schlechtesten, da damit die Lebensgrundlage einer Unmenge von Tieren vernichtet wird. Neben den natürlichen sind es dann genau die künstlich erzeugten neuen "Waldränder", an denen die Fledermäuse, Greif- und Singvögel ihre Siedlungsplätze einnehmen und zum Nutzen der Beutegreifer geschreddert werden. Vogelschutz, Artenschutz im allgemeinen, wozu auch Menschenschutz (siehe Grundgesetz) zählen sollte, fällt bei der derzeitig subventionierten Energieerzeugungsstrategie so gut wie völlig aus. Die Erfahrungen unserer Mitbürger mit vielen Windrädern in ihrem Wohn- und Lebensumfeld (Uckermark, Sachsen-Anhalt, Friesland) kann man nicht mehr als reine Spinnerei abtun. Was vielleicht helfen könnte wäre, alle Subventionen streichen und alle Erzeugungskosten voll in den Endpreis einrechnen. Dann würde gespart - überall. Dann wären viele nur durch die Subventionen geeignete Standorte sofort ohne Bedeutung und auch Innovation für sparsamere Technologien würden schneller praxiswirksam. Vielleicht ein Weg zu wieder mehr Lebensqualität? Das allerdings bedeutet - Wegfall von Parteispenden, tollen Zuwendungen durch die Lobby usw. .... Ein Traum - noch.

Wölchen 09.02.2012 - 22:15:06

Positionen der BI "Hände weg vom Liepnitzwald"

@ klemmi Bei allem Verständnis für Ihre und Ihrer Bürgerinitiative für mich teilweise verständliche Position zur Verhinderung von Windkraftanlagen in Ihrem Einzugsbereich steht die Frage, welche Form der Energiegewinnung in unserer "aufgewühlten" Gesellschaft überhaupt noch akzeptiert wird. Ich wohne allerdings weit entfernt von Ihrem Liepnitzwald, was man als Besserwisserei eines Unbeteiligten deuten möge; mein Grundstück befindet sich allerdings in der Einflugschneise von Tegel und später von Schönefeld. Hier kommt es m. E. auch auf die persönliche Einstellung und Akzeptanz zu äußeren Einflüssen sowie die Charaktereigenschaften der Betroffenen an. Mich stören z,B. in meiner Umgebung mehr das Hundegebell oder die Signale der Industriebahn als der Fluglärm. Ich habe die Frage, welche Energiegewinnungsform Sie für Ihren Bereich favorisieren würden. Der ironisch gemeinte Vorschlag mit ernstem Hintergrund von HNEE zur Erhöhung der Steckdosenzahl möchte ich dadurch ergänzen, wie wäre es mit einer Anstauung der Verbindung zwischen Liepnitzsee und Obersee zur Ausnutzung der Wasserkraft? Ansonsten zu Ihrer langen und ermüdenden sowie schlaffördernden Abstimmungsempfehlung, auf die Sie bestimmt stolz sind, nur eine Bemerkung: "Strg Entf". Abschließend noch eine Empfehlung: Überlassen Sie bitte die Einschätzung zu "provokativem Schwachsinn" bitte einem Psychologen oder Psychotherapeuten; niemand ist davor gefeit.

Wanda 09.02.2012 - 16:06:24

Windkraft in Brandenburg

Also, in Brandenburg stehen tatsächlich ungefähr 3000 Windenergieanlagen! Und wenn man niebach so liest, wahrscheinlich alle in den Nähe seiner Wohnung. Tatsächlich sind es in der Uckermark ungefähr 470 Anlagen (Stand 31.12.2010): http://www.mugv.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.2328.de/wka_udat.pdf Ich bin immer wieder erstaunt, wieviel Aufregung es wegen der Windräder gibt! Infraschall! Um den wahrzunehmen, braucht es hohe Schalldruckpegel, die die Windenergieanlagen gar nicht aussenden. Hoch bedeutet hier 130dB, das entspricht einem startenden Düsenjet. Zum Vergleich: innerhalb der Gondel der Anlage sind es vielleicht 90 dB. Hinzu kommt etwas völlig anderes: wer sagt, denn dass es ausschließlich die Windmühlen sind, die Schall erzeugen? Andere Quellen für Infraschall sind zum Beispiel (http://www.umweltbundesamt.de/laermprobleme/publikationen/infraschall.pdf): • Öl- und gasgefeuerte Heizwerke • Brenner in Verbindung mit Heizungsanlagen • Kupolöfen • Fackeln • große Be- und Entlüftungsanlagen • Ventilatoren mit tieffrequenten Einzeltönen oder Drehklang • Verdichterstationen • Kompressoren • Vakuumpumpen • Dieselmotoren • Auspuffanlagen langsamlaufender Verbrennungsmotoren • langsamlaufende Siebe, Mühlen und Schwingförderanlagen • Auspacktrommeln • lange Autobahnbrücken • Einfahrt von Hochgeschwindigkeitszügen in Tunnel • Musikanlagen die Liste lässt sich fortsetzen.... Das ändert nichts daran, dass Windkraft in Wäldern diskussionswürdig ist. Nur, was ist ein Wald? Schon da gehts los: niemand unterscheidet zwischen Wald und Forst. Die meisten sogenannten Wälder in Brandenburg sind Forste, häufig in Monokultur, gerne Kiefern, zum Teil mit intensiver forstwirtschaftlicher Nutzung, mit Wirtschaftwegen voll erschlossen! Warum man in einem reinen Nutzwald keine Windkraftanlage bauen sollte erschließt sich mir nicht. Anders sieht die Sache natürlich bei geschützen Gebieten aus. Ansonsten schließe ich mich HNEE und Rudi an. Strom kommt für viele offenbar aus der Steckdose. Ich hab gelesen, dass Japan durch den Unfall in Fukushima 8% seiner Landesfläche verloren hat (http://jciv.iidj.net/map/), DAS passiert selbst bei einem Brand in einer Windkraftanlage nicht... Besten Gruß Wanda @ Klemmi: Typischer Fall von TL,DR

klemmi 09.02.2012 - 13:23:28

Positionen der BI "Hände weg vom Liepnitzwald" - www.pro-liepnitzwald.de

Den provokativen "Schwachsinn" mancher Gedankenloser überwinden helfen. Abstimmungsempfehlungen zur Regionalkonferenz Uckermark-Barnim am 06. Februar 2012 von: Bürgerinitiative „Hände weg vom Liepnitzwald“ Datum : 05.02.2012 Betr.: Kommentierung der Empfehlungen des Planungsausschusses _______ ________________ Kommentierung 11. Sitzung Achtung! Die Auflistung enthält durchgängig nur für den Liepnitzwald abstimmungsrelevante Problemstellungen Beschlussfassungsvorschlag Empfehlung des Planungsausschusses Berücksichtigung von dem ständigen Wohnsitz dienenden Gebäuden (Gebäudegrenzen) bzw. überbaubaren Grundstücksflächen in dem Wohnen dienenden Gebieten (gemäß §§3 bis 7 BauNVO in Kraft getretenen Bebauungsplangebieten) als Bemessungsgrundlagen von Schutzzonen zu Wohnnutzungen Kommentar der Bürgerinitiative: Als Grenzlinie sollten die in den Flächennutzungsplänen(FNP)der Gemeinden ausgewiesenen Wohngebiets-, Mischgebiets- sowie Sondergebietsnutzungen für Erholung, Krankenpflege und Betreuung, Sport und Freizeitaktivitäten herangezogen werden, da ansonsten die perspektivische Ausschöpfung der hier vorgenommenen Langzeitplanung womöglich nicht annähernd vollzogen werden kann. Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Ausrichtung der Schutzzonen zu Wohnnutzungen an einem Wert von 1.000 m Kommentar der Bürgerinitiative: Die bisherige Praxis der anzuwendenden Abstandsmaße basiert fast ausschließlich auf Erfahrungswerten von Widerspruchsschwellwerten geringen Grades. Wissenschaftlich fundierte Messwerte zu den unbestritten von Windenergieanlagen ausgehenden gesundheitsrelevanten Risiken, z.B. Infraschallemission, gibt es nach der DIN Lärm nicht. Sie werden sonst im Genehmigungsprozess auch nicht bindend abgefragt. Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Konkretisierung der Wohnnutzungen und Schutzzonen zu Wohnnutzungen in „harte Tabubereiche“ (Windenergienutzungen sind aus tatsächlichen und/oder rechtlichen Gründen ausgeschlossen), „weiche Tabubereiche“ (Schutzzone von 800 m) und „Restriktionsbereiche“ (Schutzzone von 800 bis 1.000 m) Kommentar der Bürgerinitiative: Völlig unzureichende Beachtung des Schutzgutes Mensch und der Praxis bezogenen Erkenntnisse vielfacher Schädigungen von Bewohnern Standort naher Wohngebiete/Gebäude sowie Sonderbauten wie Kliniken, Kindereinrichtungen, Altenheimen u.ä. durch u.a. unbeachtet gebliebene Infraschallemissionen. Änderungsforderung: Auf Grund regional sehr divergenter Rahmenbedingungen sowie der zunehmenden Arbeitshöhen der Windräder ist zwingend eine Einzelfallprüfung für alle Windeinzugsgebiete vor Festsetzung der Abstandsflächen vorzuschreiben. Die allgemeine unverbindlich gehaltene von/bis Ausweisung von 800-1.000m ist daher nur als vorläufiger Richtwert anzunehmen. Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Keine Einarbeitung des Belangs Grundstückswertverluste / Schadensersatzklagen in den Kriterienkatalog zur Festlegung von Eignungsgebieten Windenergienutzung Kommentar der Bürgerinitiative: Immobilien- und Grundstückswertverluste gleichen einer staatlichen Enteignung! Änderungsforderung: Wertverluste aus der Ausweisung von Windeignungsgebieten/Aufstellungsgenehmigungen für Windenergieanlagen bilden nachgewiesener Maßen ein Existenzrisiko für Betroffene und Kreditrisiko für den Abschluss von Darlehensverträgen. Durch den kommunalen Gutachterausschuss in den Gemeinden sind diese Risiken festzustellen und von den Anlagengesellschaftern aller in Windeignungsgebieten ansässigen Betreibergesellschaften aus deren Fördermittel- bzw. Gesellschaftsanteilen zu gleichen Teilen im Sinne einer Ersatzleistung als Genehmigungsvoraussetzung gegenüber den Betroffenen auszugleichen. Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Berücksichtigung von 200 m-Schutzzonen um Naturschutzgebiete als Restriktionskriterium bei der Festlegung von Eignungsgebieten Windenergienutzung Kommentar der Bürgerinitiative: RESTRIKTION = EINSCHRÄNKUNG Entscheidung ohne Sachverstand. Ein NSG kann nicht ohne Vernetzung mit anderen Biotopen auf Dauer funktionstüchtig bleiben, sich selbst erhalten und neue Populationen hervorbringen. Weil 200m nicht maßstabsrelevant waren, wurden sie eben liquidiert. NSG sollen ohne menschliches Zutun etwas sich beständig entwickelndes schützen und können daher nicht bis an den Rand(im Sinne der BauNVO)bebaut, industrialisiert werden. Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Keine Berücksichtigung von generellen Schutzzonen um Naturschutzgebiete bei der Festlegung von Eignungsgebieten Windenergienutzung Kommentar der Bürgerinitiative: Entscheidung ohne hinreichenden Sachverstand! Dieser Beschlussvorschlag beschränkt den Lebensraum von seltenen, geschützten Tieren und Pflanzen! Ein NSG kann nicht ohne Vernetzung mit anderen Biotopen auf Dauer funktionstüchtig bleiben, sich selbst erhalten und Populationen hervorbringen. Weil 200m nicht maßstabsrelevant waren, wurden sie eben liquidiert. NSG sollen etwas schützen und können nicht gegebenenfalls bis an den Rand (rein rechtlich) bebaut, industrialisiert werden. Verweis an dieser Stelle daher auf die Broschüre “Erhaltung der biologischen Vielfalt in Brandenburg“ aus dem Umweltministerium von Frau Ministerin Tack und deren ausdrücklich voll umfänglich zu begrüßendes Vorwort darin. Eine wunderbare Broschüre mit Brandenburger Landschaften ohne Windräder!!! Bitte mitnehmen, hochhalten und es zur Lektüre aller Regionalräte empfehlen. Es gibt kein einziges Bild mit Windrad darin!!! Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Berücksichtigung von Landschaftsschutzgebieten als Restriktionskriterium bei der Festlegung von Eignungsgebieten Windenergienutzung Kommentar der Bürgerinitiative: Landschaftsschutzgebiete (LSG) sind Gebiete die etwas schützen sollen und nach Schutzzielen behandelt werden müssen. Es entstehen sonst verödete Relikte mit eingebundenen industriellen Monsterbauten wie Windenergieanlagen, Leitungstrassen u.ä. Das betrifft wesentliche Gebiete des Großschutzgebietes Naturpark Barnim - die alle als Landschaftsschutzgebiete festgelegt sind. Definition: Mit der Installation von Windrädern in LSG muss der Schutzstatus aufgehoben werden - öffentlich!!! Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses In Randlagen von Landschaftsschutzgebieten oder in Bereichen, in denen ein weniger hochwertiges Landschaftsbild oder bereits Vorbelastungen des Landschaftsbildes bestehen, kann nach Einzelfallprüfung eine Festlegung von Windeignungsgebieten erfolgen. Kommentar der Bürgerinitiative: Landschaftsschutzgebiete wurden in Gremienentscheidungen nach Jahrzehnte langer Sachstandsfeststellung von zumeist öffentlich bestellten Gutachtern und Wissenschaftlern ausgewiesen. Die handstreichartige Infragestellung der Schutzbedürftigkeit ist als grob fahrlässig festzustellen und hat mit Sachlichkeit rein gar nichts zu tun. Kommentar wie zum vorherigen Beschluss: Schwammig (!) in der möglichen Auslegung. Er lässt alles offen!!! Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Berücksichtigung von Naturparken als Restriktionskriterium bei der Festlegung von Eignungsgebieten Windenergienutzung Kommentar der Bürgerinitiative: RESTRIKTION ===EINSCHRÄNKUNG Schon der Ansatz der Inanspruchnahme von Naturparkflächen ist verwerflich, es ist ein gegeneinander arbeiten von verschiedenen Ministerien! Wer eine Naturparkfläche zum Windpark stempelt, dürfte keine politische Verantwortung haben und schon gar keine Macht im Staat! Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Beachtung von Europäischen Vogelschutzgebieten als hartes Tabukriterium (Ausschluss der Windenergienutzung aus rechtlichen Gründen)bei der Festlegung von Eignungsgebieten Windenergienutzung Kommentar der Bürgerinitiative: Das kann nur ein hartes Tabu-Kriterium sein! Wenn die Datenlage vorkommender Vögel so ungenügend bei der Planung bekannt war ist zu bezweifeln, ob die Vogelschutzgebiete ausreichend festgelegt wurden. Ein Kriterium, was dem Wandel durch Leben unterliegt und daher vor jeder Planung mit einer aktuellen ganzjährigen Datenerfassung und nicht nur durch Auswertung zum Teil unvollständiger Statistiken und Zufallseinzelsichtungen vor Ort zu überprüfen ist! Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Berücksichtigung von Europäischen Vogelschutzgebieten als Restriktionskriterium bei der Festlegung von Eignungsgebieten Windenergienutzung Kommentar der Bürgerinitiative: Eine Einschränkung kommt einer Aufgabe gleich! Die Nichtbeachtung eines festgelegten Vogelschutzgebietes ist ein Strafbestand nach deutschem und europäischem Recht. Eine Beeinträchtigung der zu schützenden Vogelwelt, insbesondere von Arten die vom Ausstreben bedroht sind, gehört dazu! Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Voraussetzung für die Festlegung von Eignungsgebieten Windenergienutzung in Vogelschutzgebieten ist die Durchführung einer FFH-Vorverträglichkeitsprüfung mit dem Ergebnis, dass erhebliche Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele voraussichtlich ausgeschlossen werden können oder in anderen Fällen bis zum Ausschluss weiter zu prüfen ist. Kommentar der Bürgerinitiative: Nein – da hartes Tabu-Kriterium! Vorverträglichkeitsprüfung ??? Werden da Windräder a la 2,2 Mio. € aufgestellt und der Versuch einer Zählung der toten Tiere vorgetäuscht? Es wird das Ergebnis solcher hirnrissigen Überprüfung schon VORAB erwogen: Erhebliche Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele Für den Begriff: VORVERTRÄGLICHKEITSPRÜFUNG- gibt es keine Erklärung, auch nicht im Internet. Unbedingt Begriffserklärung mit Definitionsnachweis in Eberswalde nachfragen! Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Berücksichtigung von FFH-Gebieten als Restriktionskriterium bei der Festlegung von Eignungsgebieten Windenergienutzung Kommentar der Bürgerinitiative: FFH- Flora-Fauna-Habitate sind Schutzgebiete, die nur nach eingehender Prüfung festgelegt wurden. Es handelt sich dabei um die wertvollsten Gebiete in Brandenburg! Das müssen harte Tabu-Zonen sein und nicht halb-weich gekochte Restriktionskriterien. Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Voraussetzung für die Festlegung von Eignungsgebieten Windenergienutzung in FFH- Gebieten ist die Durchführung einer FFH-Vorverträglichkeitsprüfung mit dem Ergebnis, dass erhebliche Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele voraussichtlich ausgeschlossen werden können oder in anderen Fällen bis zum Ausschluss weiter zu prüfen ist. Kommentar der Bürgerinitiative: Kommentar - wie zu den vorherigen Beschlüssen Nach den MOTTO "es wird solange geprüft- bis der Bedenkenanmelder müde ist oder aufgeschrieben was der Auftraggeber lesen will Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Berücksichtigung von „geschützten Landschaftsbestandteilen“ (ab 5 ha) als Restriktionskriterium bei der Festlegung von Eignungsgebieten Windenergienutzung Kommentar der Bürgerinitiative: Es fehlt an einer nachvollziehbaren Logik der Beschlüsse. Ebenso wurde und werden die angedachten Größenvorgaben von Flächen in keiner Weise inhaltlich nachvollziehbar erklärt. Schutzzonen sind Tabu Bereiche und nicht nach belieben einzelner Körperschaften „gestaltbar“! Den Begriff "geschützte Landschaftsbestandteile" gibt es nicht und die Ergänzung 5 Hektar bleibt als „Erfordernis“ unerklärt. Es müsste richtiger heißen: Wald in gesetzlich geschützten Teilen von Natur und Landschaft - dann ist er Lebensraum für seltene und gefährdete Lebensgemeinschaften Schutz bestimmter Biotope gem § 32 BdgNatSchG - Waldfunktionskartierung 6910) Ohne Frage ein hartes Tabu-Kriterium! Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Abschichtung der Berücksichtigung von „gesetzlich geschützten Biotopen“ und „Naturdenkmälern“ auf die nachfolgenden Planungsebenen Kommentar der Bürgerinitiative: Verpflichtungsauftrag an die betroffenen Gemeinden. Diese oft kleinteiligen Bereiche sind für die Regionale Planungsgesellschaft nicht "MASSSTABSRELEVANT" Beschlussfassung Empfehlung des Planungsausschusses Beachtung „regionalplanerisch konkretisierter Flächen des landesplanerischen Freiraumverbundes (LEP B-B)“ als weiches Tabukriterium bei der Festlegung von Eignungsgebieten Windenergienutzung Kommentar der Bürgerinitiative: Bisher galt LEPB-B -Flächen sind grundsätzlich frei zuhalten von Windrädern - siehe in Auftrag gegebenes Gutachten des Büros Müller-Wrede & Partner 09.12.2011 - Anhang Protokoll 13. Sitzung

niebach 09.02.2012 - 11:32:09

frei nach heinrich heine!

denk ich an die uckermark in der nacht, bin ich umden schlaf gebracht!

niebach 09.02.2012 - 09:12:58

der brisanz des themas

ist dieser artikel sicher nicht angemessen, hr. schwers artikel ist schwach. dieser bürger den hr. schwers zitiert hat keine angst sondern ist am windkraftsyndrom erkrankt, und versucht seit einem jahr hilfe zu erhalten. doch keiner fühlt sich zuständig. das sind dann die realitäten, hilfe erhält man nicht. ein angestrebter verkauf der immobilie ist unmöglich, so ist man hier dem infraschall hiflos ausgeliefert. die abänderung der ta lärm, wo den infraschallimmisionen berücksichtgt werden sollen kommt nicht vor 2014. eine ausweisung auf jetzt 11 000 hektar ist nicht hinzunehmen, schon jetzt stehen hier 3000 anlagen. dies wird nicht ohne wirtschaftliche und gesundheitliche folgen bleiben. die aufgabe der presse ist umfassend zu informieren, gerade über solch einschneidende massnahmen, die uns alle hier, die noch ein heimats gefühl haben, betreffen. r.n.

Ebeling 09.02.2012 - 08:52:00

mit Augenmaß

Es geht nicht darum gegen Windräder zu sein, sondern um den Ausbau mit Augenmaß.Was nützen uns zerstörte Landschaften und Wälder,sowie kranke Menschen,Zerschlagung der Tourismusbranche. Darum die Forderung nach höheren Mindestabständen und Hände weg vom Wald.Uns hat noch keiner gesagt wieviel Tausend Windräder noch aufgestellt werden müssen.Darum Ausbau der Alternativen wie Energieeinsparung,Offshore,Solar.

Rudi 08.02.2012 - 18:10:57

@HNEE

Die ganzen Kraftwerke brauchen wir eigentlich gar nicht. Schließlich kommt der Strom doch aus der Steckdose. Also brauchen wir nur viel mehr Steckdosen. Der Widerstand gegen diese Steckdoesen dürfte relativ gering sein.

Wölfchen 08.02.2012 - 17:42:17

Bürgerbeschwerden gegen Windkraft

Es gibt unterschiedliche Meinungen zu jeder Energieform. K.T. äußert sich in verschiedener, nach meiner persönlichen Meinung gelegentlich unsachlicher und für mentale Choleriker typischer Form zu den jeweiligen Sachverhalten. Man möge eine Energieform benennen, deren Gewinnung oder Bezug von allen Teilen der Bevölkerung akzeptiert wird. In der Aufzählung von HNEE fehlt m. E. noch Erdöl, Erdgas und die Wasserkraft. Es gibt auch kaum einen Sachverhalt, gegen den kein Widerstand besteht. Wäre es nicht besser, hier ein sachliches Streitgespräch zu führen, statt jemanden der angeborenen Dummheit zu bezichtigen?

HNEE 08.02.2012 - 14:43:30

Immer diese NEIN-Sager!

Gaskraftwerke will keiner, Windkraftwerke will keiner, Solarkraftwerke werden ebenso abgelehnt, Kohlekraft und Kernkraft nein Danke. So schallt es durch unser Land. Woher soll denn nun der so liebe Strom kommen? Der wird nun einmal nicht von Heinzelmännchen produziert. Es ist wie beim BBI, das St.-Florian-Prinzp wird immer wieder angewandt, "Nur nicht bei mir vor der Haustür!".

k.t. 08.02.2012 - 13:56:45

@niebach

Das geht doch nicht nur der Uckermark so. Wir werden regelrecht zugespargelt. Das muß doch mal ein Ende haben. Wo man hinschaut, Windräder. Das ist doch eine total kranke Energiepolitik, ohnen jeden Sinn. Aber die Natur wert sich selbst. In der Solarbranche setzt ein Abbruch ein, die Windräder werden folgen. Fragt sich nur wer den Rückbau bezahlt.

niebach 08.02.2012 - 12:49:08

internet forum rettet die uckermark-windkraft macht krank

liebe brandenburger ! seit gestern gibt es nun auch ein forum im internet. text: rettet die uckermark-windkraft machr krank, einfach text googeln für interessierte! rosen

niebach 08.02.2012 - 12:38:15

infraschall macht krank

laut eines gutachtens des robert koch instituts, mit dem titel infraschall und tieffrequenter schall-ein thema für den umweltbezogenen gesundheitsschutz in deutschland. so stellen sich dann folgende erkrankungen ein: die betroffenen personen leiden an einer zwangsaufmerksamkeit, sich ständig auf tieffrequente töne fixiert zu sein. sie berichten unter anderem von chronischen erschöpfungs zuständen. tieffrequente schallimmisionen werden häufig als ohrendruck, vibrationen oder unsicherheitsgefühl beschrieben. der leidensdruck der betroffenen ist häufig groß. infraschall scheint neben der ermüdenden wirkung konzentrationsmindernd zu wirken sowie die leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen. auch treten subjektive beschwerdebilder wie benommenheit und schwingungsgefühl auf. infraschall scheint spezifisch auf das vestibularsysthem zu wirken. zu beachten sind zudem mögliche resonanzwirkungen auf den menschlichen körper, wobei je nach frequenz dieser als ganzes oder einzelne organe in schwingung gebracht werden können. person - waye und rylander haben bei 279 personen im alter von 15-79 jahren diverse symptome abgefragt die durch tieffrequenten lärm hervorgerufen werden, wie dauer kopfschmerzen, verspannungen, verärgerung, geistige und körperliche erschöpfung, unzufriedenheit, und depressivität, konzentrations-, schlaf und ruhestörungen, einschlafstörungen. die meisten beschrieben dies mit der wahrnehmung von körper und objektvibration in den innenräumen. besonders kritisch müssen die auswirkungen von lärm auf den schlaf von schwangeren, wöchnerinnen und müttern in der postnatalen phase gesehen werden., hierbei kann sich das risiko einer fehl oder frühgeburt erhöhen. (hier wiedergegeben in auszügen) die gesamte expertiese kann man sich bei google laden. dies alles wird von der komission ignoriert, und jetzt flächendekend in der uckermark installiert. bis zu weiteren 6000 anlagen dann insgesamt 9000 wkanlagen. ebenso fallen die 5 kilometer abstände, dörfer werden dann umzingelt sein von gigantischen anlagen bis zu 250 m höhe. wir berufen uns hier auf den artikel 2GG-jeder mensch hat das recht auf leben und körperliche unversehrtheit. gravierend sind auch die entwertungen unserer immobilien, die dann gegen null tendieren, so ist man in einem teufelskreis gefangen, möchte man wegziehen kann man das nur unter riesen verlusten gestalten wer bitte soll dann noch hier wohnen, das ist eine wirtschaftliche schwächung unserer region, so findet man in prenzlau schon viele leerstehende geschäfte. die arbeitslosigkeit wird hier weiterzunehmen und die junge generation weiter abwandern, dann sind unsere landräte, bürgermeister, spd-cdu-grüne-linke dann unter sich. wer wird dann entschädigung leisten und die verantwortung übernehmen. aber die nächsten wahlen kommen, die quittung wird nicht lange auf sich warten lassen. r.n.

Gisela Couvé Breydin 08.02.2012 - 10:03:32

Bürgerbeschwerden gege Windkraft v.7.2.12

Im Rausch der Geldgier kann man den notwendigen Abstand zum Haus und und die zu teure Gesundheitsschutzvorsorge schon mal vergessen. Nur Infraschall und Umweltschmutz kennen keine Mauern.Das pfeiffen die Spatzen inzwischen schon weltweit vom Dach! Nur " gut" für Brandenburg, daß bei Windflaute dann auch noch der billige Öko-Atomstrom von der polnischen Ostseeküste ganz CO2-frei angezapft werden kann.. Wann wachen die Verantwortlichen endlich auf und begrenzen den Windwahn auf ein Maß des Erträglichen ?

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