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Kranke Bürgermeisterin antwortet erstmals auf Rücktrittsforderung

Stobrawa wehrt sich per Brief

Bernhard Schwiete / 04.04.2012, 07:38 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Die ehrenamtliche Bad Saarower Bürgemeisterin Gerlinde Stobrawa (Linke) hat erstmals Stellung genommen zu der Aufforderung zum Rücktritt, die zehn der übrigen 15 Gemeindevertreter im Januar unterzeichnet hatten. Bei der Gemeindevertretersitzung am Montagabend verlas ihre Stellvertreterin Susann Rolle (CDU) in Abwesenheit der erkrankten Bürgermeisterin eine schriftliche Stellungnahme von Gerlinde Stobrawa.

Die Bürgermeisterin lehnt darin die Rücktrittsaufforderung zwar nicht explizit ab, schreibt aber, dass sie die von den Gemeindevertretern von CDU, Freien Wählern und SPD gegen sie erhobenen Vorwürfe nicht nachvollziehen könne. Gerlinde Stobrawa erwähnt einmal mehr, sie habe allein im Rahmen ihrer früheren Tätigkeit im Rat des Bezirks Frankfurt (Oder) Kontakt mit dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR gehabt. Das habe auch die Untersuchungskommission des Landtags so gesehen. Die immer wieder erhobenen Vorwürfe, sie würde lügen und es sei bewiesen, dass sie Inoffizielle Mitarbeiterin der Stasi gewesen sei, entbehrten vor diesem Hintergrund jeglicher Grundlage.

Ihre gegenwärtige Erkrankung führt Gerlinde Stobrawa auch auf diese Attacken zurück. "Dennoch haben mich diese Vorwürfe gesundheitlich erneut stark angegriffen, zwischenzeitlich war ich deshalb auch stationär in Behandlung", schreibt sie.

Weiterhin teilt Gerlinde Stobrawa in dem Brief mit, sie sehe sich aus gesundheitlichen Gründen nach wie vor nicht in der Lage, sich im Gespräch mit den Gemeindevertretern zu den Vorwürfen zu äußern. Ehe sie "nicht wirklich wieder physisch und psychisch stabil", sei, werde sich das auch nicht ändern. Angaben, wann sie ihre Amtsgeschäfte als ehrenamtliche Bürgermeisterin wieder aufnehmen will, macht Gerlinde Stobrawa in dem Brief nicht.

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Skeptiker 07.04.2012 - 19:06:33

@Spartakusbund

Das ist ja mal 'ne gute Satire, leider nicht von mir. Gefällt mir, ehrlich.

Spartakusbund 07.04.2012 - 18:01:08

Bitte bleiben Sie

Bleiben Sie bitte Frau Stobrawa. Sie zeigen eindrucksvoll,dass Die.Linke von Altkadern und ehemaligen IM,s ideologisch dominiert wird. Sollten solche Gallionsfiguren zurücktreten, wird es schwieriger, diese Partei nicht zu wählen. Geben Sie den jungen , ehrlichen Parteimitgliedern keine Chance zur Erneuerung. Stellen Sie Ihr persönliches Wohl und Ihre spießige Sucht nach Macht und Karriere nicht hintenan. Zeigen Sie, dass Sie wichtiger als die Partei sdind. Sie sind unersetzbar.

Herbert D. 04.04.2012 - 22:09:01

Auf welchen Bericht beruft sich Frau Stobrawa?

Jedenfalls nicht auf den der Enquete-Kommission des Landtages von 2012 (DS 5/4600). Darin heißt es wie folgt: "Frau Gerlinde Stobrawa war mindestens 1988 bis 1989 inoffizielle Mitarbeiterin [...] des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Sie wählte sich den Decknamen „Marisa“." "In Vier-Augen-Gesprächen [...] gab Frau Gerlinde Stobrawa [...] Informationen über ihren dienstlichen Stellvertreter. Diese Informationen gingen [...]über den dienstlichen Rahmen hinaus und hatten denunziatorischen Inhalt." "Aus diesem Grund wird ihre Einlassung bezüglich ihres Kontaktes zum MfS von der Kommission als nicht glaubhaft beurteilt." Frau Stobrawa beenden Sie diese Farce und treten Sie vom Amt des Bürgermeisters zurück. Ihnen fehlt doch jetzt schon der Rückhalt in der Gemeindeversammlung.

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