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Biesenthaler wieder in der Feuerwehr

Amt muss Ausschluss zurücknehmen

Brigitte Horn / 09.03.2012, 07:17 Uhr
Biesenthal (MOZ) Es war ein glücklicher Tag für Matthias Burian. In einer Verhandlung am Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) ist sein Ausschluss aus der Freiwilligen Feuerwehr Biesenthal zurückgenommen worden. Die Kosten des Verfahrens trägt die Amtsverwaltung Biesenthal-Barnim.

Matthias Burian ist seit 18 Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Biesenthal. Wie fast alle seiner Kameraden ist er mit Herz und Seele dabei. Sie opfern ihre Freizeit, um Leben sowie Hab und Gut zu schützen und zu retten. Zuletzt, bis vor seinem Ausschluss aus der Freiwilligen Feuerwehr, war Burian stellvertretender Ortswehrführer und Löschzugführer von Biesenthal. Was aber war geschehen, dass er vom Amt als Träger des Brandschutzes aus der Feuerwehr ausgeschlossen wurde?

Dazu muss man bis ins Jahr 2008 zurückgehen. In der Biesenthaler Wehr hatten sich zahlreiche Probleme hinsichtlich der Ausstattung aufgestaut. Obwohl immer wieder bei der Amtsverwaltung als Träger des Brandschutzes angemahnt, tat sich nichts oder zu wenig. Zum Beispiel bei der Sanierung des von Verwerfungen gezeichneten Feuerwehrvorplatzes, dem Erwerb von Funkmeldeempfängern oder bei der Fahrschulausbildung für Maschinisten.

Weil man sich in der Biesenthaler Wehr nicht mehr zu helfen wusste, haben ihre Mitglieder den Stadtverordneten ein Papier zukommen lassen, in dem alle Mängel aufgelistet waren. So hofften sie, ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Das allerdings stieß beim Amtsdirektor als Chef des Trägers des Brandschutzes auf Unmut. Von einer Zerrüttung des Vertrauenverhältnisses war die Rede. Es gab gegenüber Mitgliedern der Feuerwehr Disziplinarmaßnahmen und vier Ausschlüsse wurden angedroht. Dem kamen drei Feuerwehrwehrleute durch Austritt zuvor. Matthias Burian hatte sich den dreien und weiteren elf Kameraden, die das Handtuch geworfen hatten, aber nicht angeschlossen.

Es kam also zum Ausschluss, den er aber nicht auf sich beruhen lassen wollte. Er wandte sich an das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder). "Dort ist nichts festgestellt worden, was den Ausschluss begründen würde", sagte Matthias Burian. Bei einem Erörterungstermin ist beschlossen worden, dass das Amt als Träger der Feuerwehr den Ausschluss aufhebt, sagte der Pressesprecher des Gerichtes. Das Amt habe die Kosten des Verfahrens zu übernehmen, die sich im unteren dreistelligen Bereich bewegen.

Auf die Frage, wie die Amtsverwaltung heute den Ausschluss des damaligen stellvertretenden Ortswehrführers sieht, teilte der Vize-Amtsdirektor Volkmar Schönfeld mit: "Burian zu entlassen, das war zur damaligen Zeit als richtig angesehen worden, um Ruhe und Stabilität in die Freiwillige Feuerwehr zu bekommen. Es ging um die Leistungsfähigkeit der Schwerpunktfeuerwehr im Amt Biesenthal-Barnim." Als Träger des Brandschutzes werde das Amt die Ortswehrführung unterstützen, den Kameraden Burian in den Feuerwehrbetrieb wieder einzugliedern.

Biesenthals Bürgermeister André Stahl kommentierte die Entscheidung mit den Worten: "Wenn durch die Verwaltungsspitze Fehlentscheidungen getroffen wurden und Unrecht geschehen ist, kann mich mich bei dem Feuerwehrmann als Amtsausschussvorsitzender nur entschuldigen." Und er fügt an: "Wir brauchen jeden qualifizierten Mann."

Indessen arbeitet Matthias Burian normal, wie er sagt, wieder bei der Feuerwehr mit.

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