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Feierliche Ausstellungseröffnung auf Burg Beeskow / Roland Borchers mit alten und neuen Arbeiten

"Eine Zier für unser Haus"

Gespräch in der Ausstellung auf Burg Beeskow: der Maler Roland Borchers (2.v.l.) mit dem Kreistagsabgeordneten Siegfried Bronsert (l.), der Pianistin Gerlint Böttcher und dem Kunstfreund Cord Schwartau
Gespräch in der Ausstellung auf Burg Beeskow: der Maler Roland Borchers (2.v.l.) mit dem Kreistagsabgeordneten Siegfried Bronsert (l.), der Pianistin Gerlint Böttcher und dem Kunstfreund Cord Schwartau © Foto: Karl-Heinz Arendsee
Ruth Buder / 09.07.2012, 07:00 Uhr
Beeskow (MOZ) Für die Ausstellung "Passage" auf der Burg Beeskow hat der Leipziger Maler Roland Borchers in seinem Privat-Archiv gestöbert, er zeigt Arbeiten aus seinem Schaffen vor und nach der politischen Wende.

Er sei froh, sagt Roland Borchers, dass diese Ausstellung ihm die Möglichkeit gegeben habe, Bilder aus der "Mottenkiste" holen zu können. Damit meint er Arbeiten, die zu DDR-Zeiten entstanden und die er zu Hause aufbewahrt. Nur eines seiner Werke aus jener Zeit befindet sich im Kunstarchiv der Burg Beeskow - "Im Turm". Er hat es zwischen 1983 und 1986 gemalt hat. Zentrales Motiv des Bildes ist der Turmbau zu Babel, eine biblische Erzählung aus dem Alten Testament, die den Machbarkeitswahn und die Überheblichkeit des Menschen versinnbildlicht. "Der Turm" war Borchers Diplomarbeit, die er an die FDJ-Hochschule in Bogensee verkaufte, für einen "Gutschein ins nichtsozialistische Weltsystem", wie die Kunsthistorikerin Liane Burkhardt während ihrer Laudatio bemerkte.

Nach dem Zusammenbruch der DDR gehörte "Der Turm" zu den geretteten Bildern, die auf die Burg Beeskow kamen und bis heute dort lagern. Für die neue Borchers-Ausstellung wurde es hervorgeholt, der Künstler hat es mit anderen "alten" Werken komplettiert, im Nachbarraum stellt er die aktuellen Arbeiten als Kontrast dagegen und demonstriert Veränderung. Liane Burkhardt, die Borchers seit Ende der 80er-Jahre kennt, beschreibt den Weg des Künstlers weg von den Figuren, hin zur Abstraktion und zitiert ihn so: "Zwischen den Schichten meiner Bilder habe ich mich versteckt, das Eigene braucht seinen geschützten Raum."

Schon in den 80er-Jahren sei es Borchers um die "geschundenen Seelen" gegangen, um das endlose Fortdauern von Gewalt. "Bloße Ohnmacht sei jedoch seine Sache nicht, er markiere so manche historische Passage", wertete die Expertin.

Vielen dankte Borchers, besonders aber seiner "Entdeckerin": Marlene Heidel. Die Kunsthistorikerin, die im Rahmen eines Forschungsprogramms von 2009 bis 2012 auf der Burg arbeitete, nahm den Kontakt zur Borchers auf und gab den Impuls für seine Ausstellung in Beeskow. Im Januar kam er an die Spree und schaute sich die Ausstellungsräume an, danach wählte er vor allem die großformatigen Bilder für die Schau aus.

Den etwa 40 Gästen vermittelte er am Sonnabend ein Gefühl dafür, wie es einem Künstler geht, wenn er sein Bild fertigstellen muss. "Wenn die Bilder nicht so wollen, wie der Künstler selber, kann man es nicht weiter vergewaltigen, man muss es entlassen und sehen, welche Wege es gehen wird", sagte Borchers mit Blick auf sein "Turm-Bild". Über dieses sei es möglich geworden, in Beeskow auszustellen.

Eine hohe Würdigung erfuhr Borchers mit der Umrahmung der Eröffnungsfeier. Die Konzertpianistin Gerlint Böttcher bot am Piano eine Meisterleistung, und Burgdirektor Tilman Schladebach lobte: "Diese Ausstellung ist eine Zier für unser Haus."

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