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Das doppelte Britzchen

Ortseingang: Die knapp 2000 Einwohner starke Gemeinde im Barnim hat eigene Schilder. Das hat sie dem fast 40 000 Einwohner zählenden Ortsteil Britz in Berlin voraus.
Ortseingang: Die knapp 2000 Einwohner starke Gemeinde im Barnim hat eigene Schilder. Das hat sie dem fast 40 000 Einwohner zählenden Ortsteil Britz in Berlin voraus. © Foto: Dietmar Rietz
Inga Dreyer / 12.04.2012, 05:19 Uhr
Eberswalde (MOZ) Für Besucher kann das ziemlich verwirrend sein: Manche Ortsbezeichnungen tauchen im Barnim, aber auch in Berlin auf. Warum gibt es Britz zweimal? Kann das Zufall sein? Tatsächlich sehen Namensforscher einen Zusammenhang.

Britz ist der Name einer Gemeinde im Landkreis Barnim und eines Ortsteils von Berlin. Auch den Namen Lichterfelde gibt es mehrfach: Sowohl in der Schorfheide als auch in Berlin.

Vermutlich hat das seine Gründe. Birgit Klitzke vom Eberswalder Museum in der Adler-Apotheke verweist darauf, dass wahrscheinlich Siedler aus dem Teltow bei der Namensgebung der Orte Britz und Lichterfelde im Barnim beteiligt waren. So schreibt es unter anderem Gerhard Schlimpert im "Brandenburgischen Namensbuch". Siedler aus dem Teltow, einer Hochfläche, über die sich heute Teile Berlins erstrecken, nahmen die Namen aus der Heimat einfach mit - und sorgen damit bis heute für Verwechslungen.

Der Berliner Ortsteil Britz gehört zum Bezirk Neukölln. 1920 wurde Britz mit Berlin vereinigt. Wahrscheinlich wurde das Dorf im 13. Jahrhundert unter dem Einfluss der Askanier gegründet, nachdem Barnim und Teltow in ihren Besitz gelangt waren. Das Dorf Britz gilt als eines der am besten erhaltenen Rittergüter in Berlin. Bekannt ist vor allem dessen ehemaliges Herrenhaus, das Britzer Schloss.

Britz im Barnim wurde zum ersten Mal 1258 urkundlich erwähnt. Wie beim gleichnamigen Berliner Ortsteil gab es auch hier im Laufe der Zeit verschiedene Versionen des Namens, beispielsweise Briceke, Breczke oder Brietz. Ursprünglich stammt "Britz" aus dem West slawischen, vom Wort brezka, das eine Verniedlichungsform von Breza - Birke - darstellt. Britz sei folglich ein Ort, an dem kleine Birken stehen, heißt es in dem Buch "Um Eberswalde, Chorin und den Werbellinsee". Auch andere Ortsnamen wie etwa Brietzig bei Prenzlau oder Treuenbrietzen gehen darauf zurück. Bei Britz im Barnim konnte der slawische Charakter des Dorfes bisher archäologisch nicht bestätigt werden. Im Berliner Ortsteil Britz hingegen verweisen Grabungs-Funde auf eine slawische Siedlung.

Auch andere Ortsbezeichnungen im Barnim kommen aus dem Slawischen: der Name Liepe, der sowohl in Brandenburg als auch in Mecklenburg-Vorpommern mehrfach vorkommt, enthält das Wort lipa, das Linde bedeutet.

Eine weitere Dopplung gibt es bei Lichterfelde. Neben dem etwa 2000 Einwohner zählenden Ortsteil der Gemeinde Schorfheide heißt so auch ein Ortsteil im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Dieser ist vor allem durch seine Villenviertel bekannt und hat etwa 80 000 Einwohner. Eine Interpretation besagt, Lichterfelde komme von "lichtes Feld". Namensforscher Gerhard Schlimpert verweist jedoch darauf, dass die Herkunft unsicher sei. Licherfelde sei ein Wandername, dessen Ursprungsort einer seiner Kollegen in Westflandern ausgemacht habe. Von dort wanderte er in den Teltow und weiter in den Barnim. An beiden Orten soll es flämische Siedler gegeben haben. Britz und Lichterfelde sind nicht die einzigen doppelten Lottchen. Die Liste ließe sich fortsetzen. In Brodowin beispielsweise gibt es einen Ortsteil namens Weißensee.

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